Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 17 (27.2.1902)
- Date
- 1902-02-27
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Er hatte ihre Hand an seine heißen Lippen gedrückt. sie bemühte sich vergebens, sie ihm zu entziehen. ..Ich hatte Dich doch gebeten, bis zur Entscheidung Deiner Angelegenheit die Korrespondenz zu unterbrechen —“ „Dein Wunsch ist mir Befehl, ich habe Dir nicht geschrieben — zu kommen hattest Du mir nicht verbeten." — „Mil ich geglaubt habe, daß sich das unter den obwaltenden Umständen von selbst verbietet." „Jsabella!" schrie er auf, indem er, wie der Stütze bedürftig, nach einer Sessellehne griff. Jetzt erst gewahrte sie sein leidendes Aussehen. „Du scheinst Dich nicht ganz wohl zu fühlen." sagte sie und ihre Stimme klang um eine Nuance weniger schroff. „Setze Dich — Du hättest uns beiden diese Aufregung ersparen sollen." „Das konnte ich nicht," murmelte er, während er erschöpft in einen Sesiel sank; „Du hattest gedroht, meine Briefe uneröffnet zurückzuschicken. Wie konnte ich mich mit Dir verständigen, ohne hierher zukommen?" „Eine momentane Verständigung erschien mir überflüssig. Ich wollte dieselbe bis nach Entscheidung Deiner Angelegenheit verschieben, hatte aber hinzugefügt, wenn auch nur die Hälfte —" „Halt' ein!" rief er, indem er flehend die Hände erhob, „wiederhole nicht die entsetzlichen Worte, die mich dem Wahnsinn nahe bringen könnten." Sie blickte forschend zu ihm hinüber. „Sage mir nur das Eine," sprach sie nach längerer Pause, „hast Du an jenem verhängnißvollen Abend die Flasche gegen jenen Unglücklichen geschleudert oder nicht?" Er konnte ihren Blick nicht ertragen, in Scham erglühend sank sein Haupt auf seine Brust. „Verzeihe mir, Jsabella, verzeihe! Ich war meiner Sinne nicht mächtig — ich war betrunken —" „Betrunken?" wiederholte sie. Es lag der Ausdruck unüberwindlichen Ekels, sowohl in ihrem Angesicht, wie in dem Ton. in dem sie das Wort gesprochen. „Verzeihung! Verzeihung, Geliebte!"-- „Nicht dieses Wort!" herrschte sie ihn an, „nie wieder will ich es von Dir hören, zwischen uns ist Alles aus." — -- (Fortsetzung folgt.) Wochenchronik. Sabbat Ki-Sisso. Samstag, 22. Adar. Sonntag, 23. Adar. A. Herman Abeliz. Oberrabbiner in Sarbogard, gest. 23. Adar I (16. März 1871.) — An diesem Tage (5. März 1328) war eine Judenverfolgung in Estella. — Jsack Brilin. Rabbiner in Mannheim, gest. 23. Adar 5438 (17. März 1678) — Lazarus Jakob Rieser. Gelehrter in Hamburg, gest. 23: Adar 5588 »9. März 1828). Montag, 24. Adar. Abraham Berlin, Rabbiner in Halberstadt und Amsterdam, gest. 24. Adar 5490 (13. März 1730.) — Elieser Lipmann Silbecmann in *Lyck. Herausgeber der Zellschrist T3DH, gest. 24. Adar 5642 (15. März 1882). Dienstag, 25. Adar. Wolf Heidenheim, gelehrter Grammatiker. Herausgeber verschiedener Ritualien mit Kommentar u. a., gest. in Rödelh im 25. Adar I 5592 (26. Februar 1832.) — Salomon Wassermann, Rabbiner in Mergentheim, gest. 25. Adar I 5619 (1 März 1859). Mittwoch. 26. Adar. Jsachar Berusch EskeleS. Rabbiner von NikolSburg. gest, in Wien 26. Adar I 5513 «2. März 1753.) Jom-K ippur-Koton. Donnerstag, 27. Adar. An diesem Tage Adar I 5109 (16. Februar 1349) wurden in Straßburg 1800 Jude» verbrannt. — An diesem Tage 5572 (>1. März 18,2) wurden die Juden in Preußen emanzipirt. — Leo di Modena, vielseitiger Gelehrter, Verfasser von rV?2pn rU’TO *• a.. gest. in Venedig 27. Adar 5408 (2l. März 1648.) — Saul Nathansohn, Rabbiner in Lenrberg. Verf. von T u. a.. gest. 27. Adar I 5635 «3 /4. März 1875.) — Dr. Seligmann Bär, gelehrter Masoretiker, gest. in Biebrich 27. Adar I 5657 (l. März 1897). Freitag, 28. Adar. A. Stern, Oberrabbiner in Hamburg» gest. 28. Adar 5648 (U. März 1888). Der „Israelit" etfdjeint wöchentlich iwelmal, Montags Hnd Donnerstags, jedeSmal i» mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Ma» abonnirt ganzjährlich, halbjährlich »der vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel verkehrt durch V. Slrinackrr, Leipzig, Notzplatz)S. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Nonpareillezelle oder deren Raum. Preis der Zelle im Reclametheil 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr.. für'S Ausland 16 Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3792. Telephon 10 5. Stellesuckende und sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende „Kleine AnSgabe deS Jöraelit" vier Wochen lang gratis und franco erhalten. Wünscht man den Empfang der „Kleinen Ausgabe" längere Zeit, so kann man sich für 25 Pfennige daS Vierteljahr, indeß ausschließlich bei der Post, auf dieselbe unter Nr. 3792a abonniren. Auf Wunsch stunden wir die Zahlung deS JnfertionSbetragS au außer Stelle Befindliche bis nach Erlangung einer solchen. Inhalt: (Hauptblatt): Pater Hyacmthe über aktuelle jüdische Fragen. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Köln. Breslau. Schöi»la»«ke. Aus der Mark. Gemen. Weukheim. Sprechfaul: Breslau. Halle a. 3?.-— Feuilleton: Nach vierhundert Jahren (Fortsetzung.) Inhalt der ersten Beilage: Der neunte Deutsch-Israelitische Gemeiudctag. —' Vermischtes. Belletristisch« BtUage: Versöhnung, Blätter für jüdisch« Geschichte und Äitteratur. Verantwortliche Ncdaction: OScar Lehmann in Mainz. — Expedition des „JSraelit*. Schottstraße Nr. 2. Mainz. Druck und Verlag der Job. Wirth'schcn Hofbuchdruckerei Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu drei Beilage«.