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Der Israelit · 1902-02-24 · Heft 16 (24.2.1902) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 16 (24.2.1902)
Date
1902-02-24
Page
– (sequence 8)
Language
German
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372 Tage seiner Haft war einem hoffmmgssreudigen Glücksgefühl gewichen, als er erfahren hatte, daß er seine gegenwärtige Freiheit den Bemühungen seiner Braut verdankte. Sah er doch hierin den zuverläffigsten Beweis vertrauensvollster Zuneigung, die an dem Geliebten nimmer zweifelt, die treu zu ihm hält im Unglück, wie im Glück. Sein erster Gedanke war gewesen, zu ihr zu eilen, um ihr persönlich seinen Dank auszusprechen. Ein Rest von Schamgefühl hielt ihn zurück, er konnte ja doch nicht wiffen, ob sein Besuch ihr gegenwärtig willkommen. Und seltsam genug, noch etwas hielt ihn zurück, was er allerdings sich selbst nicht eingestehen wollte. Und dennoch, wenn er sich die großen, forschenden Augen des Judenknaben vergegenwärtigte, den sie ihm als ihren lieben, guten Freund vorgestellt hatte, dann war es ihm, als könnte der forschende Blick des Knaben bis auf den Grund seiner Seele dringen und dort alles, alles lesen-—-Nein, es war nach jeder Richtung hin gerathen, ihr vor allem schriftlich zu danken. —- In glühenden, überschwenglichen Worten schrieb er ihr einen acht Seiten langen Brief. Bor allem sprach er ihr seinen tiefempfundenen, herzinnigsten Dan! aus für den großen Beweis ihrer Liebe, die ihn selbst das schwere Unglück, das ihn getroffen, als Glück hatte erkennen gelehrt, denn ohne dieses hätte er vielleicht nie , erkannt, welch' hehren Schatz er bereits errungen. Und diesen hehren, heiligen Schatz, nämlich die Zuneigung seiner Braut, er wolle ihn ihr vergelten mit treuester Hingebung bis zu seinem letzten Athemzuge. Ihre heilige Liebe habe bereits die Feuerprobe bestanden, habe -sich treu bewährt, selbst in der Nacht des Unglücks, und mit seinem Herzblut wolle er ihr diese Treue lohnen u. f/w.. Er hielt den Brief für ein Meisterstück der Stylistik und sah voll Spannung ihrer Antwort entgegen. Er brauchte nicht lange zu warten. Postwendend kam ihre Erwiederung. Sie war kühl bis an's Herz hinan. Bor allem ersuchte sie ihn, das, was sie für ihn gethan. nicht als Beweis ihrer Zuneigung für ihn zu betrachten, nur um ihres Onkels willen habe sie es gethan. weil sie den Gedanken nicht habe ertragen können, den Sohn ihres Onkels in entehrender Haft zu. wissen. Dann bat sie. bis zur Entscheidung seiner Angelegenheit sic mit seinen Zuschriften zu verschonen. Denn wenn sich nur die Hälfte dessen, was ihn die Blätter beschuldigt hatten, als wahr Herausstellen würde, so würde sie ihr Berlöbniß als gelöst betrachten. Schließlich erklärte sie, sie werde sich'vorläufig auf keine weiteren Erörterungen einlassen und etwaige Briefe von ihm uneröffnet zuriickschicken. (Fortsetzung folgt.) - preis-Räthsel. &K9-» Bin ich vorhanden, nicht kennst Du Sowohl Sorge wie Entbehrung. Setz vor und nach mir ein Zeichen zu. Dann bin ein Bild der Verheerung. . Unter den Einsendern von richtiger Lösungen wird geloost und erhält der Gewinner „ein Werk aus unserem Berlage" nach eigener Auswahl franco zugesandt. Wochen-Kolenüer. Mittwoch, 20. 3ef»nirtr. 10. Adar. Tonncrstaa, 27. Februar. 20. 'Jlbor, 2*l££ C'“1C Freitag, 28. Februar. 21. Adar. Sabbat-Anfang in Mainz und Franksurt a. M. 5 Uhr 35 Min. Samstag. 1. März. 22. Adar, Km '3 Sabbat-Äusqang in Mainz und Frankfurt am Main 6 Uhr 5,5 Min. — Berlin 8 Uhr 28 Min. — München 8 Uhr 38Miu. — Hannover 6 Uhr 41 Min. — Stuttgart 0 Uhr 45 Min. — Prag 8 Uhr 20 Min. — Stravburg 8 Uhr -50 Min. — Posen 8 Uhr 12 Min. — Stettin 6 Uhr 20 Min. Der „Israelit" erscheint w5chentlich ivelmal, Montage and Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich »der vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Dev Buchhandel vrvkrhvk durch ®. A Strtnackrr, Leipzig, Rotzplatz )6. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Nonpareillezelle oder deren Raum. Preis der Zelle im Reclamethell 15 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 ReichS-Mark oder 16 Kronen österr.. für's Ausland iS Mark, an die Expedition franco emsenden. Postzeitungsliste 3792. Telephon 10 5. Stellesucheude und sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende „Kleine AuSgaba deS JSraelit" vier Wochen lang gratis und franco erhalten. Wünscht man den Empfang der ..Kleinen Ausgabe" längere Zeit, so kann man sich für 25 Pfennige daS Vierteljahr, indeß ausschließlich bei der Post, auf dieselbe unter Nr. 3792 a abonniren. Auf Wuusch stunde« wir die Zahlung des JnsertionSbetragS an außer Stelle Befindliche -iS nach Erlangung einer solchen. - Inhalt: (Hauptblatt): Sollen sich Luiden in Deutschland dem Handwerk, der Gärtnerei und Landw'rt ischast widme»? — Zeitungsnachrichten und CorresvondenZen.- Deutschland: Berlin. Königsberg i. Pr. Frankfurt «. M. Hanau. Würzburg. Augsburg- Holleschau. Strastburg. Ungarn: Lackcnbach. Rußland: Wilna. Afrika: Mgier. Türkei: Tibcrias. — Vermischtes. — Feuilleton: Nach vierhundert Jahren (Fortsetzung.) Inhalt der BeUage: Sollen sich Juden in Deutschland dein -vandiverk. der Gärtnerei und Landlvirrhschasr widwen? (Schlust.- — Zeitungsnachrichten und Corresvondenzen: Deutschland: Berlin. Aus Württemberg. Oesterreich: Wien. Frankreich: Paris. Rus-land: Liban- — Personalien: Pirmasens. Berantwortliche Redaction: OLcar Lehmann in Mainz. — Expedition des «Israelit", Schottstrage Nr. 2, Mainz. Druck iind Bcrlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu eine Beilage.

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