Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 22 (17.3.1902)
- Date
- 1902-03-17
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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die Sympathien all' jener Bewohner der Landeshauptstadt, welche Gelegenheit haben, die trefflichen Eigenschaften dieses Jubelpaares kennen zu lernen. Möge eS diesem noch lange vergönnt sein, in ungetrübter Gesundheit-rüstig schaffend zu wirken. > Personalien. Pirmasens, 12. Marz. Nach kurzem Krankenlager starb im Alter von 66 Jahren Frau Caroline Drechsler, die Frau unseres Vorstehers Jakob Drechsler. Dieselbe war 20 Jahre Vorsteherin unseres FrauenvtlreinS, streng religiös und in allen Kreisen hoch angesehen. Hechingen, 14. März. Nach dreißigjähriger Wirksamkeit als Vorsteherin und Kaffirerin des hiesigen Frauenvereins legte Frau Jejte Rosenthal ihr Amt nieder. Als Zeichen des Dankes würde sie zum Ehrenmitglied ernannt. Frau Rosenthal war stets unermüdlich thätig, in Werken von ivn nbDr die sie den Armen, Kranken, Tobten und Trauernden erwies. Möge ihr edles Thun Nachahmung finden und ihr ein schönes Alter beschieden sein. eu illiiati* Nach vierhundert Jahren. „Allerdings beachte ich dieses Verbot, wenn ich auch mit meiner beschränkten, menschlichen Vernunft den Grund, der den göttlichen Gesetzgeber zu demselben veranlaßt hat, nicht zu erkennen vermag. Aber ich halte es durchaus nicht für ausgeschlossen, daß wir früher oder später je nach dem diesbezüglichen Fortschritte der Wissenschaft, wenigstens mit einer gewissen Berechtigung von Wahrscheinlichkeit auch den Grund dieses Verbotes werden angeben können. Denn eine unanzweifelbare Thatsache ist es, je mehr die Wissenschaft fortschreitet, desto mehr wird auch in nichijüdischen Kreisen der hohe, ethische hygienische Werth unserer religionsgesetzlichen Vorschriften erkannt und auch in vielen Kreisen bereits anerkannt. Betrachten wir nur die Vorschriften über die Tödtung unserer zum Genüsse bestimmten Schlachtthiere. In früheren'Zeiten hat die nichtjüdische Welt sich begnügt, über unsere.Schlachtmethode zu lachen und zu spotten. Das hat uns wenig geniers-. an.Hohn und- Spott waren totegctoo^rnt. ~^tiber jcbo^^,;^a haben unsere Feipde eiü TügendmäNtUchen umgehängt, da sind.sie sentimental geworden,':Sachwalter des .lieben Viehes. Da haben sie die jüdische Schächtmethode für Thierquälerei erklärt und von den Staaten verlangt, daß .: uns Juden das Schächten verboten werde. Zwei kleine Staaten sind ihnen auf den Leim gegangen, nämlich. , die Schweiz und Sachsen. Alle übrigen haben sie aU: gewiesen. Denn wir Juden haben von den größten Koryphäen der diesbezüglichen Wissenschaft Gutachten vorgelegt, daß das Schächten nicht nur keine Thierquälerei ist, sondern die sanfteste, leichteste, am wenigsten Schmerz bereitende Todesart, und daß daher das Fleisch der geschächteten Thiere. die ohne vorhergegangenen großen Qualen verschieden sind, dem menschlichen Körper am zuträglichsten ist. Gegen zweihundert derartige Gutachten der größten jetzt lebenden Autoritäten haben die Juden dem deutschen Reichstag vorgelegt. Und die Folge war eine Verordnung, daß das deutsche Heer nur mit geschächtetem Fleische verköstigt werden sollte und daß ein Staat jede andere Tödtungsart verboten hat." r „Das ist in Wirklichkeit interessant. Und seit wie lange wird diese Tödtungsart bei den Israeliten geübt?"'- „Seit der Gesetzgebung am. Sinai, d. i. seit ungefähr viereinhalbtausend Jahre." Jsabella schlug staunend die Hände ineinander. „Seit viereinhalbtausend Jahre! Und erst heute erkennen es die Männer.der Wissenschaft, daß diese Tödtungsart die humanste und zweckmäßigste ist! Dann, ja dalw —" - '■ r. „Und die sog. Fleischbeschau, die bei uns Juden gleichfalls seit der Gesetzgebung am Sinai geübt wird, und zwar in der Weise, daß die Lunge eines jeden geschachteten Thieres sorgfältigst untersucht wird,, bevor das Thier zum Genüsse erlaubt ist, diese Thierschau beschränkt sich noch heute bei den anderen Völkern auf die lebenden Thiere. Der Vorzug unserer Methode liegt auf der Hand und ich zweifle nicht, daß sie im Laufe der Zeit allgemein werden wird. Ebenso ist doch auch bereits allgemein als Nothwendigkeit anerkannt worden, daß der menschliche Organismus jeden siebenten Tag der Ruhe bedarf. Uns Juden aber war von jeher der siebente Tag als Ruhetag geboten. Sie sehen, je mehr die Wissenschaft fortschreitet, desto mehr erkennt sie. die Weisheit, die den jüdischen Gesetzesvorschriften zu Grunde liegt. So ist auch erst in neuester Zeit die, Schädlichkeit des Genusses gar vieler uns verbotener Thiere erkannt worden. Zum Beispiel jener Fische, denen die Zeichen der Reinheit fehlen; sie leben mehr im Schlamm, der Genuß ihres Fleisches ist daher dem menschlichen Organismus nicht zuträglich. -^-- 'Gegen die Trichinose ist der gesetzestreue Jude auch gefeite". Er ward unterbrochen, am Telephon lautete der Arzt wurde zu.einem'SchMrrranrMMufen: sprach das Tischgebet und enisnnte sich'.Äends^'- Mch * ... »Äch wie Schade,' daß der Püp'a .fort müßte," klagte Selma, „es war heute so schön, weil Fraulein