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Der Israelit · 1902-02-24 · Heft 16 (24.2.1902) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 16 (24.2.1902)
Date
1902-02-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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369 Würzburg. 20. Febr. Am 13. dss. Mts. hielt Herr Zippelin. kgl. Kreisthierarzt a. D. dahier, einen zweistündigen Vortrag in unserem Verein für jüdische Geschichte und Litteratur über: „Bilder aus dem semitischen Wirtschaftsleben des Alterthums." Aon den ersten Anfängen der Ernährung der Menschheit ausgehend, zeigte der Redner, welchen Antheil die Semiten an der Wirthschaft, bezw. der Oekouoinie und Viehzucht nahmen. Don der Jagd gingen sie zum Hirten- und Nomadenleben, von da zur Viehzucht und dem Ackerbau über. Die Israeliten nahmen an den beiden letzteren Arten hervorragenden Antheil. neigten aber auch schon im Alterthum dem Handel zu und traten vielfach mit den handeltreibenden Böllern in Verbindung. Bei der Betrachtung über die Viehzucht wurden die einzelnen Lhierarten als Nähr- oder Lastthiere eingehend behandelt und hervoraehoben, welcher derselben sich die einzelnen Volksstämme zu dem einen oder anderen Zweck vorwiegend bedienten. Dabei wurde der jüdische Aollsstamm nach seinen Gesehen und Lebensgewohnheiten mit den übrigen Semiten stets in Vergleich gebracht. Das; hierzu die Bibel als Quelle und Beweis diente, ist selbstverständlich. Eine Menge Stellen hieraus wurden von dem Redner als-Belege.zu seinen Ausführungen angeführt, und er Zeigte damit neben seiner Sach- und Fachlcnntniß auch seine Bibellunde. Vieles Schöne und Lehrreiche bot der Vortrag; aber ein wahres ctfn ttn-rp war es, wie sich der verehrte Redner zum Schluffe über die jüdische Gesetzgebung aussprach, wie diese auf das Gesammtwohl, die Erhaltung eines gesunden Mittelstandes, des /familiengutes, der Bodenlrast, aus Unterstützung der Armen, Schonung der Arbeiter und selbst des Thieres gerichtet ist. Reichen Beifall, wohlverdiente Anerkennung erntete der verehrte Redner für seine hochintereffante Darbietung, sein ideales, selbstloses Streben und sein W»hlwollen dem Vereine gegenüber. 9. Febr. n;» c’JW cnmna» *2’ D’Jctr -ffras cs*'. „Unsere Lebenszeit währt 70 Jahre, wenn es hoch kommt 80." (Psalm 90, V. 10.) Am vergangenen p'V war dem allgemein beliebten und hochgeehrten Mitglied unserer Gemeinde, Herrn Fabrikanten Oswald B i n s w a n g e r , durch Gottes Gnade das hohe Glück beschieden, in seltener körperlicher und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag feiern zu können. Äon allen Seiten wurden dem Herrn Jubilar die ehrendsten Beweise treuer Verehrung und Liebe gebracht. und wenn au dieser Stelle im besonderen des leutseligen und bescheidenen Herrn gedacht wird, so geschieht dies deßhalb, weil er die Worte seines nbx :pice rau wüh ‘n-DV2 *jnan c'caa ntoi 2212: „Andere sehen ihren Gott in Wagen, wieder andere auf Raffen; wir aber — im Namen „Gott" gedenleu wir unseres Gottes" (Psalm 20, 8. B.), — bis zur Stunde auf das genaueste und sorgfältigste erfüllt. Denn die religiöse Pflicht n’a-jn -nnnp, n'2 rc'S*! der regelmässige Besuch des Gottesdienstes, wird von dem Herrn Jubilar in geradezu musterhafter Weise bethätigt. So leuchten also in der Krone seines ausgezeichneten Charakters der tief-religiöse Sinn, die treue Gottesfurcht und edle Menschenliebe als glänzende und strahlende Perlen mächtig hervor. Mögen die zahlreichen heißen Wünsche für die Gesundheit und das weitere Wohlergehen des heute noch unermüdlichen und arbeitslustigen Herrn Jubilars durch den gütigen Weltenlenker in Erfüllung gebracht werden, auf daß ihm rw .irre rf der denkbar schönste Lebensabend beschieden ist. getreu dem Worte des Psalmisten: w vckh -jist 'n. Der Herr hütet Alle, die ihn lieben!" F. ’ Hollcschau, IG. Febr. Im Jahre 1893 hat unser ehrwürdiger Rabbiner, Herr Dr. F r e i m a n n. einen Mischnajoth-Schiur eingeführt, durch rvelchen hierorts die allgemeine Verbreitung der Thorakenntniß wesentlich gefördert wird. Alltäglich nach Schluß des Morgcngottesdienstes trägt verehrter Herr Rabbiner einen Abschnitt Mischnajoth in der Synagoge vor, wobei jede Mischna in Berücksichtigung von ri'vz eingehend behandelt wird. Innerhalb eines Zeitraumes von neun Jahren haben wir gestern zum zweiten Male einen Sium auf 7>2L>v '*nc TW gemacht. Erhebend und eindrucksvoll durch Form und Inhalt waren die n"», durch welche unser '"3 21 wie in allen seinen Vorträgen, die Zuhörer fesselte und entzückte. Wie ein glanzender Strom mit bunten, farbigen Uferbildern, gleitet feine Rede dahin, die köstlichsten Gaben aus dem Reiche der Agadah in lichtvoller, homiletischer Deutung spendend. Für Freunde eines recht sinnreichen pnöi: sei hier ein kunstvoll geschliffener, in seltsamem Feuer leuchtender Edelstein herausgegrifsen: Das erste Wort, welches Israel am Fuße des Sinai von 27122V rmn vernommen, war,2Jj$. In der twzv min wiederum heißt das erste Wort der Mischnah die ersten Worte der sity lauten -stp x2'n «fl. Die Anfangsbuchstaben dieser drei Sätze ergeben und bestätigen den Spruch ”p2i Strasrburg, 18. Febr. Er wird vielleicht nicht uninteressant sein, zu erfahren, daß unter den sechs Kandidaten, die dieses Jahr vom Rabbinerseminar in Berlin das Rabbinerdiplom erhielten, vier Elsässer sind. Diesen hat jetzt das unterelsässische Konsistorium die seit längerer Zeit unbesetzten Stellen übertragen und zwar sind ernannt die Herren Dr. Josef Bloch nach Barr, Camille V l och nach Sulz u. Wald, Mar G n g g e n h e i m nach Quatzenheim und Dr. Svlvain Lehman n nach Schirrhofen-Bischwciler. — Hier ist, wie die „Bürgerzeitg." meldet, die älteste Frau, Wwe. Lanzenberg aus Schlettstadt, gestorben. Sie war seit zehn Jahren im hiesigen isr. .Krankenhaus als Pensionärin mit liebevoller Hingabe > nuiWP

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