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Der Israelit · 1902-03-20 · Heft 23 (20.3.1902) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 23 (20.3.1902)
Date
1902-03-20
Page
– (sequence 11)
Language
German
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i iiH \\\\ liü ü i;;iii »i ](!; ii! girr?- Klugheit vereint, den Frieden der Gemeinde zu erhalten versteht. ra!pn* *■». S. AuS Bayern. (Zur Abwehr.) Das neue Buch des katholischen Pfarrers und ehemaligen Reichstags- und Landtags-Abgeordneten Dr. Fr. Frank „Der Ritualmord vor den Gerichtshöfen der Wahrheit und Gerechtigkeit" ist in deutschen und außerhalb Deutschlands erscheinenden, -besonders englischen Zeitungen, sehr günstig beurtheilt worden. Auch in Dertraulicher Weise haben hohe Würdenträger des Staates und der Kirche, hochgestellte Beamte und Männer der Wissenschaft ihre Zustimmung dem Verfasser mündlich oder schriftlich ausgesprochen. Es gibt aber auch Leute, denen diese elende Beschuldigung so ins Herz gewachsen ist,. daß sie, trotzdem sie das Buch gelesen hatten, von der Wahrheit, daß es einen jüdischen Ritualmord nicht gibt,' sich noch nicht vollständig überzeugt erklärten. Diese haben ihren Vertreter in dem Verfasser einer Rezension gefunden, welche in den Hist.-pol. Blättern zu München — 1901. Bd. 127, Hst. 11 — erschienen ist. Derselbe trägt in ihr die letzten Bedenken vor, die ihn noch hindern, den Glauben an den jüdischen Ritualmord vollständig aufzugeben. Um diese Bedenken zu beseitigen, hat Dr. Frank „Nachträge zum Ritualmord vor den Gerichtshöfen der Wahrheit und Gerechtigkeit" .geschrieben, von welchem die zwei ersten —- „I. Die letzten Schlupfwinkel des Nitualmord-Abcrglaubens." und „II. Der Ritualmordaberglaube in den letzten Zügen" — sich mit der genannten Rezension beschäftigen. Roch weniger konnte man es auffallend finden, daß der Antisemitismus, insbesondere die Führer desselben, auch nach dem Erscheinen des Buches von Dr. Frank an dem Aberglauben des jüdischen Ritualmordes sestzuhalten vorgeben und ihre Anhänger in demselben noch zu bestärken suchen. Diese brauchen Agitationsstoff. Gegen solche Leute helfen weder Gründe, noch pathetische Erklärungen. Der sog. „Deutsche Vollsbund" hat bekanntlich in der „Staatsbürgerzeitung" in der zweiten Hälfte des verflossenen Jahres eine „Umfrage über den Blutmord" angestellt, und die Gutachten von vierunddreißig „hervorragenden Männern der Wissenschaft und des praktischen Lebens" veröffentlicht. In seinen „Nachträgen zum Ritualmord III" bezeichnet Dr. Frank diese Umfrage als das „Leichenbegängniß des Ritualmord-Aberglaubens" und die veröffentlichen Gutachten als die Leichenreden, die dabei gehalten wurden. / Oesterreich. Wien, im März. Eine wichtige prinzipielle Entscheidung hat in jüngster Zeit der Verwaltungsgerichtshof getroffen. Ein Wiener Arzt, der während der Sommermonate in Karlsbad praktiziert, wurde von dn dortigen Kultusgemeinde zur Zahlung einer Kultussteuer aufgefordert. Der Arzt, der in Wien seinen ständigen Aufenthalt hat und daselbst seine Kultus- | fieuer zahlt, weigerte sich, in Karlsbad der Aufforde*. rung zu entsprechen und recurrierte gegen, jede Bor* . fchreibung. Alle Instanzen, zuletzt das Kultus- ' Ministerium, wiesen ihn ab, weßhalb er die Beschwerde. an den Verwaltungsgerichtshof erhob. Dieser wies jedoch vor einigen Tagen die Beschwerde mit der Motivirung ab, daß ein Jude, der an mehreren Orten einen ordentlichen Wohnsitz hat und Erwerb findet, auch an diesen Orten die Kultussteuer zu entrichten habe. N o r w e g e n. - Kristiania, 16. März. Der Held des Tages ist gegenwärtig der hiesige Rabbiner Dr. Aschkenäze. Der Rabbiner ist zuerst den hohen Kreisen Norwegens vortheilhaft bekannt geworden durch seine Uebersetzung des Grundgesetzes. Die Norweger sind außerordent- - lich stolz auf ihr Grundgesetz, das in der sogenannten Reichsversammlnng in Eidsvvld am 17. Mai 1814 . endgiltig angenommen wurde. Das Andenken der. Eidsvoldsmänner wird bis auf den heutigen Tag hoch in Ehren gehalten. Der 17. Mai ist der Nationaltag der Notweger. Und nun kommt, der Rabbiner und übersetzt dieses von den Norwegern heilig gehaltene - und hochgefeierie Grundgesetz in ein Hebräisch, das von - den kompetenten Männern der Wissenschaft an der hiesigen Universität als meisterhaft bezeichnet. wird. Da ist die Bewunderung der Norweger für unfern Rabbiner groß. Es thut einem jeden Juden wohl, die . Beobachtung zu machen, wie ihr geistliches Oberhaupt von den Christen gefeiert wird. Alle Zeitungen ohne Unterschied der politischen Partei, sind voll des Lobes? über ihn. Ein hiesiges konservatives Blatt „Orebladet" hat unseren Rabbiner interviewen lassen und bringt sein Bild. Nehemjas Jsaksohn. vermischtes. Berlin. Für wohlihatige Zwecke hat Kommrrzienrath Ferdinand Manheimer anläßlich seiner silbernen Hochzeit größere Summen gestiftet. Daiunter befinden sich, wie v der „Konf." erfährt 50.000 M für deS deutsche Zentralkomite zur Errichtung von Lungenheilstätten, a000 M. zur . ' Errichtung einer Auskunfisstcll' zur Hilfe! istung für Lungenkranke, l'Oo Mark für den Berliner Berein vom Rothen- Kreuz re. Pretzburg. Am vergangenen Samstag '9 hielt unser allverehrier College.Max Sommer in dem Locale des ..Cheivra Magid Ljakauw" eine wohldurchdachte, mit . den schönsten min »"OT gewürzte. Rede. Im Gegensatz zu so Manchen, die in vielen Worten, möglichst wenig zu sage» haben, versteht der Redner in epigrammatischer Kurze 'eine Fülle von Gedanken zu bieten. Alle auS Midrasch u. Bidel. gegebenen Citate stehen in inniger Beziebung zum Inhalte des gewählten ThemaS und werden zur Entwickelung desielben verwendet. Wir freuten uns mit dem Bewußtsein, eine wirtlich genußreiche Stunde verlebt zu haben. 8. P. . DriefLasten der Redaetion. . S. H.: Sie erhallen.bald Nachricht. ■ , . " Briefksften der Expedition. ' Abon». A. M.r Ja! .

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