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Der Israelit · 1902-03-03 · Heft 18 (3.3.1902) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 18 (3.3.1902)
Date
1902-03-03
Page
– (sequence 8)
Language
German
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412* Einen Moment zögerte sie, dann aber überwog ihre angeborene Herzensgute, sie bot ihm die Hand. „Lebe wohl, Alfred — und vergiß nicht, wenn ich Dir in irgend welcher Beziehung von Nutzen sein kann — Du wirst mich jederzeit bereit finden." Er erwiederte nichts, nahm auch nicht die ihm dargebotene Hand. Stramm aufgerichtet verließ er ohne weiteren Gruß, ohne auch nur noch einmal zurückzublicken, das Zimmer. Jsabella schaute ihm mitleidig nach: „armer Junge." flüsterte sie in sich hinein, „sein Leichtsinn ist furchtbar gestraft worden." - . Sie griff nach dem Buche, in dessen Lektüre er sie vorhin unterbrochen hatte, aber es war ihr unmöglich, ihre Aufmerksamkeit auf dasselbe zu richten. Doppelt angenehm war ihr daher der Besuch der kleinen Selma. die bald darauf in's Zimmer trat. Die Kleine wußte so lieblich zu plaudern, und außerdem hat Jsabella vor Kurzem begonnen, das Kind im Klavierspie! zu unterrichten. ohne Wissen ihrer Angehörigen, nur Viktor war in's Vertrauen gezogen worden, aber die Großmama und der Papa sollten überrascht werden, worauf sich die Kleine'; königlich freute und sich alle erdenkliche Mühe gab, den Anweisungen ihrer Lehrerin zu entsprechen. Auch Jsabella hatte von dem Unterricht große Freude und hoffte, derselbe werde die Erinnerung an die voraufgegangene peinliche Stunde wenigstens vorläufig verscheuchen. Sehr bald saß sie daher neben ihrer kleinen Schülerin am Flügel und überwachte die Hebungen der zierlichen Finger voll Interesse. Nahezu eine Stunde mochte in dieser Beschäftigung verstrichen sein, als Pedro mit einem geschlossenen Briefe in der Hand in das Zimmer trat. Ein Dienstmann habe ihn gebracht, ein Herr, der eben abgereist, habe ihm denselben zur Besorgung übergeben. Der Alte hatte, sich bereits entfernt, als Jsabella das Couvert entzwei riß. „Spiele nur weiter," sagte sie zu ihrer Schülerin, indem sie das Schreiben entfaltete; doch kaum hatte sie einen Blick in dasselbe geworfen, als sie einen gellenden Schrei ausstieß. „Fräulein Bella, was fehlt Ihnen?" rief das erschreckte Kind. Aber ihre sonst so freundliche Lehrerin war nicht im Stande, ihr zu antworten, wie im Fieberfrost schlugen ihre Zähne aneinander. „Ich werde die Großmama herunterrufen," rief die Sl leine und stürzte aus dem Zimmer und aus der Wohnung und war eben im Begriff, die aufwärts führende Stiege hinauf zu eilen, als ihr Vater, der eben von seinen Krankenbesuchen heimkam, ihr entgegentrat. „Papa!" schrie Selma, „komm geschwind hinein. Fräulein Bella ist krank!" Der Doktor entsprach eilends der Aufforderung des Kindes. Er traf bereits sämmtliche Hausgenossen um ihre noch immer zitternde junge Gebieterin versammelt. Kaum hatte diese jedoch den Eintretenden erkannt, - als sie sich von ihren Leuten losriß und auf ihn zustürzte. (Fortsetzung folgt.) Wschen-Ualenüer. Donnerstag, 6. Marz. 27. Adar. jBjJ 2'' Freitag. 7. März. 28. Adar. Sabbat-Anfang irr Mainz und Frankfurt a. M. 5 Uhr 45 Min. Samstag. 8. März. 29. Adar. n'.-ra z'h?~ nsn» Snp'i Sabbat-Ausgang in Mainz und Frankfurt am Main 7 Uhr 05 Min. — Berlin 6 Uhr 87 Min. — München 6 Uhr 45 Min. — Hannover 6 Uhr 53 Mim — Stuttgart 6 Uhr 56 Min. — Prag 6 Uhr 35 Min. — Straßburg 7 Uhr 00 Min. — Posen 0 Uhr 25 Min. — Stettin 6 Uhr 33 Min. Sonntag. 9. März. 30. Adar. N".'i "h Li' I Montag. 10. März. 1. Weadar. rrn *3 cv Der „38taeiti“ «scheint wöchentlich itreimal, Montag» nnd Donnerstags, jedermal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Bierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend hoher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich »der vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel verkehr! durch $. A Strinarkrr, Leipzig, Rotzplatzjö. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum. Preis der Zelle im Reclametheil 75 Pfennig. — Directe Francozusenduug unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mar! oder 16 Kronen ästerr.. sür'S Ausland 16 Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3792. Telephon IO'5. Stellesuchende und sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende „Kleine AnSgabo deS Jöraelit" vier Wochen lang gratis und franco erhallen. Wünscht man den Empfang der „Kleinen Ausgabe" längere Zeit, so kann man sich für 25 Pfennige daS Vierteljahr, indeß ausschließlich bei der Post, auf dieselbe unter Nr. 3792 a abonniren. Auf Wunsch stunden wir die Zahlung deS JnfertionSbetragS an außer Stelle Befindliche bis nach Erlangung einer solche». Jnbalt: (Hauptblatt): Der Arader Rabbiner. — Zeitungsnachrichten und Corrcspondcnzen: Deutschland: Berlin. Flieden. München. Stadtlengsseld. Oesterreich: Wien. — Feuilleton: Nach vierhundert Jahren (Fortsetzung.) Inhalt Der Beilage: Kölner Chronik. — Zeitungsnachrichten und Cvrrespondenzen: Teutlchland: Hamburg. Frankreich: Paris. Rumänien: Bukarest. — Pernuschtes. Ertra-Beilage: Spenden-Berzeichnisse. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition deS „SSracIit“, Schottstraße Nr. 2. Mainz. Druck und Verlag der Job. Wirth'schen Hosbuchdrnckcrei Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu zwei Beilage«.

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