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Der Israelit · 1902-03-27 · Heft 25-26 (27.3.1902) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 25-26 (27.3.1902)
Date
1902-03-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
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f. kaum 80 Juden das Bürgerrecht erhalten haben, obgleich Lausende sich darum bemühten. . So lange Rumänien sich weigert, die erwähnte Bestimmung des Berliner Vertrages auszuführen, kann es auf Vertrauen nicht rechnen und wir meinen, daß die Unterzeichner des Vertrages nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht hätten, angesichts der in neuerer Zeit wieder so stark hervortretenden vertragswidrigen Tendenzen Rumänien an seine Verpflichtungen zu erinnern. . (Frkf. Ztg.) Zeitirrrgsttachrtchterr urrv Eoreesponvenzen. Deutschland. Berlin, 23. März. (RepräsenLanten- Versammlung.) Herr Adolph Jarislowsky hat der Alterversorgungsanstalt 12,000 Mk. zugewandt. Die Einführung des Jugendgottesdienstes nach altem Ritus in der Synagoge Kaiserstraße ist nun nach langem Hader beschlossen worden. Der Bericht über Unterstützung von Kurorten und Kuranstalten wird entgegengenommen. Der Bericht über die Revision der Kassen und des Depositoriums wird genehmigt, ebenso die Verwendung der Zinsen von 30,000 Mk. eines der Lehrerbildungsanstalt vermachten Legats. Die Abänderung des Gebetes bei den Kinderbeerdigungen wird ohne Debatte angenommen. Zur Renovirung der Nebenräume der neuen Synagoge werden 12,000 Mk. bewilligt. Herr Landgerichtsrath Pleßner wurde zum Aeltesten-Stellvertreter gewählt. Berlin, 24. März. Unter imposanter Betheiligung wurde am 16. d. Mts., Vormittags, Herr Eugen Rose n st i e l auf dem Friedhofe in Weißensee zur letzten Ruhestätte geleitet worden. Es wurde ein wahrhaft Vortrefflicher aus unserer Mitte gerissen, dessen Heimgang eine Lücke zurückläßt, die nur durch das Zusammenwirken Vieler wird ausgefüllt werden können. Es darf ohne Uebertreibung ausgesprochen werden, daß der Entschlafene seit nahezu zwei Jahrzehnten fast an allen jüdisch-gemeinnützigen Bestrebungen unserer Stadt an vorderster Stelle thätigen Antheil genommen, daß er aber nicht nur mit vollen Händen von seinem Ueberfluß gespendet, sondern auch seine Persönlichkeit, seine gereifte Einsicht und seine organisatorische Meisterschaft willig eingesetzt hat, wo immer es zu helfen und zu bessern galt. „Arbeit — nicht Almosen," das war das Motw seiner philantropischen Wirksamkeit, das er selbst als solches zu bezeichnen Pflegte, aber auch in die reale Wirklichkeit umsetzte. Zeugniß dessen ist vor Allem der auf seine Initiative von den B'ne Vrith- Logen begründete „Verein für Arbeitsnachweis," dem er, so lange seine Gesundheit es gestattete, leitend vor-, siand, dem er die Wege vorgezeichnet und geebnet hat für die ausgezeichnete Wirksamkeit, welche er segenspendend entfaltet. Anläßlich seiner Silberhochzeit' spendete der Verblichene im . Verein mit der gleichgestimmten, edlen Gattin dem hiesigen „Verein für jüdische Ferienkolonien" im Soolbade Elmen bci Magde- , bürg ein vollständig eingerichtetes, umfangreiches Haus,,,. in welchem seitdem alljährlich mehrere,§imbeite ,öoii:;,-> jüdischen Kindern unter sorgsamer Pflege Erholung und Heilung finden. Bekannt ist die überaus rührige s Thatigkeit, welche der Heimgegangene seit seiner Zuge- Hörigkeit zum Ausschuß des „Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes" zur Bekämpfung des. Wanderbettels entfaltete, und an der Errichtung der diesem Zwecke s dienenden „Arbeiter-Kolonie" in Weißensee, hat . ,er^ materiell und organisatorisch hervorragendsten Antheil genommen. Als ein ferneres Denkmal seiner verständnißvollen Opferfreudigkeit wird auch die „Fürsorge- ' Erziehungsanstalt für jüdische Knaben" förlzeügen, deren Begründung der.Entschlafene allein, ermöglichte,, indem er dafür ein Schloß in Repzin (Pommern), ankaufte und dem „D.-J. G.-B." zur Verfügung stellte. Das sind die sichtbarlich in die Erscheinung getretenen Marksteine seiner großartigen Wirksamkeit, welche sich ) aber darin nicht entfernt erschöpfte, sondern in der Lei-.. tung zahlreicher Vereine und Institute, namentlich äber^ in. der liebevollen, allezeit Hilfe- und rathbereiten Beschäftigung mit den Bedürfnissen Einzelner sich hethatigte. Seit Jahren schon rang seine Arbeitskraft mit ., einem tückischen Herzleiden, dem er nunmehr, fern' von der Heimath, erlegen ist. Daß ein großer Kreisvon Freunden und Verehrern sich um seine Bahre schaarten, war vorauszusehen. ’ Die Friedhofs Halle vermochte kaum die Zahlder Erschienenen zu fassen. In ergreifenden Reden feierten die Herren Rabbiner Dr. Rosenzweig unß Dr.' Stier das vorbildliche Leben und Leisten des Ver- *. blichenen. Nachdem sodann Herr Prof. Dr. P h i -; ■ lippsohn dem Danke des „Deutsch-Jsr. Gemeinde-' bundes", Herr Rechtsanwalt Timendorfer, Pra- '' sident der Großloge für Deutschland, den Empfindungen sämmtlicher Mitglieder des B'ne Brith-Ordens ' und Herr Rechtsanwalt Dr. Jgn. C o h n Namens der' Montefiore-Loge dem Gelobniß unvergänglich Ge-' denkens Ausdruck verliehen, wurden die sterblichen Repe dem Schoße der Erde übergeben. . 7? -; Bochum, 24. März. Im Hotel zum Römer hatte dieser Tage der „Verein für jüdische Litteratur" einen Vortragsabend — den letzten in dieser Saison —' veranstaltet, zu welchem die Mitglieder und Freunde deS Vereins in überaus großer Zahl erschienen waren. Als , Redner war Herr Professor Dr. Cornill aus Breslau gewonnen worden, der über den „israelitischen Prophe- ' tismus und die Propheten Amös, Höseäund Jesüias" sprach. Der Vortragende behandelte sein Thema in in- -- - tcreffanter und fesselnder Weise; das kulturgeschichtliche Moment ließ er zurücktreten und würdigte eingehend die J:\

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