Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 23 (20.3.1902)
- Date
- 1902-03-20
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Ausplünderer debäuerlichen Trunkenboldedargestellt wird. Ebenso wie die beiden früheren Tafeln, war auch diese dritte Wandtafel in den Auslagefenstern der Firma, , welche dieselbe auf Bestellung der Schulkassa angefertigt-hatte, längere Zeit ausgestellt gewesen und hatte durch ihre ausgesprochen antisemitische Tendenz großes Aufsehen unv die allgemeine Mißbilligung aller nicht gleich den Herren Regoescu, Lenopol und dem Erminister Jstrati, zum ächtfärbigen Antisemitismus sich bekennenden Beschaue: erregt. Die in Rede stehenden änti-alkoholistisch - antisemitischen Wandtafeln waren auch bereits an die Verwaltung der Schulkasse abgeliefert, als die betreffende Verlags- und Druckereifirma vom Unterrichtsministerium um Entfernung des im Äuslagefenster befindlichen Exemplars ersucht wurde. Kann aber daraus auch darauf geschlossen werden, daß diese zum Rassenhaß verleitende Wandtafel von der jetzigen Regierung keineswegs gebilligt wird, so ist eS doch gleichwohl eine durch kein wenn auch noch so kategorisches Dementi in Abrede zu stellende Thatsache, daß auch diese Tafel ebenso, wie die früheren antialkoholistischen Wandtafeln, von der Schulkasse bestellt und zur Verbreitung in den Landgemeinden bestimmt gewesen war, und würde eine einfache Erklärung des gegenwärtigen Unterrichtsministers, daß er die in Rede stehende Wandtafel wegen ihrer volksverhetzerischen Tendenz zu unterdrücken, entschlossen ist, der Klarstellung des Sachverhalts weit mehr als alle Dementis genützt haben.. ■' Die Redaktion der „Franks. Zeitung* bemerkt hierzu weiter: , ‘ Im Anschluß an diese den Fall aufklärende Darstellung unseres Autarkster Korrespondenten bemerken wir, daß die Wandtafeln, deren Absendung durch das rumänische Unterrichtsministerium an uns der rumänische Gesandte in Berlin, Herr A. Baldiman, uns angekündigt hatte, uns noch nicht zugegangen sind. — (Antisemitische Aussprüche in einem rumänischen Schulbuche.) Der bekannte Frankfurter Philantrop Julius P l o t k e schreibt der „Frankfurter Zeitung/: „Vor uns liegt die in Rumänischen Sekundärschulen eingeführte Grammatik von I. Suchianu: „Gramatica Romana Escercitii Bucuresct 1898/ Dieselbe enthält folgende Beispielesatze: , . , V©eHell:y, Zu deutsch: „Glaube dem Juden nicht, auch wenn er seine Seele aushaucht/: . Seite 37: 7 - -:7'/ - Zu deutsch: „Der Hebräer speist nicht, bevor er nicht.'betrogen hat.f-7^-7:> 7 ../ 7-; Seite 40: . t - -' . ' Zu deutsch: „In beinahe allen Dörfern der Moldau sind die Schankwirthschaften von Hebräern gehalten, welche wie Blutigel das Hab und Gut der Bauern äugen, indem sie sie zum Trinken verleiten/ . Was bedeutet gegenüber solchen in den Schulen verbreiteten Verleumdungen, gegenüber solcher systematischen Verhetzung und Verdüsterung der Kindeseelen, in denen der Haß und die Verfolgungssucht gegen die Juden von der frühesten Jugend in wahrhaft verabscheuungswürdiger Weise großgezogen wird, der Versuch der Rumänischen Regierung, die „Schultafeln* von ihren Rockschössen abzuschütteln? Ist es zu verwundern. daß bei solchen Erziehungs-Grundsätzen immer von Neuem blutige Verfolgungen ausbrechen? Dieses Schulbuch ist in den öffentlichen Rumänischen Schulen eingeführt, also unter Zustimmung der Regierung. Die Kinder und deren Eltern wissen nun, welche Gesinnungen die Regierung gegen die Juden hegt, denen die.Verfassung Rumäniens und der Berliner Vertrag die Gleichberechtigung zusichert; — und. auf diesem Boden wachsen dann die Ausnahmegesetze, welche den Juden Luft und Licht, die Möglichkeit zum Leben rauben, sie körperlich und geistig vollständig elend machen, und es entstehen die Rechtsbeugungen, die moralischen Defekte, welche zu einem Krebsschaden des ganzen Landes geworden sind!* Jf i tt l I I e t p Nach vierhundert Jahren.; *6] Von Nxle-rich Rott. „Zu einer Sterbenden? Vermuthlich einer nahen Verwandten?*. ' 7 ' „Das glaube ich nicht. Es ist auch möglich, daß Frau Doktor bald nach Haufe kommt. Wollen das gnädige Fräulein vielleicht näher treten?* Jsabella überlegte. „Sind die Kinder zu Hause?* „Die Kinder sind im Wohnzimmer/ „So gehe ich einstweilen zu ihnen/ ' Mit den Räumlichkeiten vertraut schritt sie auf die Thür des bezeichneten Zimmers zu, klopfte leicht an und öffnete gleichzeitig.' Mit freudigem Gutenmorgengruß sprangen beide Kinder ihr entgegen. „Die Großmama, ist nicht zu Haufe, sagte mir daS Mädchen, darum komme ich zu Euch/ „Run besuchen Sir uns ganz allein!? Ach, das ist schön. Fräulein Bella. — Rein. Sie müssen sich auf das Sopha setzen/ fügte die Kleine eifrig hinzu, indem sie den Fauteuil, den der Knabe herbeigerückt hatte, zurückschob. ....... /.-.7 . « »Ich komme. , eigentlich Deinetwegen, Viktors sagte sie. während sie. der Einladung des kleinen Mädchens entsprechend, sich aus das Sopha niederließ, —