Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 23 (20.3.1902)
- Date
- 1902-03-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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dem Verein zu widmen,: was nicht nur durch eine überaus zahlreiche Vetheiligung, sondern auch durch lebhaften Beifall dankend anerkannt wurde. Endlich beschloß'am 13. März Herr Rabbiner Dr. Königsberger, Pieschen, die jetzige Saison mit - einem Vortrage über „die Art und Weise des Gebets". Seine Ausführungen waren ebenso intereffant. wie seine Erläuterungen von tiefem Wissen und forschen zeugten.' Ebenso kennzeichnet sein Vortrag den vorzüglichen Redner^ - - Es ist daher die erfreuliche Wahrnehmung gemacht, daß der Verein mit diesen Vorträgen eine gute Errungenschaft gemacht hat.' - Memel, 16. März. Gestern feierte ein Mitglied unserer Gemeinde, Herr Vehr Alt schul, das gewiß sehr seltene Fest seines 60jährigen Ehejubiläums. In jüngeren Jahren hat fich der Genannte sehr lebhaft der religiösen Angelegenheiten der Gemeinde angenommen und sich besonders um das Beerdigungswesen unleugbare Verdienste erworben. An dem Aufbau und der Einrichtung des- Lehr- und Bethauses (Beth-Hamidrasch) hat er sich auf das eifrigste betheiligt, ebenso auch nach dessen Vollendung, in Verwerthung seiner talmudischen Kenntnisse, den Lehrvorträg des Talmuds zeitweise übernommen. Während Herr Altschul so an dem Leben der Gemeinde Antheil nahm, war Frau Jenny Alt sch ul stets der Armen- und Krankenpflege zugewandt. Frau Altschul ist nun eine vom Alter gebeugte Frau, doch arbeitet sie an ihrem Lebenswerke unermüdlich fort. Gar mancher, dem sie . ein rettender Engel in der Roth gewesen, wird noch in späteren Tagen dieser stillen und edlen Wohlthäterin zum Guten gedenken. Die zahlreichen Glückwunschschreiben legten Zeugniß ab von der großen Beliebtheit des Jubelpaares. Auch der frühere Memeler Rabbiner. Herr Dr. Rülf, zi Z. in Bonn-Poppelsdorf, sandte ein sehr herzliches Glückwunschschreiben, worin er den Verdiensten des Jubelpaares gebührenden Ausdruck verlieh. — Goch, 18. März. Auch von der hiesigen jüdischen Privat-Elementarschule kann Ihnen die erfreuliche Mittheilung zugehen, daß dieselbe mit dem 1. April laut einstimmigem Beschluß des Stadtrathes, auf den städtischen Etat übergeht und somit der jetzige Inhaber der Stelle, Herr Lehrer-O p p e n he i m e r, die wohlverdiente Gleichstellung mit den übrigen städtischen Volksschullehrern erhält. F r a n r r e ich. ' Paris, 13.'Marz.' Am 6. d. Mts. starb nach nach langem, schmerzhaften Krankenlager Herr Isidore C a hen, Sohn des Gründers der „Archive? Jsraetile" Samuel Cahen. Der Verstorbene leitete genannte Zeitung fast ein halbes Jahrhundert mit großem Geschick. In außerordentlich anmuthigem Style trat er stets mit allen Waffen des Geistes wacker und tapfer gegen alle Judenfeinde auf, wodurch er sich nicht nur bei den Juden, sondern auch in der politischen Welt einen berühmten Namen erworben hat^. Sein Sohn, Herr Emile Cahen und Herr H. Prague, schon seit , längerer Zeit Chef-Redakteur der „Arch.Jsr.",werden das Blatt in gleicher Tendenz wie bisher erscheinen lassen. . .. . . V . E n g l a n b: r < London, 14. März. -Zu dem heute Abend stattfindenden ersten offiziellen feierlichen Hof- und Empfangs Royal Court Seiner Majestät üs Königs im ' Buckingham Palace wurde auch der Chief Rabbi Dr. Adler mit Gemahlin eingeladem Wie die Blätter berichten, hat Dr. Adler sofort eine Entschuldigung ein-; gesandt, dem Befehle Sr. Majestät wegen des Sabbats nicht Folge leistenzukönnen.* k R u m 8 n i e'm ' Bukarest, 12. März. (E ine A u f k l a r u n g.) Die „Frankfurter Zeitung" schreibt: Bezugnehmend auf die unter der Spitzmarke „Ein Dementi der. rumänischen Regierung" in Nr. 60, Erstes Morgenblatt der „Franks. Zeitung" erschienene Notiz theile ich zur voll-' ständigen Klarstellung des Sachverhalts und zugleich zur Rechtfertigung einer in Nr. 66 veröffentlichten Korrespondenz über die für den Schulgebrauch und zur Vertheilung auf den' Dörfern ''''hestihimten I.'.' 4antt** alkoholistischen und in ihrer letzten Nummer zugleich antisemitischen Wandtafeln folgende,. unbedingt der-' läßliche Einzelheiten mit: Die Bestellung der Wandtafeln erfolgte auf Anregung der unter dem Patronate der Herren Dr. Obreja, NegoeScu und Xenopol stehenden Antialkoholistenliga auf Rechnung der dem Unterrichtsministerium unterstehenden „Casa scoaletor" (Schülkassa) noch zu einer Zeit, als der als eingefleischter Antisemit bekannte Professor Dr, Jstrati Unterrjcht^minister im Kabinet G. Gr. Cantacüzino und 'der' 'vorerwähnte Negoescu Direktor der Schulkaste wck. Von diesen bei der hiesigen ersten Druckerei- und Verlagsftrma auf Bestellung der S^chulkaffe.in lithographischem Farbendruck künstlerisch hergestellten Wandtafeln stellte die eine die Verheerungen dar, welche der Mißbrauch des Alkohols im menschlichen Körper anrichte!,. während die zweite die traurjgen Vererbungsfölgen des Alkoholismus in einer Anzahl von Krüppeln und Vlödsinntype'n zur Anschauung brachte. Die dritte Tafel dagegen, von welcher ich in meiner Korrefpondenz in Sir. 66 der „Frankfurter Zeitung" gesprochen, hafte,.,sollte die sozialen Folgen der Trunksucht darstellen, ünl^ diese Tafel ist es, auf welcher in lächerlichem Widerspruche zum Gesetze, das den Spirituosenausschanl in den Landgemeinden als ausschließliches Vorrecht der rumänischen Staatsbürger erklärt, ein Israelit als Verleiter des rumänischen Bauern zur Trunksucht und als