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Der Israelit · 1902-02-20 · Heft 15 (20.2.1902) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 15 (20.2.1902)
Date
1902-02-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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338 bitte ich Don Quixote um Verzeihung. Das Ergebniß der heütigen Verhandlung ist kein verlorenes. Wir sind damit wirklich zufrieden. Nicht die Gegner der Christlich-Sozialen, sondern die Christlich-Sozialen führen einen Verzweiflungskampf, der zu ihren Ungunsten entschieden wird. Es ist entsetzlich, daß es einer Partei möglich war. seit zehn Jahren in unserem Vaterlande allen Schmutz vom Boden aufzuwühlen, so daß er an die Oberfläche gekommen ist. Vielleicht Hai dem Dr. Lueger einmal als Ideal vorgeschwebt, Bürgermeister einer Stadt zu sein, von deren gesammten Bevölkerung er geliebt wird. Er weiß es heute, daß er der Bürgermeister einer Stadt ist, in der ihn gut die Hälfte haßt, wie man einen Todfeind haßt, „als das verkörperte Prinzip alles Unedlen, Gemeinen und Niedrigen in unserem Lande." Das schlimmste Zeichen unseres öffentlichen Lebens ist aber, daß, obwohl Dr. Lueger von sehr vielen Leuten so taxirt wird, wie ich ihn taxirt habe, es noch immer zu den Gepflogenheiten gehört, daß sich ehrenhafte und anständige Menschen nicht scheuen, diesem Manne die Hand zu geben. Die allgemeine Verachtung sollte sich vereinigen „gegen den Führer einer niedrigen, gemeinen und verderblichen Partei." Die Christlich-Sozialen unterbrachen den Redner fortwährend mir Beschimpfungen, aber der Redner ließ sich dadurch nicht irre machen und er wurde auf der linken Seite mit lebhaftem Beifall und wiederholt mit Heiterkeit, namentlich bei der Anrufung Don-Quixote's unterstützt' - Lueger kam dann noch einmal bei den persönlichen Bemerkungen zum Wort, aber er wußte auf Alles von Pernerstorfer Vorgebrachte nur durch Beschimpfungen zu erwiedern, für die er sich einen Ordnungsruf zuzog. Der „Herr von Wien" wird diesen Tag sicher nicht vergessen. Frankreich. Paris, 12. Febr. Ein kleiner, scheinbar unbedeutender Vorgang erregte die Aufmerksamkeit der ganzen französischen Presse. Alfred Dreyfus hat die Absicht, sich in Paris niederzulassen. Er findet eine passende Wohnung in einem Hause, das Edmund von Rothschild gehört. Da dieser Herr sich augenblicklich in Australien befindet, schließt Dreyfus den Miethsvertrag mit dem Hausverwalter ab.. Bald darauf trifft eine Depesche Edmond von Rothschild's ein, worin er sich energisch weigert, den neuen Miether in sein Haus aufzunehmen. Vergebens versucht der Chef des berühmten Bankhauses auf seinen Bruder einzuwirken. Edmond von Rothschild will unter keinen Umständen den Mann in sein Haus einziehen lassen, und Dreyfus ist gezwungen, den schon Unterzeichneten Miethsvertrag zurückzuziehen. Man kann sich leicht vorstellen, welchen Eindruck dieses Verhalten auf die ganze Presse machte. Die antisemitische Presse hat diesen Fall in der ihr eigenen Weise ausgenutzt. Sie findet diese Gelegenheit gut genug, um den „Vaterlandsverräther" noch tiefer in den Schmutz zu ziehen. Dabei wird auf die verfl. . . Rasse (In race maudite) der dieser „Berrather" anzugehören die große Ehre hat, nicht vergessen. Und auch dazu hat sich leider für diese Demagogen eine Gelegenheit geboten. Zwei Juden, deren einer sogar als „Rabbiner" bezeichnet wird, sind vom Oraner Schwurgericht zum Tode verurtheilt worden, weil sie ihren Großvater erschlagen haben, um . schneller in den Besitz ihres Erbtheils zu gelangen. Die Nachricht erscheint so ungeheuerlich, vaß man sie nur mit der größten Vorsicht entgegennehmen muß. Aber eins müssen wir schon schon jetzt betonen: So viele Juden sind auf französischen Schlachtfeldern gefallen, so viele Juden haben zur Größe Frankreichs, Französischer Wissenschaft und Litteratur beigeiragen, und man ist weit davon entfernt, das Judenthum deßwegen besser zu behandeln, denn, sagt man, Tugend und Verdienst gehören nur der Persönlichkeit selbst an. nicht aber dem ganzen Volke. Nun, das Verbrechen ist auch persönlich, und nur der Verbrecher selbst, nicht aber die Nation, der er zufällig angehört, ist für die von ihm begangenen Greuelthaten verantwortlich zu machen. Pi. (Man vergleiche hierzu die Correspondenz Mainz in heutiger Nummer!) Tprechfaat. Turin, 2. Februar. Sehr geehrter Herr Redakteur! In der jüngsten Nummer Ihres geschätzten Blattes las ich etwas über das Wort i;2px. Erlauben Sie mir, daß ich Sie bitte, folgenden Auszug aus dem Tn nax des m 'i bi i:x: zu veröffentlichen: vepti n:p ’aw?bxb abiy mts» 2712 W nP1B2 121121' 13 |2 7D' s2 1213 |2 132PK uns dp by (i -ji n p'c) iiedd pro juep apixnx vby :pHb"aiDi :w,'b3’3k dp byi janeipna 12131 nprn pK2 b"i iw"D'bx np ppxvi -jbcnp nn"iapi ai32Pxn pa 18 Kipa : 12131 ien p 132P8 an : t:dph paripjp pi nn am iy pinn cp Hip: icp by IPX jpna ibu mm; U2PH rüna *’b T':b p-a"a aiaxa :aya ppbi lpanpn ixp 127121 : n: »nb btw? tepti =jbx ji:pa amaib 23ep 'icibi : w 2712b aye pan mxpa um» vaa pi P’H2 fppx :iap by ixipjp T22PH2 D'21 C'iy P' bin aya P2.1P3 nya ipx pppb naiaa pai'b pappn x^ippx i'y.i Hi pi : fpi ia 1122 cp byi :payb pippx a'iaix: ’jBbn pn tu :pTi2 paia i'yi aa cran 1.122 pna ava Leop old G0etz. .sbip im Herr S. Klein, Rabbiner in M. Kereszetes hat in Nr. 9 des „Israelit" das Werk apr py offerirt — ich habe am 4. d. Mts. wegen des Preises desselben in 2 Bänden angefragt, bis jetzt noch keine Antwort erhalten. Der Herr Rabbiner wird hierdurch gebeten, seine genaue Adresse anzugeben, da mein Brief in Folge ungenügender Adressirung vielleicht nicht angekommen ist.

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