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Der Israelit · 1902-02-20 · Heft 15 (20.2.1902) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 15 (20.2.1902)
Date
1902-02-20
Page
– (sequence 18)
Language
German
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versetzten Menschenpflanzen zu akklimatisiren und er - inahnt sie, gar manche in London ungewohnte oder auch unschöne, aus der Heimath mitgebrachte Eigenthümlichteir, abzulegen. Gerade diese Seite der Reden ist kulturgeschichtlich von hohem Interesse. Die Sitten und Gewohnheiten des Londoner Ghetto spiegeln sich in klaren Bildern in R. Spiers Reden wieder. Der zweite Theil zeigt uns den Verfasser als bedeutenden Lamdon. Wir bewundern seinen Scharfsinn, seine umfassende Kenntniß des Talmud. Durch glückliche Einfälle werden auch viele Bibelstellen und Midraschim kurz und gut erklärt. Die Schlußerklärung des Buches und damit auch die letzte Deutung, die der Verfasser veröffentlicht, berührt das 712271 222 die doppelte Aufforderung zum Weinen in den Klageliedern des Jeremia. Wir werden zum Weinen aufgefordert, so deutet der Londoner Dajan, wegen des quantitativen und qualitativen Verlustes unseres Volkes. Beim Falle Jerusalems nämlich wurde ja nicht nur die Volkszahl Israels verringert, sondern auch die früher in den Augen der Völker so hochstehende Nation bis zur Verachtung erniedrigt. Der Prophet fordert zum Weinen auf um die vielen Gefallenen, und dann zur Trauer um die tiefe Gesunkenheit der Ueberlebenden. Zur Trauer wird deßhalb mit nasn ros und zum Trost ebenfalls zweifach mit 127:2 127:2 gerufen. Auch unsere Klage um Rabbi Spiers ist eine doppelte.' Wir weinen um den Verlust des großen Gelehrten und weinen wieder um den Dahingang eines vortrefflichen Jehudi. Trost finden wir in dem Gedanken, daß das Beispiel des so früh Dahingegangenen segensreich wirken wird, und daß seine letzte, so vortreffliche Publilation sein Andenken einer fernen Zeit noch übermitteln wird. mT)D*n "i£D* «D a s Buch über die Elemente," ein Beitrag zur jüdischen Religionsphilosophie des Mittelalters, von Jsak b. Salomon Israeli, nach dem aus dem Arabischen in Hebräisch übersetzten Texte von Abraham b. Salomon Halevi Jbn Chasdai zum ersten Male herausgegeben u. s. w., von Dr. Salomon Fried. Frankfurt a. M. I. Kau ff mann 1900. Das Werk besteht aus einem hebräischen und deutschen Theile, deren jeder ungefähr 80 Seiten zählt. Während der hebräische Theil den Text der Uebersetzung des Jbn Chasdai mit werthvollen 'Anmerkungen des Herausgebers mittheilt; bietet uns der Verfasser im deutschen Theile gründliche Studien über den Lebensgang des berühmten Arztes und Philosophen Isaak Israeli aus Aegypten, über seine litterarischen Leistungen auf den Gebieten der Philosophie und Medizin. über seinen Einfluß auf die jüdischen Religionsphilosophen. seine Anerkennung bei den späteren Gelehrten und über das iiinv'n ied selbst. Wenn wir mit manchen Behauptungen des Herausgebers und Biographen auch nicht übereinstimmen, so stehen wir nicht an. ihm unsere volle Anerkennung dafür auszudrücken, daß uns durch seine sehr fleißige Arbeit die Bedeutung Israelis für die Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie klar geworden ist. und unsere Dankbarkeit für das Geschenk, das er der wissenschaftlichen Welt durch die Veröffentlichung des werthvollen und interessanten „Buches der Elemente" gemacht hat. Die Arbeit Fried's bringt uns eine bedeutende Persönlichkeit näher und wird kein aufmerksamer Leser ohne wesentliche Bereicherung seines geschichtlichen Wissens das Buch aus der Hand legen. Saadia Al-faijnmi'a arabische Psalrncn-Nebersetzung und Cammcntar (Psalm 50—72). Nach einer Münchener und einer Berliner Handschrift herausgegeben, übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Dr. S. Baron. Berlin. M.P0ppelauer. 1900. „Mose ben Maimoni's Mischnah-Kommentar zum Traktat Megillah nebst der hebr. llebersetzung des Josef ibn Al-Fanowal." Kritische Edition mit Anmerkungen von Dr. Phil. Siegfried Behrens. Frankfurt a. M. I. K a u f f m a n'n. 1901. Saadia Gaon's Beareitung der Psalmen, sowie der arabische Mischnahtommentar des Maimonides haben ähnliches Schicksal. Trotz des großen Interesses, das beide Werke beanspruchen dürfen, liegen uns bis jetzt nur bruchstückweise Veröffentlichungen der in vielen Handschriften erhaltenen arabischen Texte vor. Wenn die Könige bauen, haben die Kärner zu thun. Hier muß es heißen, wenn die Könige nicht bauen wollen, gibt es für die Kärner Arbeit. Aeltere Gelehrte, tüchtige und geübte Kenner des Arabischen, haben sich bis jetzt noch nicht an die Herausgabe des ganzen Psalmenwerkes Saadia's gemacht, und mit Ausnahme Josef Derenbaurgs hat es auch noch Niemand unternommen, eine Textausgabe eines'ganzen Seder des Mischna kommentars des Rambam zu veranstalten. Man hat diese Arbeit größtemheils, wie nach stiller Verabredung, jungen Gelehrten überlassen, sich daran die ersten Sporen zu verdienen. Wenn diese Editionen auch zumeist, wie die beiden vorliegenden, mit vielem Fleiß und Eifer besorgt werden, so fürchten wir doch, daß die mangelnde Einheitlichkeit und die Vectheilung in viele Heftchen, manchen Gelehrten von deren Lektüre und Studium abschrecken könnte. Gerade aus diesem Grunde aber ergreifen wir die Gelegenheit, aus diese Merkchen aufmerksam zu machen, um Freunde der Saadjaischen Bibelerklärungen, sowie Talmudisten. die den. Mischnakommentar des Maimonides aus unverdorbenem Texte studiren wollen, zu veranlassen, sich diese Einzelausgaben möglichst bald nach dem Erscheinen anzuschaffen. Bei zu langem Zögern könnten die kleinen Broschüren aus dem Buchhandel ver-

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