Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 21 (13.3.1902)
- Date
- 1902-03-13
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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p 5" •if;jf ' i:! i i k . -! , i;!! ,; i; .|;ii ■liji ’r'i : i i i ,i,! j '• i'IIÜ lirH! ■ml \ ■mI! I! i h 1' M;i;l! i ,!U!; 4i n ■'! I l--.r &r' W W m 47t s e u III e t 4 tu Nach vierhundert Jahren. 44] Von Friedrich Rott. Jsabella suchte mit aller Macht die' sich wieder ihrer bemächtigende Befangenheit .zurückzudrängen; deßhalb zwang sie sich dem ihr gegenüber sitzenden Hausherrn in's Gesicht zu sehen. „Viktor behauptet, wenn* die. Menschen nach den Gesetzen des Talmud leben würden, dann würde es überhaupt keine Krankheit geben. Sind Sie auch dieser Ansicht," Herr Doktor?" ..Behaupten könnte ich das gerade nicht, aber vermuthen würde ich allerdings, daß es dann bedeutend weniger Kranke geben würde." „Aber Papa," fiel Viktor, ein, „warum kannst Du denn das nicht behaupten? Es gibt doch so viele Vorschriften im Talmud, die uns lehren, wie wir uns vor Krankheiten schützen sollen, wenn wir die immer beobachten würden, würden wir doch nie krank werden." „Daß wir dann nie krank werden könnten ist nicht gesagt, z. B. bei Epidemien, wo der Krankheitsstoff in der Luft liegt, oder bei ansteckenden Krankheiten." „Bei Epidemien! — Ich. glaube, es ist doch statistisch nachgewiesen, daß die Juden von den meisten . Epidemien weit weniger zu leiden hatten, als die anderen Völker-^- „Daß sie von manchen Epidemien weniger zu leiden hatten, das ist allerdings nachgewiesen, daß sie davon vollständig verschont geblieben sind, jedoch nicht — Du wirst zugeben, daß ich nun meine Vermuthung ’ aufrecht halten kann. Und was die ansteckenden Krank- . heilen betrifft —" „Aber Papa, ich habe von Dir selbst gehört, daß, wenn wir alle vom Talmud empfohlenen Vorsichtsmaßregeln beobachten würden, auch die Gefahr der Ansteckung weit geringer würde —" ' „Die Gefahr der Ansteckung würde geringer werden. ganz gewiß, aber vollständig erlöschen würde die Gefahr doch nicht." ' „Etsch, etsch!" lachte das kleine Mädchen, das sich . bei der Wendung, die die Unterhaltung angenommen hatte, zu langweilen begann, „Viktor hat Unrecht. . gestern hat er auch Unrecht gehabt, da hat sein'Lehrer zu / ihm gesagt:. „Wirf die Katze/ wie Du willst, immer - fällt sieauf die Füße." - 7 £ ' «r.y4 rlr Von neuem lachte ine Kleine, herzlich,! der /stolze //Knabe/tedoch erröthete.. /Wenn - manauch zuweilen etwas sagt,was. nicht ganz;i ft#7- Jo;l|l. b.q5 ->0^ '"f noch lein mw^f:trrrmPi l O;<i„ nicht," stimmte.der Vater zu,.-;2s:ist mir -^^Gegenthril inmier erwünscht7M^ören?Mc.'DU''e!Uk Sache auffassest, selbst wenn Deine Auffassung nicht richtig ist, so gibst Du mir doch dadurch § AelegenheitW dieselbe zu berichtigen. Ich wollte Dich über sschon neu- 7 / lich aufmerksam machen, daß wir'MWäMHW^g»-^'' nehmen dürfen, der Hauptzweck unserer GeboteDHu-^ - nächst die Speischesetze, 'tyLre^-dle ^GesunL^i^ unsÄeS Körpers Diese -ist,, nur/ tte/^nächsteMMAttMoeck derselben ist jedoch in der Bibel gesprochen. Die Speisegesetze/sind uns gegeben/damit wir durch sie unfern.. Körper^,-' hie'-Hüstä^K^dtÜchen Geistes der in uns wohnt, rein er^lten^/'Wir/dürfen? daher dieser Hülle.unserer Seele nicht Kräfte zuführen, / die dem Thierischen in uns das Uebergewicht verleiden / könnten, die uns weniger geeignet machen' jVnnfM-'.der-"./ uns von Gott gewordenen Bestimmung-zü^.nffp^chf"< „Es heißt, ja auch, nur in einem gesünden' Korper / wohnt ein gesunder Geist."/’ •/ >*. / /.*///•?’. E/ :: y/ „Das ist ein lateinisches Sprichwort ünd^M-nur theilweise Berechtigung. Allerdings// legt;^auch/// der// Talmud sehr hohen Werth auf die Gesundheitdes / Körpers, denn zweifellos Wird es uns/ineinemgessin-/ den Körper leichter, -/'unserer OepmMnA'WreUl.'zu werden, als in einem kranken,, oder auch.nur kränklichen Körper. Aber zu behaupten, daß' n.u r/in/einetngesunden Körper ein gesunder Geist/w'ohn.en^/ck8nnK^ist^- ebenso lächerlich, als wenn man behaupten'wollte/in E. jedem gesunden Körper könne nureingesunder-Geist wohnen." / //^'.^/'/ ./ "/ / / „Das ist wahr.davonkann. sich. wyhlvJeder/taglich überzeugen. Aber wenn es auch scheint,/ daß 'Pik-./ tor mit seiner Behauptung zu weit gegangen ist. so vermuthe ich doch, Herr Doktor, daß Sie iM Wesentlichen mit. ihm übereinstimmen und die Ernährung hes Kor- / Vers nach den Vorschriften der israelitischen/Religion für die der Gesundheit am zuträglichsten' halten^. /' „Darüber kann kein. Zweifel obwalten.' /Ich^habe / meinen Knaben nur gewarnt, eine Folgemiß dem Zweck zu verwechseln." " -' „Ich glaube Ihre diesbezügliche HaMng/zu/ 5er- / stehen. Sie wollen nicht, daß/'Nr/.GÄEbte.,Bor--7 schriften Ihrer Religion im Hinblick aus. einen dahürch/ zu erzielenden Vortheil halte, dadurch//würde.//her / ethische Werth seines Thüns oder Lassens 'geschmälert/" / „Sehr wahr, mein Fräulein! Mein/Söhn soll die,/ Gebote üben und die GesetzeöschraNken/.achten/-.Weil/es/ Gottes Gebote und ^von/Gött:stesedte^SHtanteD^n^--- gleichviel/ob er/den^Grup.d derselbeWM),?ode.!c?ahnt oder nicht." \ >■ „Entschuldraen' Sie: meine.?^rrmk;^Hetr/-Di>ktor, - -.aber'die Sache.-sntereffirtjmichLjMWtzMVkh Wirk- / lichkeit, daß Me/die/gMqhl.igen-ÄoLschMen-'AhxerLke-' "kgiön, 'L'eren'ÄtziHe»:M<M/lch Eehe, Last sie vluckMoch ei!len.ajtdttKMerth ÄbeM In ' Wetreff . der^Speisegesetze ist miruHhre. Änstch^beEts, /bekannt/' aber zum Beispiel,/m der/doMen. Woche 'traf ich Ihre. Frau Mutter damit beschäftigt, einen Rock von!