Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 21 (13.3.1902)
- Date
- 1902-03-13
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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468 v einen Mann kennen zu lernen,- den gekannt zu haben mir ein Balsam ist auf die Wunde, welche sein allex- . dings nicht ganz unerwartet eingetretener Tod gerissen.? Sagte er selber auch oftmals, der "Mensch stürbe schon mit der Geburt, so kann man dieses Wort wohl auf so - Viele, nicht aber auf ihn in Anwendung bringen; denn ' .trotz unsagbarer Leiden, denen er jahraus, jahrein ausgesetzt gewesen, die ihm die höchste Lebensfreude rauben - mußten, ihn erhoben seine Seelenstarke und sein unerschüttertes Gottvertrauen weit über das Niveau; fo vieler hinaus. - .; Was für ein Mann! Lebte nicht' gerade er ein Leben, das allen Schein des Unwahren und Unechten . so weit hinter sich ließ? Wie hätte sich dieser Mann noch in ungleich höherem Maße für seine Glaubensge- *; nossen bethätigen. können, wäre nicht' das lähmende Malariaübel, das nach und nach andere Krankheiten. nach sich zog, ein energisch dagegenwirkender Faktor gewesen. Doch er that es ja so reichlich! Wer hätte je einen Armen, wetz Glaubens er auch war, leer aus seinen Thüren gehen sehen! Mt ihm starb der armen Jnd-nheit ein Gönner und Wohlthäter, der seines Gleichen sucht. v Mit ausnehmender Klugheit und Chochmoh ver- - band er eine tiefwurzelnde Frömmigkeit. Begegnete er - schon Fremden stets mit bei ihM. dem so Geplagten, bewundernswerther Liebenswürdigkeit, kannte er für Jeden seiner Umgebung nie ein böses Wort,, so war. die . Liebe für die Seinen eine aufopfernde. Es war gleichsam, als wandle ein ewiges Licht in ihrer Mitte, dessen milde Strahlen auf eines Jeden Seele nur einen wohlthüenden Einfluß ausüben mußten. Ihm, der bis an sein Lebensende eine in jedem Punkte gleiche Großartigkeit des Wesens zeigte, wie man sie'an großen Männern bewundert, ihm'sei im Herzen eines Jeden, der ihn zu kennen, das Glück hatte, ein ehrenvolles r Denkmal Lewahrt! pns isr. ■ Hamburg, 11. März. In den oberen Festräumen des Beth hamidrasch der vereinigten Alten und Neuen Klaus veranstaltete die Chebra Kadischa des Langenfclbc O'lr; n'3 am Sonntag, 2. Adar Rosch Chodesch eine Vereinsmahlzeit Chebra Seudo, an welcher über siebenzig Mitglieder theilnahmen. Als. Ehrenmitglieder waren erschienen Sr. Ehrw. der Oberrabbiner, Dr. S. P. N a t h a n und die ■ Klausrabbiner Jos. Kohn und Dr: S. B a m - . berg er ^welche auch in dieser Reihenfolge/ nachdem -der Präses der.Chebra, Herr M. I. Meyer, die ' -^' Tafelrunde mit einer schönen und längeren Ansvrache . .. eröffnet - hatte, die Tischpausen mit geistreichen Reden ".s /und/Hyri -^21 rusfiillten;. es waren geistige Genüsse. mit denen die culinarischen wetteiferten, so daß Herz. '] Geist! und Memen vollkommen ^Befriedigung! fanden. 7 'Daßsauch einzelne begabte Mitglieder später zum Wort; gelangten und jeder von ihnen in seiner Weise seinen Gedanken zur Sache in Prosa und Reim Ausdruck verlieh, mag hier dankend hervorgehoben" werden. Ich nenne hier die Herren Jakob Iaffe,Bachrach. M. Strauß, W. B. L e v y Und M. Iakobsen. Es war nur eine Stimme des Lobes über das Gesammtarrangement, um welches sich das Festkomitee, bestehend aus den Herren W. B. Levy, Markus Möller. Israel Meyer und H. Bachrach, sehr verdient gemacht hatten. Erst spät in der Nacht trennte man sich mit dem Wunsche, nur stets in Freuden beieinander zu sein. H. B. Hamburg. 11. März. Auf . einer Besuchsreise starb in London am 6. d. Mts. der in New-Pork wohnhaft gewesene Herr Leonard L e w i s o h n. Derselbe war geborener Hamburger, voU'wo aus er vor ca. 30 Jahren nach New-Iork übersiedelte/ nachdem das Stammhaus S. Lewisohn jr. daselbst eine Niederlassung begründet hatte. Durch Energie und Gluck gelang es ihm im Verein mit seinen Brüdern diese Filiale zu einem Welthause zu erheben, das namentlich den Kupfermarkt beherrschte. Den Verstorbenen speziell nannte man in der Handelswelt den „Kupferkönig". Er; war ein hochherziger Wohlthäter New-Iorker und Hamburger Institute und religiöse Stiftungen wurden wiederholt von ihm mit Summen bedacht, worüber wir zuweilen schon berichtet hatten. In seinen besten Jahren ist er einer Lungenentzündung erlegen. Sein Hinscheiden ist mit Schrecken, überall vernommen worden und ruft tiefe Trauer auch außerhalb der zunächst betroffenen Familie hervor. Die Verwaltung der „Alten und Neuen Klaus", die sich des Dahingeschiedenen besonderen Wohlwollens zu erfreuen gehabt, hat den trauernden Hinterbliebenen in New-Dork und London tiefempfundene Beileidsschreiben zugesandt. , , H.B. Breslau, 9. März. Vorigen Sonntag hielt der Verein „Machsike Thora" in den Räumen des Hotel Union seine ordentliche Generalversammlung ab. Dieselbe war recht zahlreicht besucht, und gab der Bericht über das verflossene Arbeitsjahr Zeugniß davon, daß der Verein wieder recht erfreuliche Resultate erzielt hat. Aus kleinen Anfängen hervorgegangen, zählt Machsike Thora nunmehr über IM Mitglieder. Es ist dies für eine derartige Vereinigung schon eine ganz stattliche Zahl. In Folge dessen ist aber auch möglich, jeden Samstag regelmäßig Vorträge zu veranstalten. Bisher lehrte Herr Rabbiner Dr. Zuckermandel Chaje Odom (vierzehntägig), während Herr E. P i n c z o w e r alle Woche Chumesch mit Raschi erläuterte. An Stelle des Herrn Dr. Zuckermandel, der in Folge anderweitiger übermäßiger Beschäftigung seine Vortrage einstellen mußte, ist es dem Vorstande ge- - lungen, in Herrn Rabbiner Dr. Den tfch einen vorzüglichen Ersatz zu gewinnen. Herr Dr. Deutsch, der über ein lautes, angenehmes Organ verfugt, hat die