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Der Israelit · 1902-03-20 · Heft 23 (20.3.1902) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 23 (20.3.1902)
Date
1902-03-20
Page
– (sequence 10)
Language
German
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kann referirte der Präsident des Vereins, Herr Dr. Seeliger, über die Vergangenheit und Entwickelung der d'v man und legte in längerer, von ungetheiltem Beifall gekrönter Rede die Tendenzen des Vereins und seine Aussichten für die Zukunft klar. Herr Rabbiner Moses Rom-Zürich, unterhielt die Festversammlung mit einem sehr scharf durchdachten pn über nu wobei wir wieder einmal Gelegenheit hatten, das gewaltige nivnn und rroops dieses hochangesehenen Talmudgelehrten zu bewundern. Unter den anderen Rednern zeichneten sich aus Herr Lehrer Schachnowitz -Endlingen, der unter Zugrundelegung der Schlußstelle in »vp xzz die Verhältnisse der Gegenwart und den bedauerlichen Niedergang des Thorastudiums beleuchtete und unter logischen wie scharfsinnigen Parallelen aus Gemoroh und Midrasch das Bestreben des Schweizer Q'v Vereins als geradezu reitende That für den altjüdischen Geist darstellte. Ferner auch die Herrn I. Bollag - Baden, S. Kornfein, stud. med. und D. Birnbaum, die in sinniger Weise die Purimfreude mit dem Thoraseste zu verbinden suchten. - In den Vorstand bis zum nächsten Sium, mit dem auch immer Generalversammlung verbunden sein soll, wurden gewählt: Als Präsident Herr Bezirksrabbiner Dr. Ehrmann in Baden und als weitere Vorstandsmitglieder die Herren M. Mannes-Zürich, Lehrer S. Schachnowitz-Endlingen, M. Schwarz-Luzern und I. Bollag-Baden. Nach Schluß des geschäftlichen war der gemüthliche Theil der Festversammlung noch lange nicht erschöpft. Noch wechselten die geistigen und körperlichen Genüsse, angenehme Homilien folgten auf scharfgepfefferten v'dwbv, herzerfreuender Humor mischte sich unter ernsten Darbietungen. So waren die Versammelten bis zum Anbruche des Tages in freudiger und begeisterter Stimmung vereint und schieden von dem gemeinsamen Bestreben durchdrungen: n*nn rnmerti!. - IettrrÄgsnaHrichten rmv Corresporrverrzerr. ... / Deutschland. Berlin, im März. Aus Richterkreisen schreibt man: Der „Eid der Juden" ist seit einiger Zeit wieder ein Lieblingsthema der Antisemiten, insbesondere ihres Führers Liebermann von Sonnenberg (vergl. die 'Reichsiä^sitzung vom 13. März). Es dürfte deßhalb von Interesse sein, was der vor einigen Jahren verstorbene Landgerichtspräsident Leopold . von Kunowski, der Bruder des Präsidenten des Oberlandesgcrichts zu Breslau, ein Hochkonservativer und. Anhänger Stöckers, schreibt, der vor 60 Jahren in verschiedenen richterlichen Stellungen in Öberschlesien, Sachsen, Ostpreußen, Westfalen und Westpreußen gewirkt hat, also die Bevölkerung vieler Provinzen als Richter, insbesondere ihr Verhalten zum Eide, genau wie kaum Jemand, kennen gelernt hat. Seite 98 seines bekannten Buches „Wird die Sozialdemokratie siegen?" (erschienen in 6. Auflage bei Velhagen und Klasing im Jahre 1891) heißt es: „. . . . Auch muß bei offenem Auge zugegeben werden, daß ein großer Theil dieser Bevölkerung (nämlich: der jüdischen) neben einem meistentheils frommen Festhalten an ihrer Religion und manchen achtbaren Tugenden, zu denen wir namentlich eine musterhafte Hochachtung der Kinder vor ihren Eltern und eine tiefe Scheu vor dem Meineide zählen .. .." In der That lehrt die Kriminalstatistik, daß an dem Verbrechen des Meineides die Juden nur mit einem verhältnißmäßig geringen Prozentsatz betheiligt sind. Kattowitz, 17. März. Das Stiftungsfest der Ehewra Kadischa und Bikur Cholim fand n**n x '2 in» statt, am Donnerstag vorher wurde der Bußtag abgehalten, mit Gottesdienst und Predigt und einer Seelenandacht für die im Laufe des Jahres verstorbenen Gemeindemitglieder und auch anderer im Laufe des Jahres Heimgegangener bedeutender Männer unseres Glaubens. ' Das Stiftungsfest war sehr zahlreich besucht und ist die starke Betheiligung darauf zurückzuführen, daß sie als Ovation für den Vereinsvorstand gelten soll, um dadurch der Anerkennung und dem Danke für die außerordentlichen Leistungen und das segensreiche Wirken, desselben, Ausdruck zu verleihen. Mit welcher Aufopferung und Hingebung der Vereinsvorstand unter Führung seines bewährten Vorsitzenden Herrn L. Altmann sich'dem Dienste des Vereins widmet, hat an der Festtafel der Herr Rabbiner Dr. Cohn und der Vorsitzende des Gemeindevorstandes,- Herr Salomon Wiener, ausführlich und rühmend geschildert. Es folgten noch viele andere Tischreden, von welchen sich diejenigen der Herren Rechtsanwalt Epstein und Dr. Glogauer wegen ihres köstlichen Humors besonders auszeichneten. Während der Tafel erfreute auch noch Herr Oberkantor Singer die Festgenoffen durch herrlichen Gesangsvortrag zweier Lieder. Nachher folgten humoristische und theatralische Darstellungen und gelangte ein von Herrn Dr. Glogauer eigens, für dieses Fest verfaßtes Theaterstück zur Ausführung. Erst lange nach Mitternacht} erreichte das schöne Fest sein Ende. Wir können es uns nicht versagen, die Harmonie und Eintracht hervorzuheben, die im Allgemeinen in unserer Gemeinde besteht, alle Einrichtungen tragen das Gepräge strengster Orthodoxie und Parteizwistigkeiten gibt es hier nicht. Wir verdanken dies meistens der weisen Leitung, die allerdings in den Händen eines großen Talmid Chacham. des 1 Herrn Stadtrath Wiener liegt, bei dem Weisheit mit

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