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Der Israelit · 1902-04-03 · Heft 27 (3.4.1902) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 27 (3.4.1902)
Date
1902-04-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
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in einem englischen Hafen an an einem Tage, den das ganze Schiffspersonal für den Sonntag hält.. Der darunter sich befindliche Jsraelite müßte demzufolge den vorhergehenden Tag als Sabbat gefeiert-haben. Bei der Ankunft, erfahrt er jedoch, daß der vermeintliche Sonntag Sabbat sei. Er wird demnach .den Sabbat nochmals feiern. Könnte nun jemand behaupten wollen, daß die zweitägige Sabbatfeier als eine Hinzufügung zum Gesetz zu betrachten sei? Mit ebenso wenigem Rechte können wir den zweiten Feiertag, der aus ähnlichen Gründen hinzugefügt wurde, eine Hinzufügung zum Gesetz nennen. . Zwei Punkte unterstützen die Ansicht, daß die Feier des zweiten Feiertages in ferne Zeiten zuruckgeht**) und durch besondere Feierlichkeiten ausgezeichnet war. Zu des Propheten Samuels Zeiten scheinen zwei Neumondstage gefeiert worden zu sein.***) Am zweiten Peßachtage wurde der Omer gebracht; der zweite Tag war noB-Bi’, der des Hüttenfestes ri'2 nnw nsRwn. Ileberdies gilt selbst in minder wichtigen Fällen Lei uns die Regel: 'N2N bv2b w pn m prr pJDll NV3N2 VöO p DK K^K 11'2n N'2. Und das jetzige Zeitalter, das dem Thorastudium nicht mehr alle Zeit und Kräfte des Lebens zuwendet, vermag keine solche Männer von so überlegener Geisteskraft hervorzubringen. Freilich könnte Mancher sagen: Die vielen Feiertage verursachten große Bedürfnisse; aber wir antworten ihnen mit dem Schriftworte: „Gott werde für die treuen Bewahrer Seiner Gesetze Seinen besonderen Segen im sechsten Jahre geben." Aber diese Festtage müßten auch n njno dem Herrn gewidmete Tage sein; dann wird sich, ihr heilsamer Einfluß geltend machen, und Israel, das treu anhangt der Religion der Väter, wird auch zu Ansehen und Achtung bei anderen Nationengelangen." Eine treffliche Darstellung und Begründung des zweiten Feiertages findet sich in Hirsch'.? Pentateuch- Commentar in der Erklärung zu den ersten Sähen der tp-inn 'ß (2. B. M.. Cap. 12, V. 2), wo der geniale Verfasser in einem iiefdurchdachten Ercurs über den uns hier beschäftigenden Gegenstand, seine Darstellung mit den Worten schließt: „Es ist daher eine völlige Wahrheit, daß für Israel in .der Z er st re u.u n g erst die Feier deS zweiten Tages dem ersten seinen geheiligten, jüdischen Charakter sichert." - **) Erubim Msschna p. 39 a. . ***) Samuel XX. 27. .. ...» ZertungsrraHriHte« und Esrres-on-enze«. Deutschland. Wreschen. (Abschied.) Zu unserm allseitigen Bedauern verließ uns in diesen Tagen unser hochgeschätzter Lehrer, Herr Wolfs. Nach 4Ojähriger Amtsthätigkeit ist derselbe im Oktober vorigen Jahres in den Ruhestand getreten. Von seiner Beliebtheit bei Juden und Nichtjuden legen am besten die zahlreichen Ehrenämter Zeugniß ab, die ihm übertragen waren. So war Herr Wolfs u. a. Mitgründer und Mitglied des Vorstandes des hiesigen Pestalozzizweigvereins seit der Zeit seines Bestehens, gehörte zum Vorstande des Lehrervereins, des Esrielvereins u. s. w. Anläßlich seines Wegzuges von hier wurden seine Verdienste in einer Reihe von Abschiedsfeierlichkeiten gefeiert. So hielt der Ortsschulinspektor, Herr Pfarrer Jüterbock, bei der letzten Kreislehrerkonferenz in Gegenwart des Herrn Regierungs- und Schulraths Richter aus Posen eine feierliche Ansprache an den Scheidenden, in der er seine mannigfachen Verdienste als Lehrer rühmend hervorhob. Im Lehrerverein fand zu Ehren des Scheidenden ein Commers statt. In einer längeren Ansprache, die der Vorsitzende des Vereins, Herr Cantor Lausch hielt, wurde besonders das friedliche Zusammenwirken des Herrn Wolfs mit seinen Kollegen hervorgehoben. Den Schlußstein der Feierlichkeiten bildete ein Abschiedsdiner im Hotel „Schwarzer Adler", das von Seiten des Esriel- und Frauenvereins —’ Frau Wolfs stand bis zu ihrem Scheiden an der Spitze dieses Vereins und hat sich um ihn große Verdienste erworben —- angeregt und von dem größten Theile der hiesigen Gemeinde besucht wurde. Als Vertreter der Regierung war der König!. Kreisschulinspektor, Herr Winter, erschienen, der nach einem von Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Lewin ausgebrachten und von den Anwesenden begeistert aufgenommenen Hoch auf unseren erhabenen Landesvater in einer längeren Rede die großen Erfolge des Herrn Wolfs, seine musterhafte Lehrthätigkeit und vor Allem seine Bescheidenheit hervorhob, die es ihm verbot, sich offiziell Leiter des hiesigen Pestalozzivereins zu nennen, während er in Wirklichkeit nicht nur in diesem Vereine, sondern auch bei vielen ähnlichen uneigennützigen Bestrebungen an der Spitze gestanden hätte. Aber auch seine persönliche Hochachtung dürfe er Herrn Wolfs nicht versagen, da er seine Personalakten vom Beginn bis zum Schluß seiner Amtsthätigkeit durchgesehen und darin nicht einen tadelnden Vermerk habe finden können. Es erfolgten sodann Ehrungen von Seiten der genannten Vereine, die Beide, Herr und Frau Wolfs, unter Ueberreichung einer Adresse und eines Geschenkes zu Ehrenmitgliedern ernannten. Auch der persönlichen Freund-

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