Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 19 (6.3.1902)
- Date
- 1902-03-06
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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438 Sie nickte zustimmend. „Ja, ja, so wird's gehen," und die Linle noch immer gegen die Stirne gepreßt, nahm sie mit der Rechten die Feder und schrieb: „Lebe! Nur wenn Du lebst, verzeihe ich alles, zahle Deine Schulden und die Wechsel, unter denen mein Nante steht. Jsabella." „Ist es so recht. Herr Doktor?" „So habe ich's von Ihnen erwartet. Daß es gerade so recht ist, könnte ich allerdings nicht unbedingt behaupten. — Vermutlich könnten Sie die vielen Tausende weit besser verwenden." „Möglich, sogar wahrscheinlich. Aber mein Vetter trägt meinen Namen und den meines Onkels, darauf darf ich, insofern ich's hindern kann, keinen Makel kommen lassen." „Vielleicht haben Sie recht. Jedenfalls haben Sie nun nach dieser Richtung hin das Ihrige gethan und können unbesorgt sein; nach Empfang dieser Depesche, die der Bediente sogleich befördern lassen sollte, wird Herr von Rauhenstein nicht mehr daran denken, freiwillig aus dem Leben zu scheiden." „Das hoffe ich auch," erwiederte Jsabella. Ihrer Stimme merkte man keinerlei Erregtheit mehr an. aber ihr liebliches Angesicht war noch lilienbleich und hin und wieder fuhr ein nervöses Zucken durch ihre Glieder. Der Arzt schüttelte mißbilligend den Kopf. „Sie sind innerlich noch immer aufgeregt und könnten doch in Wirklichkeit ganz ruhig sein." „Ich könnte ruhig sein — nun ja freilich. — Aber ich kann nicht ruhig sein, bevor ich nicht weiß, daß das grauenvolle Vorhaben vereitelt ist." „Darüber können mindestens noch drei bis vier Stünden vergehen, .und während dieser ganzen Zeit glauben Sie nicht ruhig sein zu können?" „Ich kann nicht" flüsterte das junge Mädchen, während es abermals in allen ihren Gliedern zuckte. Doktor Müller blickte besorgt auf sie nieder. „Ich würde meine Mutter ersuchen, auf einige Stunden herunter zu kommen, denn ich weiß Sie ungern in dieser erregten Stimmung allein, Fräulein von Rauhenstein. Aber meine Mutter leidet an einer leichten katarrhalischen Indisposition, ich habe ihr heute Zimmerarrest ordinirt." „Dann darf Frau Müller gewiß nicht herunter kommen." . „Aber — vielleicht gestatten Sie, daß ich Sie hinauf zu meiner Mutter geleite —" (Fortsetzung folgt.) Für». Llllovlei. Scherzfrage. Worin gleicht mancher Prediger dem König Achaschwerosch? . Antwort: Von genanntem König heißt eS: mar -jedh oy ic» irDtra. „Hat er ein Buch beim Reden, fo kehrt ihm der Gedanke zurück." Wochenchronik. Sabbat Wajakhel. Samstag, 29. Adar. An diesem Tage 5588 (17. Marz 1798'» wurde R. Jakob Ettlinger, Rabbiner von Altona, in Karlsruhe geboren. — Der 29. Adar ist ein Gedenktag für die Juden in Fürth und Nürnberg. Erster Tag Nosch-Chodesch. Sonntag, 30. Adar. Zweiter Tag Rosch-Chodesch. Montag, i. Adar II. Dienstag, 2. Adar II. Mittwoch, 3. Adar II. Mordechai Jaffe, Rabbiner in Posen, Berf. des OT. gest. 3. Adar II 5372 (7. März 1812.) — Noach Chajinr Hirsch Berlin, Rabbiner in Altona, Verf. von. ’Sy u. a.. gest. 3. Adar II 8563 (7. März 18N2.) Donnerstag, 4. Adar II. Freitag, 6. Adar II. Der „Israelit" erscheint wSchentltch zweimal, Montags nnd Donnerstags, jebeStnal i* mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich »der vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehme» Bestellungen an. — Der Buchhandel verkehrt durch D. Slrinackrr, Leipzig, Notzplahsö. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Nonp»reillezeile oder deren Raum. Preis der Zelle im Reclametheil 75 Pfennig.'— Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 ReichS-Mark oder 16 Kronen österr.. für's Ausland iS Mark, an die Expedition franco rinsenden. Postzeitungsliste 3792. Telephon 10 5. Stellesuchende und sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende „Kleine AuSgabe deS JSraelit" vler Wochen lang gratis und franco erhalten. Wünscht man den Empfang der ..Kleinen Ausgabe" längere Zeit, so kann man sich für 25 Pfennige das Vierteljahr, indeß ausschließlich bei der Post, auf dieselbe unter Nr. 3782 a abonniren. Auf Wunsch stunden wir die Zahlung deS JnfertionSbetragS an nutzer Stelle Befindliche bis nach Erlangung einer solchen. - . Lubatt: (Hauptblattr: Das orthodoxe ^udenthum. - Zettungsnachrlchten und Cvrrespondenzen: Deutschland: Berlin. Frankfurt a.M. Aus dem Reg.-Bezirk Osnabrück. Papenburg. Ungarn: Budapest. — Feuilleton: Nach vierhundert Jahren (Fortsetzung.) — Jud. Allerlei. Inhalt der ersten Beilage: Der Zweite Deutsch.Jsraclitische Verbandstag. — Zeitungsnachrichten u. Currespondeiizen: Deutschland: Berlin. — Sprechsaal: Breslau. Inhalt »er »wetten B«ilag«: Rabbi Jcchiel Michel. Lvwy Vst ans Glogau. Rabbiner in Eisenstadt. - Zeitungsnachrichten und Correfpondenzcn: Deutschland: München. ° Pädagogische Beilage: Heber Schiurlcrrren. (Fortsetzung.) — Verantwortliche Redaction: OScar Lehmann in Mainz. — Expedition des »Israelit". Schottstraße Nr. 2. Mainz. Druck und Verlag der Ivb. Wirth'schen Hosbuchdruckerei Acticn-Gesellschaft in Mainz. Hierzu drei Beilage«.