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Der Israelit · 1902-02-24 · Heft 16 (24.2.1902) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 16 (24.2.1902)
Date
1902-02-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
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370 seitens der Direktion und des Personals gepflegt worden. Die Verstorbene erreichte ein Alter von 97 Jahren. Ungarn. Lackcnbach, 16. Febr. Heute wurde hier Rabbi Jehuda Cohen Krausz, bisheriger Rabbiner in Bacs Jankovatz, einer der berühmtesten Rabbinen Ungarns mit Einstimmigkeit und einer solchen Begeisterung gewählt, wie dies vielleicht noch selten in einer Gemeinde geschehen sein dürfte. Diese Einstimmigkeit ist dem rühmlichen Vorgehen des bisherigen Rabbinatsverwesers, Rabbi M. Beer und dem taktvollen Auftreten des löbl. Gemeinde-Präsidiums zu verdanken. Rußland. Wilna, 20. . Febr. (Blondes freigespräche n.) Am 10. Februar begann Hierselbst vor einem neuen Schwurgerichte der Prozeß Blondes, der bekanntlich beschuldigt wurde, einem christlichen Dienstmädchen Blut abgezapft zu haben. Als Vorsitzender fungierte Monkowski, als Staatsanwalt Subowski, als Vertheidiger der Petersburger Advokat Murawieff und der Wilnaer Advokat Grusenberg. Es waren 65 Zeugen vorgeladen und einige Sachverständige. Die ganze Verhandlung fand bei geschloffenen Thllren statt und dauerte bis zum 15. Februar. Blondes wurde von den Geschworenen, unter denen sich kein Jude befand, einstimmig freigesprochen. Afrika. Algier, im Februar. Die Plünderungen der Banden Max Regis, deren Schauplatz Algier im Januar 1898 gewesen war. haben nunmehr auch vor den Gerichten ihren Abschluß gefunden. Die Opfer der antisemitischen Banden hatten die Gemeinden von Algier und Mustapha vor dem Civilgerichte auf Schadenersatz verklagt und erhielten in erster. Instanz auch über eine Million zugesprochen. Die beiden verurtheilten Gemeinden legten Berufung ein und nach sehr eingehenden Verhandlungen vor der Ersten Kammer des Appellhofes in Algier, in denen der Staatsanwalt die Bestätigung des llrtheils der ersten Instanz verlangte, entschied der Appellhof in diesem Sinne. Das Urtheil des Appellhoses brandmarkt in seinen Motiven die Thätigkeit der Regis und Genoffen, die die Gemeinden Algier und Mustapha über eine Million kostet. Türkei. Tiberias, 19. Febr. Die Regierung verlangt von den Vorstehern der Israelitischen Gemeinde in Tiberias die sofortige Zahlung von 5000 Frcs. als Beitrag zu den Kosten des Straßenbaues. Es herrscht dieserhalb große Roth, sofortige Hülfe, ist dringend erwünscht. Es handelt sich um Pidion Schebujim. Es bedarf wohl nur der Bekanntgabe der vorstehenden Mittheilungen, um unsere Brüder und Schwestern zur schleunigsten Hilfeleistung zu veranlaffen. Die bekannten Gabboim des Zentral-KomiteeS in Amsterdam, ebenso wie dieses selbst und auch wir nehmen Beiträge zur Weiterbeförderung entgegen. Oermpcytes Brumath. Herr Lehrer S amuel. der früher irr Hamburg thätig war, ist von Düppigheim nach hier an Stelle deS erkrankten Lehrers Levy berufen worden. Meran, 19. Febr. Heute ist hier plötzlich der große Wohlthäier, Herr Ch. B. Mosel, plötzlich gestorben. Keitillets». Nach vierhundert fahren. Von Friedrich Rott. Frau Müller trat in den sog. kleinen Salon, in dem ste Jsabella zu empfangen pflegte, und es währte kaum eine Minute, da kam auch schon das junge Mädchen raschen Schrittes durch die andere Thüre. „Guten Morgen, liebes Fräulein! Verzeihen Sie, daß ich im Negligee —" „Liebe gnädige Frau! Wie soll, wie kann ich Ihnen danken?! Ich wäre schon zu Ihnen hinaufgekommen, aber ich fürchtete, es wäre noch zu früh, ich konnte stören." „Les beaux esprits se rencontrent — selbst auf die Gefahr hin, Sie zu stören, bin ich zu Ihnen gekommen, weil ich dachte—" „Wie soll ich Ihnen danken? — Ach, außer Ihnen habe ich ja keinen Menschen — keinen einzigen. Wenn Sie wüßten —" Die Stimme versagte ihr, jetzt gewahrte Frau Müller auch Spuren vergossener Thränen, in den sonst so klaren Augen. „Regen Sie sich nicht auf. Kind. Ich sehe. Sie haben den Artikel im heutigen Morgenblatt gelesen — ich babe es vermuthet, und dachte, es dürfte Ihnen vielleicht erwünscht sein, mit Jemanden darüber zu reden." Das junge Mädchen drückte dankend dir Hand der älteren Freundin. „Sie sind so gut — so gut —" „Haben Sie noch von anderer Seite Nachricht darüber?" Jsabella schüttelte verneinend den Kopf. Wer sollte mir darüber brichten? — Q, diese Schande! — Diese Schande!" „Sie regen sich unnütz auf, Kind, für Sie ist da keine Schande." „Nicht? — bin ich denn nicht die Millionenbraut eines — Elenden!?" „Wenn er in Wirklichkeit ein Elender ist, so —" „Herr Gott! — Sie meinen —* ..Daß Sie vor allem abwarten müssen, ob sich die Sache in Wirtlichkeit so verhält, wie die Zeitung sie berichtet —"

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