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Der Israelit · 1902-07-10 · Heft 55 (10.7.1902) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 55 (10.7.1902)
Date
1902-07-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1165 des Verbandes, namentlich die Errichtung des Provinzial-Waisenhauses (Caspar Lachmann-Stiftung) feierte, welche nur durch den Zusammenschluß der Gemeinden möglich geworden sei. In seinem Berichte über die vorjährige Thätigkeit des Verbandes hob der Vorsitzende mit gerechter Genugthuung hervor, daß einer Anzahl kleinerer Gemeinden Subventionen zur Verbesserung des Religions-Unterrichts gewährt werden konnten, daß die Inspektion des letzteren durch die Herren Rabbiner erfolgt und die Vervollkommnung desselben in Angriff genommen worden sei, damit die sämmtlichen vk» Religionsschulen der Provinz, welche von mehr wie 2000 Kindern besucht werden, einer sachverständigen Beaufsichtigung unierftefjen; Auf eine Eingabe des „Vereins jüdischer Lehrer Westprenßens" habe der geschäftsführcnde Ausschuß den Verbands- Gemeinden empfohlen, ihre Lehrer, falls sie sich in einem drei- oder fünfjährigen Provisorium bewährt haben, lebenslänglich anzustellen. Nach der Genehmigung des nächstjährigen Etats, welcher in Einnahme und Ausgabe mit 2850 Mk. bilanzirt, wurden die Wahlen für den Ausschuß vorgenommen und zwar die bisherigen Mitglieder wieder-, an Stelle des zum allseiligen Bedauern wegen Ueberlastung mit anderen Pflichten ausscheidenden Vorsitzenden Herr Eisen-Danzig neugewahlt. Nach Abschluß der Verathungen fand ein von der hiesigen Synagogen-Gemeinde veranstaltetes Festmahl und hierauf eine Besichtigung des Waisenhaus- Gebäudes statt, das hoffentlich bereits am 1. Oktober d. I. seiner Bestimmung wird übergeben werden können. Zum Direktor desselben war Herr Rabbiner Dr. B. Vaer in Aussicht genommen, der leider mittlerweile verschieden ist. Pinne (Prov. Posen), 3. Juli. Gefolgt von einer impcsanten, nach vielen Hunderten zählenden, allen Confessionen angehörenden Menschenmenge wurden, heute hier die sterblichen Ueberreste des Stadtältesten. Magistratsmitglied u. s. w., Kaufmann Siegismund Marcus, der nach einem an äußeren und inneren Erfolgen reichen Leben im Alter von 68 Jahren starb, zu Grabe getragen. Zur Trauerfeier in der Synagoge, wohin man die Leiche gebracht, hatten sich nicht nur die Bürger unserer Stadt, sondern Fremde aus allen Theilen der Provinz und aus Berlin, auch der greise ehemalige Regierungspräsident, Freiherr v» M a s s e n b a ch, eingefunden, eine Thatsache, die beredtes Zeugniß ablegte nicht nur für die Liebe und Hochachtung, deren sich der Verstorbene in weitesten Kreisen erfreute, sondern auch für die Harmonie, die G. s. D. hier unter den Confessionen herrscht.. Der Ortsrabbiner Dr. Lewin. feierte in warmen,'tiefempfundenen Worten die Verdienste des Menschen und Bürgers, der die vielen Pflichten seiner zahlreichen Ehrenämter mit seltenem Eifer erfüllte. Am Grabe sprach dann Dr. G 0 ldschmidt - Königshütte, zeichnete in treffender Weise den Israeliten, der in Treue und Wahrhaftigkeit an den Traditionen des Judenthums festhielt und mit seltenem Geschick unterstützt zu der zwingenden Macht seiner Persönlichkeit überall die Interessen seiner Glaubensgenossen erfolgreich vertrat und spendete der tiefgebeugten Gattin, Tochter des bekannten Reb Jsak C a r 0 . Enkelin Rabbi Akiba Ege r's, sowie den Kindern zu Herzen gehende Worte des Trostes. — Schließlich sandte noch Dr. Szraut als Stadtoerordnetenvorsteher mit thränenerstickter Stimme dem langjährigen Kollegen einen Scheidegruß »ach. —- Die Stadt und speziell die jüdische Gemeinde erleiden einen unersetzlichen Verlust. Das Andenken des Verstorbenen wird ein bleibendes sein. Rawitsch, im Juli. In seltener Rüstigkeit beging dieser Tage im Kreise seiner Kinder und Enkelkinder Herr Samuel Rosenthal hier seinen achtzigsten Geburtstag. Herr R. ist seit vielen Jahren Repräsentanten-Vorsteher der hiesigen Synagogen-Gemeinde, gehört seit mehr als dreißig Jahren dem Vorstande der Chewra-Kadischa an, versieht im Armen-Ünterstützungsverein für jüdische Durchreisende seit dessen Begründung das mühsame Amt des auszahlenden Vorstehers und verwaltet diese Aemter und noch verschiedene andere trotz seines hohen Alters mit einer seltenen Umsicht und Gewissenhaftigkeit. Zur Feier des TageS waren Vorstand und Repräsentanten in der Behausung des Jubilars erschienen, um ihn im Namen der Gemeinde-Verwaltung zu beglückwünschen. Der Vorsitzende des Vorstandes, Herr Justizrath Breslauer, überreichte eine kunstvoll ausgesührte Adresse und dankte in bewegten Worten dem Jubilar für seine reiche, selbstlose Thätigkeit im Dienste der Gemeinde. Herr Rabbiner Dr. Cohn gedachte in einer längeren Ansprache der vielseitigen Verdienste des allverehrten Greise» und gab dem Wunsche Ausdruck, daß derselbe zum Segen der Gemeinde noch recht viele Jahre im Stande sein möge, seine verschiedenen Aemter mit der gleichen. Freudigkeit und Pflichttreue zu verwalten, wie bisher. . Der stellvertretende Vorsteher der Nepräsentanten-Versammlung, Herr Julius Löwy. dankte im Namen des Kollegiums für die umsichtige Leitung der Geschäfte, namentlich in den vergangenen, oft recht schwierigen Zeiten. Die Chewra-Kadischa zeichnete ihren langjährigen Vorsitzenden durch Ernennung zum Ehren-Mitgliede aus. Das reich ausgestattete Diplom wurde durch den Vorsteher der Chewra, Herrn Adolf Brauns überreicht. Der Gefeierte dankte tief gerührt für alle ihm zu Theil gewordenen Ehrungen. V 'v'V Heidelberg. In den „Jahresheften'' des ] '■ österreichischen Archäologischen Instituts" hat dar lurzenr. Adolf Wilhelm zwei Inschriften, ioelche beide layge bekannt sind und in der philologischen Welt von jeher

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