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Der Israelit · 1902-02-20 · Heft 15 (20.2.1902) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 15 (20.2.1902)
Date
1902-02-20
Page
– (sequence 10)
Language
German
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842 messen, als den Heilstätten für Medizin und Laboratorium, da es augenscheinlich ist, daß eine sorgfältige Ernährung ebenso wichtig ist, als die medizinischen Mittel. Dies ist hier um so wichtiger, als die meisten Leute durch zu geringe Nahrungsaufnahme geschwächt sind. — Das erste Stockwerk, zu welchem man auf zwei Seiten gelangt, enthält die Zimmer der Patienten; westlich die Zimmer der Frauen, in der Mitte die der Kinder und östlich die der Männer. Die vier großen Krankenzimmer, jedes für sechs Betten berechnet, empfangen Licht und Luft von drei Seiten, und berechnet sich auf jedes Bett ein Kubikinhalt von 40 Metern. Zwischen den großen Zimmern sind verschiedene kleine mit zwei oder drei Betten. An der Südseite des Geländes befindet sich gegenüber der weiblichen Abtheilung ein großer Hof für die Frauen, und gleichfalls gegenüber der männlichen Abtheilung, ein für die Sukkah geeigneter unbedeckter Hof. Ein mit Oberlicht versehenes Zimmer an der Nordseite ist für chirurgische Zwecke ausgestattet. Außer dem Hauptgebäude sind noch zwei Nebengebäude für ansteckende Krankheiten vorhanden. Wollte man die Beschreibung der architektonischen und hygienischen Einrichtung geben, so müßte man alle die modernen Pläne verzeichnen, welche ein Hospital der Neuzeit, aufzuweisen vermag. Es genüge, daß dieses große, kostbare Hospital sich würdig an die monumentalen Bauten dieser Art in Jerusalem reiht, wo die verschiedenen religiösen Gemeinschaften in der Errichtung von Gebäuden für wohlthätige Zwecke wetteifern. Dieses Schare-Zedek- Hospital wird für immer Zeugnitz ablegen für den selbstlosen und freigebigen Wohlthätigkeitssinn des jüdischen Volkes. Das Komitee hat beschlosten, daß die Namen der fünf Gründer: Distriktsrabb. S. B. Bamberger s. A.— Würzburg, S. R. Hirsch s. A.—Frankfurt a. M., Akiba Lehren s. A.—Amsterdam, Rabbiner Dr. M. Lehmann s. A.—Mainz und Qberrabbiner Stern f. A.— Hamburg auf einer großen Gedenktafel verewigt Sohne, eine Gedenktafel errichtet werden. - Auch zu Ehren des Chiefrabbi Nathan Adler s. A. in London, soll, aus Anlaß einer Stiftung seiner Söhne, eine Gedenktafel errichtet werdn. Außerdem wird es weite Kreise interestiren, daß dem Zentralkomitee folgende größere Stiftungen zugegangen sind, wodurch für alle Zeiten durch Vermittlung der hochherzigen Spender einerseits, den armen Kranken wahrhafte Hilfe zutheil wird, andererseits das Gedächtniß dieser edlen Gönner dieses Werkes für immerdar an geheiligter Stätte in diesem einer echten Liebesthat bestimmten Gebäude verewigt wird: 1) Ein kinderloses Ehepaar Meyer Abrahams o n aus Amersfoort in Holland, das s. Z. den allerersten Fonds in Höhe von Mk. 60,000 gespendet hat und dessen Namen über dem Eingänge eines großen Zimmers angebracht wird. 2) Herr M. L. Sondheimer s. A.—Mannheim, Mk. 10,000 für ein Zimmer. 3) Herr Selig Goldschmidt s. A.—Frankfurt a. M., Frs. 10.000 für ein Freibett auf seinen Namen und 4) die Kinder und Schwiegerkinder des Herrn Selig Goldschmidt Mk. 6000 für ein Freibett auf den Namen der Frau Selig Goldschmidt. 6) Frau Phil. Ad. Horn aus Köln, die ein Zimmer in Höhe von Mk. 10,000 auf den Namen ihres Heimgegangenen Gatten gestiftet. 6s Herr Henry Car leb ach — Brüssel, der Mk. 6000 für ein Freibett stiftete. Außerdem verdankt das Zentralkomitee diesem großen Philantropen eine erste Gabe von Mk. 1000 und anläßlich der Eröffnung des Hospitals weitere Mk. 1000. 7) Die Herren Wilhelm und Max Hackenb r o ch—Frankfurt ci. M. Mk. 5000 für ein Freibett auf den Namen ihrer Eltern Lazar und Zerline Hackenbroch s. A. 8s Herr Adolf Rosenblatt s. A. aus Regensburg Mk. 6000 für ein Freiheit auf seinen und seiner Frau Namen. 9s Frau Cäcilie Zeit!! n—Leipzig Mk. 2000 für eine Gedenktafel auf den Namen ihres Heimgegangenen Gotten Herrn Salomon Zeitlin s. A. Möge das Beispiel dieser Edlen recht bald vielfache Nachahmung finden, damit das Hospital, das segensreich zu wirken berufen ist, seine Bestimmung ganz, erfüllen möchte. Möge der traurige Zustand nicht länger anhalten. daß so viele Kranke, die Einlaß begehren in dem Hospital, dessen Räume mit allen Vorzügen der modernen Hygiene ausgestattet sind, keine Aufnahme finden können, weil es an Betriebsmitteln fehlt. Möge daher Jeder nach Kräften dazu beisteuern, daß das Komitee in den Stand gesetzt werde, den Betrieb weiter ausdehnen zu können. Nähere Auskunft ertheilt der Schriftführer. Herr Dr. Israel R o o s in Frankfurt a. M., Schöne Aussicht 8. Wir erlauben uns noch, darauf aufmerksam zu machen, daß jedes der Komiteemitglieder Spenden entgegennimmt und zwar sowohl einmalige zum Fonds, als auch Jahresbeiträge. Die eingegangenen Spenden werden im „Israelit" veröffentlicht. Mit Freude ist zu konstatiren. daß Herr Emanuel Ettinghausen in Frankfurt a. M. die Wahl in's Zentralkomitee angenommen und sich bereit erklärt hat, an Stelle, des nach Berlin verzogenen Herrn Mich. Kahenstein das Amt des Kastirers zu übernehmen. Hoffentlich werden die Spenden nunmehr so reichlich fließen, daß sie es recht bald ermöglichen, den vollen Betrieb zu eröffnen.

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