Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 19 (6.3.1902)
- Date
- 1902-03-06
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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Biner hervorgingen. Rabbi Jechiel Mchel Löwy s. A. stand in freundschaftlichem Verhältniß zu dem wohl bedeutend jüngeren Rabbi Moses Soser s. A., als dieser noch in Mgttexsdorf Rabbiner gewesen, und finden sich im ersten Theile des hbo nun mehrere von Mattersdorf datirte xidtwi an Rabbi Jechiel Michel Löwy, wie z. B. ® naipn und ® rown. Noch innigere Bande der Freundschaft scheinen ihn mit Rabhj David Deutsch s. A., dem berühmten Rabbiner von Waag-Neustadl verknüpft zu haben, der ein pna® *rp^n . seines Vaters Rabbi Ascher Lemel, und Studienkollege und Jugendfreund Rabbi Jechiel Michel's gewesen. Welche Verehrung Rabbi David Deutsch seinem großen Lehrer und seinem Sohne entgegengebracht, dies ersieht man aus der Haskomo dieses bedeutenden Gaon's zu den enyps BfVnwn vn, deren Wortlaut wir theilweise hier wiedergeben. Derselbe lautet: rW’D.^aa. jm; opi? jare Bra mn «i onx nm ohioSna nwn o®ann ns nm ns /uim p® onoan rrV»!?d^ n"® nava a vn |pi pion r® ahn na >naz non "föipö ®ipo m op ma ,btx p'pn v'-n Tax pKfi ÄZ pjÄK xn'^nvi ’x*ip \b xnaAn naVn bv nm wj.rr bs o® inpxviB»xa xymnbin m pprn pap pom ^yo *]ina omnn dji inmno iw o'au v'ai aow nat® piro -pn pn/nupta'£ nas fn 'nnka 'b 120N .i'Ä xav xn'aaiv vTa Asm o'pM mixav o® An npnoo Äon den Werken Rabbi Jechiel Michael Löwy's ist leider nur eines, nämlich'das im BAwon wn also® enthaltene, unter dem Titel 0®n nm im Drucke erschienen. Doch die meisten seiner Werke harren gleich denen seines Vaters der Drucklegung. So erwähnt Rabbi Jechiel Michel in einem an seinen Sohn Rabbi Mosche Löwy s. A., Rabbiner in Zehlim, gerichteten-Briefe seine noch nicht edirten Werke, enthaltend rrAn »bmn und seine an die min *Awa seiner Zeit gerichteten maww nibw, ferner sein Werk o®nn nooin enthaltend Erklärungen zur Thora anaa rhttnon nnoa .x^ und px 'nru bs cnscm mvin. Schließlich werden darin dessen scharfsinnige talmudische Vorträge, die er an den Fest- und Feiertagen, wie seine niemand vo®nan, welche er im Vereine Gemiloth Chasodim und Vikur Cholim in Eisenstadt gehalten, erwähnt, mit der Bitte, diese seine vnrv mit denen feines Vaters, Rabbi Ascher Lemel s. A., der Reihe nach zu veröffentlichen. Rabbi Jechiel Mchel Löwy s. A. stand in großem Ansehen bei den ungemein reichen Majorats- und Gutsherrn von Eisenstadt und den nAnp sa» dem Fürsten Nicolaus Ezterhazy, dessen besonderer Gunst, er sich erfreute. Da Fürst Ezterhazy als einer der reichsten und angesehensten Magnaten Ungarns, eine einflußreiche Persönlichkeit beim Kaiser war, so gelang es Rabbi Jechiel Michel oft, durch seine Fürsprache bei dem Fürsten, so manches Unheil, so manche Ausnahmegesetze von feinen Gemeindemitgliedern und Glaubensbrüdern abzuwenden, resp. aufzuheben. Rabbi Jechiel Michel Lewy soll, wie erzählt wird, ein besonders schöner Mann von vornehmer und imposanter Erscheinung gewesen sein. Für sein freundschaftliches Verhältniß zu dem Fürsten Ezterhazy zeugt, daß der Fürst von einem berühmten Maler seiner Zeit das Portrait Rabbi Jechiel Mchel Löwy's malen ließ, welches sich früher in seiner Gemäldegalerie in seinem Schlosse zu Eisenstadt befunden, später aber mit mehreren anderen Kunstwerken in's Budapest« Museum gebracht wurde. Welch' großen Ansehens sich Rabbi Jechiel Mchel noch nach langer Zeit, nämlich 25 Jahre nach seiner Uebersiedelung von Wien nach Eisenstadt, bei seiner früheren Gemeinde und auch bei den staatlichen Behörden in Wien erfreute, dies ist aus der zu dieser Zeit vielgelesenen Zeitschrift „Bikure Hoithim* vom Jahre 6675 j. Z. zu ersehen, in welcher über eine große Feierlichkeit, welche die damaligen Juden Wen's in ihrer Synagoge zu Ehren des nach dem großen Siege der alliirten Mächte über Napoleon I. nach Wien zurückgekehrten Kaisers Franz I. abgehalten, berichtet wird, zu der auch Rabbi Jechiel Michel Löwy nach Wien berufen wurde. Der Bericht ist ein Auszug aus der Kaiserl. „Wiener Zeitung," Nr. 172, vom 21. Juni 1814, und lautet: ^Die hier wohnenden Israeliten haben am 19. dss. Mts., früh um 10 Uhr, in ihrem Bethause zum „Dempfingerhof," die glorreiche Rückkehr unseres gnädigsten Kaisers auf eine ebenso erbauliche, als musterhafte Weise gefeiert. Festlich gekleidet versammelten sie sich in ihrem herrlich erleuchteten Tempel. Eine angemessene Symphonie «öffnete die Feierlichkeit. Hierauf wurden einige Psalmen abgesungen und dann die auf diesen Festtag von dem hebräischen Zensor Herrn Herzfeld verfaßte Rede, welche durch den trefflichen Vortrag des Herrn Bernhard Pollak zum Herzen drang, abgehalten. Die Thora wurde unter Musik und Chor (komponirt von dem rühmlichst bekannten israelitischen Tonkünstler H. Moscheles) von den Gemeindeältesten in Prozession herumgetragen, des Kaisers Segen von dem ehrwürdigen Greise, H. Michael Lewy, Oberrabbiner zu Eisenstadt, gesprochen etc. Es waren mehrere hohe Herrschaften und Staatsbeamte, die diesem Gottesdienste beiwohnten und mit Rührung für das Wohl des allerhöchsten Kaiserhauses ihr Gebet mit der Gemeinde vereinigten. Der Weg zum Guten ist nur einer, redliche Herzen mußten da sich begegnen." Einige Jahre nachher, im Jahre 5679, wurde Rabbi Jechiel Mchel Löwy, nach beinahe dreißigjährigem segensreichem Wirken, zu seinen Vätern in ein besseres Jenseits abberufen. Rabbi Jechiel Michel war sehr vermögend und ließ sich neben der Synagoge in Eisenstadt ein schönes, zweistöckiges Haus erbauen, auf