Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1902-03-13 · Heft 21 (13.3.1902) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 21 (13.3.1902)
Date
1902-03-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2446951-2449795-2449816--55523-2518171
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

die Niederlage unserer Feinde uns freuen, doch über die Hülfe Gottes, mit der wir auf so wunderbare j Weise vom sicheren Tode und der Vernichtung errettet ' wurden. Doch der Glaube, daß die Hülfe Gottes nicht auf natürlichem Wege uns geworden, wie so Viele zu glauben scheinen, konnte nur zu dieser Zeit durch denstattgefundenen Kämpf und Sieg einer schwachen Minderheit gegen einen zahlreichen, waffengellbten Feind, erweckt werden. Dies der Grund, daß wir in unserem Segensspruche nach Verlesung der Megilla zuerst wso'.uk jnsan bun Gott, der unsere Feinde und Bedränger vergeltet und bestraft, und erst dann Wen den Gott, unserem Helfer und Erretter, der seinen Beistand uns in unserer größten Noth, in den Zeiten der Haman und Ächaschwerosch, gewährt, und auch in der Gegenwart und Zukunft zu Theil werden lasten wird, lobpreisen. . 7.-o Durch diesen Gedankengang gelangen wir zur Erklärung der Eingangs zitirten Talmudstelle im Tr. Megilla . und zur Lösung der oben aufgeworfenen Fragen. Der Grund hierfür, daß Esther das Purimwunder ihrer eigenen Person zugeschrieben haben wollte, war kein falscher Ehrgeiz, der ihrem bescheidenen Wesen gänzlich ferne lag, sondern die Befestigung des Glaubens an'Gottes wunderbares Walten, indem Er das damalige Israel auf übernatürliche Weise über seine Feinde siegen ließ. Gerade Esthers bescheidene, nach dem Ausspruche Rabbi Josua, Sohn Korcho's, nicht einmal mit'besonderer' körperlichen Schönheit 'begabte Persönlichkeit, war geeignet, den Glauben zu befestigen. nen bv aw n*vn wpipi' ■wdk tok p'2'i iratfle. So heißt es im Tr. Megillah, Bl. 13, Rabbi Josua Sohn Korcho's lehrte: Esther war von grünlicher Gesichtsfarbe, doch ein Faden voll Anmuth durchzog ihr ganzes Wesen. — Und doch bezauberte sie durch Gottes Fügung Ächaschwerosch. Daher wollte sie, daß das emo dj mit ihrem Namen verknüpfi werde, um den Gedanken an eine „natürliche Rettung ihrer Glaubensbrüder für immer auszumerzen," und „den Glauben an die göttliche Hilfe und Errettung der Juden auf dem Wege, der Wunder zu begründen," daS Vertrauen auf den Gott Israels auch bei „den kommenden Genenrationen" in der Zeit des Goluth zu erwecken und zu k r ä f t i g e n. Dazu war nur Esther befähigt und prLdestinirt. Den Einwand der Chachomim, daß sie durch die Verewigung ihrer Person und der daran geknüpften Errettung Israels, den Neid und. den Haß der Völker erregen könnte, widerlegte..sie treff-., lich mit den Worten: vim r»; 'vbob ’jx daß ihr Namerbereits in der Chronik der Könige, von Medien' und Posten verzeichnet sei. . Wenn diese- .die es" selbst betroffen^ keinen. Anstand, ,daran.,genommen, so wird die Verewigung ihrer Person und der. damit ver-' bundenek^sbunderbaren':^ Errettung ^ihrer Mäubens-' . genossen in späterer Zeit gewiß mcht^ die^Votter zu' Feindseligkeiten gegen -die Juden erregen, da ihre Ab-7 ' sicht, mit der Aufzeichnung dieser Wunderthaten GotteS nur den Zweck verfolgte, . den. Glauben an/die. Hsilfe .Gottes iw allen. Nöthen zu befestigen.' .. So mögen denn wir, hinweisend auf die Hinigist Esther, von diesem Glauben und GöttesvertWen-WK seelt sein, da wir von zahlreichen Feinden dedrängt^'- werden, nach den Worten der Megilla: nbnn^v'v'M incs* rü rHun dwi w *öi *im 'm tea nnra rpv' vb.risn Bmrm -pro. «i.>' - „Und diese Purimtage sollen immer im Andenken erhalten und gefeiert werden und ihr Andenkey^bei ihren Nachkommen nie verschwinden." - ZeiLungsrrachrichLen und Correspottdenze«. Deutschs a Berlin, 11. März. Es scheint 'setzt'M-.-'e'tMS schärferer Wind gegen den scherzhaften Grafcn. Pückler- . Klein-Tschirne zu wehen, denn am Montag Abend ver-A fiel eine Versammlung, in der' er über .-.daS.'',rÄhemjlN sprach: „Bürger Berlins, seid auf der Hut!" .abermals der Auflösung. Der „Dreschgraf" erging sich wieder ln den tollsten Angriffen auf die Juden, das'. „Rothe.. Haus", die Reichsbank und die Börse. Er wunderte %* sich sehr, daß die Polizei immer seine Versammlungen äuflöfe Uird ändere nicht. 'Je mehr man auflose^ desto ' ' 7 größer werde der Besuch der Versammlungen, es wäre, ihm also ganz egal. Er ließe sich nicht .einschüchtern und in's Bockshorn jagen. „Aus der Reichsbanl'.'ists; ein Judentempel geworden, und das „Rotht5HcM"M,,>. auch verbummelt und besteht aus Juden, -die dort dqs große Maul haben. Die Beamten kommen mit ihrem. - kargen Gehalt nicht mehr aus und müssen bei den den pumpen. Es gibt keine Stadt in Deutschlands ich;/^ so viele Judeafreunde sind, wie in Berlin, Der Herrv. Gerlach ist ein gemeiner Kerl, der hat einen. ganz^ scheußlichen Artikel gegen mich geschrieben." Als der Herr Graf nach diesen freundlichen Bemerkungen die/-- Anwesenden aufforderte, die Juden aus. den Häusern/H rauszuschmeißen, löste Polizeileutnant Schirmer die- /, Versammlung auf, der Graf war ganz verdutzt;/ er7 -, ' hatte die Auflösung jetzt noch nicht erwartet. DaZl: Entree erhielt Niemand zurüL ' V' " ^.7' / Wrlin,:.iyt Marz,' Eine unLern'Mhrgenöm.m^.^: . .V.ers8umniß,:an'ÄÄcr, Melle eines.h^WKMoche^» Dahingegangenenzu gedenkest,! läßt' mir.letzseres - als geradezu doppelte Pflicht erscheinr^-- Wer Mat^ .hoohli»«. .eines EachWpeZ'-wurd^/'ÄiffLÜ''HeMM^''y!AME^ mehr genannt zu.werden-?, üW ' störbeNen/Zuckerfabrskanten. Ch. ^B.' M 0 iW«4 / Noch im gemäße Erholungskur suchte, hatte ich Gelegenheit,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.