Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 20 (10.3.1902)
- Date
- 1902-03-10
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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glorreiches Band dahin. Welch' segensreiche Stiftung ist mit ihnen geschaffen. Auch dem Fremden wird dai durch geholfen, daß sich einÄeth Hamidrasch am Platze befindet. Er geht dahin, wo er Tag und Nacht seine Glaubensbrüder findet, wo er im Hören und Studiren der: weifen, heiligen Gotieslehre sein ganzes Elend vergißt, seinem jammervollen Dasein entrückt wird und sich den Andern gleichgestellt achtet; denn dieser Ort kennt keine Rangunterschiede; Arm und Reich, Jung und Alt, sitzen friedlich nebeneinander. Durch die Bothe Hamidrasch wird ein Stück der sozialen Frage gelöst. Die Äugen aller Zuhörer waren an die Lippen des Vortragenden gebannt und als derselbe seinen Vortrag schloß, der über eine Stunde währte, herrschte nach einem schallenden Beifalle eine minutenlange Ruhe, die dem Eindrücke der Rede, , welche die Gemüther Aller erfüllte, gewidmet war. Hier nun sei nochmals Herrn Rabbiner. Dr. Ehrmann für seinen Vortrag, sowie dem Vorstande des Talmud Thora-Vereins für den genußreichen Abend herzlichst gedankt. 7 . . . F. Heksch. Frankreich. Paris 3. März. «Willst du genau erfahren, was sich ziemt, so frage nur bei edlen Frauen an!" Täcitus weist in seiner „Germania," der ethnographischen Bibeldes Deutschthums, auf die durchaus würdige und schöne Stellung, die die Frau bei den Germe nen einge-! nommen hat. Auch in ün Annalen der jüdischen Geschichte spielt die Frau eine bedeutende Rolle. Die jüdischen Frauen waren es, die gar oft ihren von Haß und Unduldsamkeit verfolgten Brüdern neue Hoffnungen, neue Kräfte und neuen Muth eingeflößt haben. Und auch heute, wo wir recht häufig in sehr unschöner Weise angegriffen werden, sind es nicht selten jüdische Frauen, die den ihren Brüdern hingeworfenen Fehdehandschuh aufnehmen und auf dem Kampfplatze ruhigen und gefaßten Herzens für Freiheit und Gerechtigkeit kämpfen. V ' Vor einigen Tagen habe ich einem vom Pariser Munizipalrath zu Ehren Hugo's veranstalteten Ball beigewohnt. Bei dieser Gelegenheit ist mir die große Freude und die hohe Ehrezu Theil geworden, die Bekanntschaft eines berühmten französischen Historikers zu machen. Wir haben sehr bald unser Gespräch auf. die, Rolle des jüdischen'Volkes in der Weltgeschichte, diesem heiligen Buche der. Völker, gelenkt. Als ich diesem Herrn meine Freuds darüber kundgegeben habe, daß er in dieser so delikaten Fragestreng-wissenschaftliche, und, voy chahrhast^ freiheitlichem Geiste durchtränkiZ'Änsichten 'geäußert,' erwiedxrte er.mir: „Wenn, ich'dem- JüdelÜhüme-gegerlüLÄ gerietzt bin'und' von all den Verleumdungen, mit' : denen witzige Kopfe 'das Volk der Hebraer zu verkleinern suchen, nichts wissen. will,' so habe ich es nur dem Umstand zu verdanken, daß ich das große Gluck habe, einige jüdische Damen, die einen großen Geist und ein noch höheres Herz besitzen, zu meinen Freundinnen zu zählen. Ein VM; das solche Frauen zu seinen Töchtern zahlt, verdient es reichlich, mit Liebe und Achtung behandelt zu werden." Bei diesen großartigen Worten des berühmten Gelehrten dachte ich auch an jene großen jüdischen Frauen, die ein Lessing und ein Alexander von Humboldt bewundert und geliebt haben. Und wenn ich auch stolz bin auf die großen moralischen Siege meiner Väter, noch stolzer bin ich jit diesem Augenblicke auf diesen unblutigen Sieg, den meine Schwestern davongetragen. 7/ Pi. vermischtes Langenselbold. Rach langenJ ohre« fand durch die ' Bemühung des Vorstandes D. Glauberg am »6 Februar tm Hause dieses Herrn eia Chcwra Cudoh der h efigen Eben», roh rischaunoh in solenner Weise stalt.kT'.Dre Mahlzeit gestaltete sich zu einer wahren Cudoh schel Mizwoh, während welcher der erste Vorstand Glaub erg. der zweite Vorstand I. Goldschmidt, Lehrer Ehrenreich, Süßel Strauß, Simon Kantbal und Simon Goldswmidt längere und kürzere Reden hielten. Toaste wurden auf Frau D Glan.- berg und die milwirkenden Damen, die sich um daS Fest besonders verdient gemacht, auSgebrachr. In trefflicher Weife verglich Herr Ehrenreich d'e Chewra, dir schon viele Stürme ,, zu erleiden hatte, mit einem Oelbaume. deffen Wurzcln in den verstorbenen Mitgliedern und Gründern — in der. Erde ruhen und deffen Stamm und Blätter der jetzige Bor- . stand und die Mitglieds bilden. Wünschend, daß der Stamm" recht lange erhalten bleibe und die jungen und die älteren Blätter den Stamm n:t!7 □'"WJJl HSD ny zeren mögen, schloß. der H.rr Lehrer die letzte Tischrede. MS Herr Hermann . Glauberg daS Benschen für 13.5» Mk. verstaigrrt hatte und der m?yon Tzr in FesieSstimmung verklungen war, wurde daS Tischgebet gesvroche». Die Fepgaste blieben noch lange in fröhlicher Cvmmung beisammen und verabschledrtea sich , erst in später M-tternacht mit dem schönen Bewußtseiu, ein. herrliches Fest-gefeiert zu haben. Sr« I ip « t » «. Nach vierhundert fahren. «I Bon Friedrich Ko«. , - Jsabella's Angesicht war imNu wremitPurpur Lbergossen, gleich darauf .aber war sie wieder bleich. wie^L vorher. „Wenn ich sicher wäre, daß ich nicht ftoretz"?^ „Sie Poren keineswegs, Fraulein, meine Mütter^ wird im Gegentheil sehr erfreut seim AberW/istW der Bediente schon vym.TelettaphenäM.züruck^-^mmr^ wüllen Sie'auch glerchchwse^DepeM'W zuvor konnten Sie ivöWin NänteleÜ'öder'krgM^mEtz leichten Umhang, für das gnädige Fraulem besorgen."?