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Der Israelit · 1902-02-20 · Heft 15 (20.2.1902) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 15 (20.2.1902)
Date
1902-02-20
Page
– (sequence 9)
Language
German
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43» Jahrgang. rjle Anlage zu jf&15 des „Israelit." Leitender Artikel. KmchiU Ks öüWls „Zchlililt^liKk" in Sctuinlfin. Ierufa i e in f 27. Januar. Das neue Spital wurde gestern, am 26. Januar, eröffnet. und zwar in Gegenwart von Djewad Pascha, dem Gouverneur von Jerusalem, dem städtischen Bürgermeister, dein deutschen Konsul Dr. Schmidt, dem Chacham Baschi I. S. Eljaschar, dem Oberrabbiner Salant und besten Delegierten, Rabbiner Rabinowitz. Die Gäste wurden empfangen von dem Arzte Dr. W a lach, dem Architekten Vaurath S an bei, den beiden Komiteemitgliedern Rabb. CH. Sonnenf e l d und Rabbiner CH. Eljaschar, dein Haus Verwalter Herrn Marx und dem Apotheker Herrn Eh. H a u s d o r s. Rach einer gründlichen Besichtigung wurden Gebete für den Sultan, sowie für den deutschen Kaiser von dem Chacham Baschi gesprochen und Erfrischungen gereicht. Die Feier war sehr einfach und nicht öffentlich, wegen der Abwesenheit eines Mitgliedes des Zentralkomitees, auf das man sicher gerechnet hatte. Die eigentliche Eröffnung zur Aufnahme von Kranken findet am 23. dss. Mts. statt. Gegenwärtig Zind nur 20 Betten vorhanden und, diese nur für den Gebrauch von Frauen und Kindern bestimmt. Wünschenswert!) wäre ein .Kapital, besten Ertrag hinreichtc für die laufenden Ausgaben. Da die vorhandenen Mittel für Bauzwecke benöthigt waren, so wird. die Vermehrung auf 40 Betten lediglich von dem Eingang der jährlichen Beiträge abhängen. Die freien Räume würden sich sehr für eine Augenklinik eignen. Der Mangel einer solchen ist trotz des brit. Augenspitals der Johanniterritter noch sehr fühlbar. Das Gelände des neuen Jerusalemer Hospitals, wie es oben dargestellt ist, soll fortan den Namen Shaare-Zedel tragen. Cs wurde im Jahre 1897 begonnen, nachdem vorher drei Regenwasterzisternen mit einem Kubikinhalt von 1800 Met. gebaut worden waren. Der eigentliche Beginn datirt au? das Jahr 1884 zurück, als die Herren Rabbiner S. B. Bamberger s. A.—Würzburg, S. R. Hirsch s. A.—Frankfurt a. M.. Akiba Lehren s. A.—Amsterdam und Dr. M. Lehmann s. A.—Mainz ein Komitee bildeten, mit dem Zwecke, ein großes isr. Spital in Jerusalem zu bauen und zu unterhalten. Während einiger Jahre wurden nun Gaben gesammelt, bis vor 11 Jahren die Nachfolger des ersten Komitees das Werk theilweise zur Ausführung brachten. Das Hospital-Komitee versicherte sich eines Baugrundes, errichtete auch in der Stadt eine Apotheke mit einem Arzte, erwarb die Bautonzession und ließ das Gebäude aufrichten. Obwohl die drei vorhandenen jüdischen Spitäler: „Rothschild." „Bilur Cholim" und „Misgab-Ladoch" die Zahl ihrer Betten auf 130 erhöhten, so blieb doch noch das Bedürfnis nach einem weiteren Spital vorhanden, welches noch 60 Patienten aufnehmen könnte. Der Grund davon ist, daß die klimatischen Verhältnisse hier, verbunden mit Armuth und Wassermangel, die Krankheiten begünstigen, und daß die ärztliche Hilfe bei der Behandlung der Armen in ihren Häusern, wo vor allem es an reiner Luft fehlt, nicht das bewirken kann, was in einem güten Spital zu ermöglichen ist. Das Gebäude steht etwas entfernt, von dem jüd. Viertel, aber auf der Javastraße an einem hoch und gesund gelegenen Platze, mit dem Wagen leicht erreichbar und mit einer Ausdehnung von 10,000 Ouädratmetern, sowie geschützt gegen die hier herrschende westliche Windrichtung. Die Bauarbeiten sind großentheils von jüdischen Arbeitern zu Jerusalem ausgeführt, was ein günstiges Licht auf deren Geschicklichkeit wirft. Die Mauern sind von Kalkstein bester Art hergestellt; dieselben werden von den Eingeborenen Misi Jehud, d. i. Fels der Juden, genannt, als ein Zeugnifi für die jüd. Festigkeit. Da es in. einem der Malaria ausgesetzten Klima ungesund ist, Parterre zu wohnen, so ist dieser Gebäudetheil für die Synagoge, Konsultationszimmer. Apothele, Küche etc., der obere Theil dagegen nur zu Hospitalzwecken bestimmt. Eine , andere gesundheitliche Vorsichtsmaßregel besteht in der Unterkellerung des Gebäudes und der Anwendung von Asphalt zwischen dem 'Fundament und den oberen Mauern, so daß die Feuchtigkeit nicht hindurch dringen kann. Das Spital steht mit der mächtigen Front nach Norden; an der Westseite befindet sich ein Flügel mit zwei geräumigen Wartezimmern, eines für Frauen und Kinder, ein anderes für Männer. Der vorragende Theil des sich an diesen Flügel anschließenden Gebäudes enthält das Konsultaiionszimmer des Arztes. Es erhält Licht und Luft von drei Seiten und steht mit einem kleinen Zimmer für mikroskopische Versuche in Verbindung. Die Räume der Apotheke nebst einem geräumigen Laboratorium befinden sich ebenfalls hier. Im Hauptgebäude verbindet eine große Vorhalle die prächtige Synagoge, welche eine getrennte Galerie für Frauen hat. Im Anschluß an die Synagoge sind der? schicdcne luftige Zimmernder südliche Flügel enthält die j großen Küchen. kMilch und Fleischküche sind ge< trennt.) Man hat den Küchen ebensoviel Raum zugew«iypjj. unm. uu.jwj mjom ■«MW

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