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Der Israelit · 1902-03-20 · Heft 23 (20.3.1902) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 23 (20.3.1902)
Date
1902-03-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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SIS begingen übrigens auch die Chinesen und Buddhisten feierlich. Und kann man unfern Sabbat, den Gott gesegnet, den die Propheten den Tag der- Wonne nxpH w nennen, diesen Unglückstagen auch nur gegenüberstellen? Ueberhaupt waren ja alle diese Vorschriften nur für den König und höchstens auch dem. Arzt, gegeben — von einer Volks feier, einer Feier der Familie, des Sklaven, der Thiere, ist nie die Rede. In Babylon war für alle diese Tage keine Beschränkung des Geschäftes oder Gewerbes vorgeschrieben. Im Gegentheil geht aus alten Handelsbüchern deutlich hervor, daß, außer am 19., an den oben bezeichnten Tagen fast mehr Geschäfte abgeschlossen wurden, als sonst. In Israel aber spielt die Siebenzahl eine wichtige Rolle: liegt sie doch sogar dem hehren Worte, das unfern Eid bezeichnet, zu Grunde! Wir trauern sieben Tage; das junge Thier bleibt sieben Tage bei der Mutter; 'der Sklave 7 Jahre bei seinem Herrn; die Priesterweihe dauert sieben Tage! Und da sollte unser nach sieben Tagen wiederkehrender Sabbat nach ftemdem Muster gebildet sein? Man sieht, wie haltlos diese Hypothese ist. Zum zweiten soll unser heiliger Gottesname, der to b» fremden Ursprungs sein!! Dieser Name, der die Ewigkeit, die Unvergänglichkeit, die -Quelle aller Religion bedeutet! Kennt ein anderes Volk einen solchen Gottesnamen, einen-Namen, der 13 Eigenschaften in sich birgt? Wie könnte dieser Name aus anderen Götternamen entstanden sein, da doch alle anderen Völker jener Zeit — wie Hosea sagt — „so viel Städte, .so viel Götter" hatten. Wenn in einigen Namenzusammensetzungen, wie z. B. wniv zufällig das hebr. enthalten ist, so ist dasselbe eben nur entlehnt. Wie ist es denkbar, daß der Name aus einer Quelle stammen könnte, in der jeder Begriff des Monotheismus fthlt. Singt doch auch Deborah in ihrem herrlichen Siegeslied, das als authentisch allgemein anerkannt wird: Singen will ich dem.«n, dem Gotte Israels! Demselben Gotte, der sich am Sinai offenbarte! Warum hebt Deborah dies besonders hervor? Nun, weil sie hier den Gott Israels in Gegensatz stellen will zu den kanaanittschen Vielgöttern. Deutlich bestätigt Deborah hier die Offenbarung Gottes ünd seiner Lehre am Sinai. Deutlich wird auch gar oft in unserer nun vor den heidnischen GreuelthateN anderer Völker gewarnt. Sollte eine Isabel, eine phönizische Königstochter, also kanaanäischer Abstammung, wohl sämmtliche Priester 'n 's getödtet haben, wenn sie für diesen selben ',i irgendwelche Verehrung empfunden hätte? So . Mt auch die Hypothese von der Entlehnung des Gottesnamens und Gottesbegriffs in sich zusam- . men. — . Drittens wollen die Affyriologen auch unsere Geschichte der Weltschöpfung als entlehnt hinstellen. Doch bedenken sie nicht, daß nach der altbabylonischen Tradition bei der Erschaffung der Welt erst die Götter aus - der Urmaterie geschaffen wurden, dann die Menschen^ und schließlich die leblosen Geschöpfe., Betrachten äri^/ dagegen unsere hohe Auffassung der'Erschaffung; Welt:. Zuerst war Gott, dann. Sein -Licht und^ dann entstehen in aufsteigender. Reihenfolge G ö t t e s Geschöpfe, schließlich der Mensch in S ei n e m.Eben-> v bilde. Und in sechs Tagen entstand diese Welt -- dazu, braucht der allmächtige Gott keine längere Zeit./ . Entbrennt nach babylonischer Auffassung während der . Schöpfung ein Kampf des Chaos mit den Göttern, so, schwebt in unserer Darstellung der Weltentstehüng der-' /! „Geist Gottes über dem Wasser." Im Cenfrum der, babylonischen Weltschöpfung steht der Polytheismus/, in der Bibel beherrscht ein Gott das All. Sollte., wirklich die letztere reine Lehre aus dem. dynklen Schlamme geschöpft sein?! ,.;.T- Von einem Paradies ist in der ganzen baby-. / lonischen Litteratur nichts zu. finden.. Die Mißdeu- / tung eines alten Bildes soll hier den Forschern helfem. Schlagend widerlegte der Redner diese Annahme, von der Kenntniß eines „Paradieses", bei den alten Ba* byloniern. Als letzten Punkt behandelte er die Sündflüth. Es ist nicht zu leugnen, daß von einer solchen auch inanderen alten Schriften erzählt wird. Aber muß eine solche U e b e r e i n st i m m u n g nicht; vielmehr eine > Beftäti gun g, als eine Abhängigkeit der einen Erzählung von der änderen bedeuten? War doch daS Grundereigniß, das den Stoff zu der Geschichte bildete, / das gleiche! Warum sollten nicht auch die Babylonier Kenntniß davon gehabt haben? — Im klebrigen ist das Alter des von den Assyriologen herangezogenen Berichts nicht festgestellt. Thatsache ist es, daß derselbe in ne u - assyrischer Schrift abgefaßt ist, also sicher viel jünger ist, als unsere Bibel. Können darum di«,/ Affyrer die Erzählung von der Sündflu.th nicht von den Israeliten haben? — Ferner finden wir die Bezeichnung der Fluth als V>=o in.keiner änderen Quelle -h wieder. So zeigte der Redner, wie unserer Bibel eine - ganz und gar selbstständige Ueberlieferung zu Grunde liegt. Schade nur, daß von-den großen Affyriologen / diese Urkunden Israels total unbeachtet bleiben, trotzdem sie sicher besser und zuverlässiger sind,. als alle Ziegelsteine, in die man Hineinlesen will, was nicht, darin steht. Mit einer ernsten Mahnung, nicht hinwegzusehen über Angriffe auf Juden und Judenthum und wahre' Waffenträger Gottes zu sein, schloß Herr Professor Barth. seine überzeugenden Ausführungen. Reicher ' Beifall aus der dichtgedrängten Zuhörerschaar belohnte ■/' ihn. Wer auch nur mit dem leisesten Zweifel den Saas. / betreten hatte^ mußte ihn verlassen , mit. dem... großer; Ausspruch MaimöntdeS:'. xn un'n mw .anan mim tor-.jnh»-a»ib jÜHoSü.? n? i»i nach nm ' J. B. L. ' ■

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