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Der Israelit · 1902-02-17 · Heft 14 (17.2.1902) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 14 (17.2.1902)
Date
1902-02-17
Page
– (sequence 10)
Language
German
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822 stätten NikopoliS - Emmaus" die, in engerem Rahmen gehalten, eine viel umstrittene Fragzu endgiltiger Lösung führt. Aber die schönste Frucht seiner Lebensarbeit lag auch auf diesem Gebiete nicht in der Theorie,, sondern, dem zu Thaien. drängenden Zuge seines Wesens entsprechend, in der Praxis: in der Schaffung einer Sammlung jüdischer Münzen, wie sie in gleicher Reichhaltigkeit und Vollständigkeit auf dem ganzen Erdenrund nicht wieder an zu treffen ist! Das bescheidene Haus im Ostend unserer Stadt, in dem dies reiche Leben sich abspielte, es birgt Schätze, wie die in allen Variationen vertretenen überprägten Münzen aus dem Bar Kochba-Aufstande, einen Viertel-Silber-Schekel aus der Makkabäerzeit u. s. w., die in den ersten Münzkabineten der Welt nicht aufzufinden sind. Tie geradezu autoritäre Stellung, die Leopold Hamburger in der numismatischen Welt, einnahm, ein wahrer Bienenfleiß und seine hingebende Liebe für die jüdische Wissenschaft, sie mußten sich vereinigen, um in vierzigjähriger nimmer rastender Arbeit ein solches Werk zu Stande zu bringen, — dessen volle Ausnutzung für die jüdische Wissenschaft hoffentlich die Zukunft bringen wird. Das Bild, das wir hier, so weit es der Schmerz der ersten Stunden erlaubt, in kurzen Umrissen zu zeichnen versuchten, es würde kein vollständiges sein, wenn wir nicht hinzufügien, daß auch sein Familienleben ein selten inniges gewesen ist. Die Gattin, mit der ihn mehr als 30 Jahre ungetrübten Eheglückes vereinigten, nahm an seinen Humanitären Bestrebungen vollen Antheil, und ihrem Walten ist es mit zu danken, wenn aus seinem gastlichen Haus kein würdiger Armer ohne Rath und Hilfe von dannen ging. Die erwachsenen Kinder, die blühenden Enkel, sie schlossen den Kreis, in dem er Ruhe und Erholung suchte, die er sich — leider — nur allzu selten gönnte. Nun hat der Tod dem Nimmermüden ein Halt geboten. Zu früh für seine trauernden Angehörigen, zu früh für die Armen und Bedürftigen, zu früh auch für die Wissenschaft, die seinen Namen in ihren Annalen verzeichnet hält und endlich viel zu früh für unser gesetzestreues Judenthum, an dem er mit allen Fasern, seiner Seele hing. Alle aber, die den seltenen Mann näher kannten,, dessen schlichtes Wesen, dessen antike Einfachheit die innere Größe dem Fernstehenden verborgen hielten, sie werden ihm ein unauslöschliches Andenken bewahren. Zeitungsnachrichten unv Korrespondenzen. Deutschland. Berlin, 12. Febr. Der Vorstand des Vereins „Jüdisches Genesungsheim" macht bekannt, daß mit? Rücksicht auf die große Anzahl bereits vorliegender Ausnahmegesuche der Vorstand beschlossen hat. die Anstalt zu Lehnitz in diesem Jahre schon Mitte Marz — einen Monat früher als im Vorjahre — zu eröffnen. Es dürfte sich für weibliche Genesende und Erholungsbedürftige. die eine Freikur nachzusuchen beabsichtigen, daher empfehlen, sich mit ihren schriftlichen Anträgen — denen ein ärztliches Attest beigefügt sein muß — baldigst an die Geschäftsstelle des Vereins. Große Präsidentenstr. 3 l. zu wenden. Frankfurt a. Bl. Dem neunten Rechenschaftsbericht des Vereins „Gumpertz'sches Siechenhaus" in Frankfurt a. M. für das Jahr 1901 entnehmen wir: Unsere Anstalt ist seit ihrem Bestand so sehr mit den übrigen hiesigen gemeinnützigen Jnstituiionen verwachsen, und sie hat sich derart in ihrer segensreichen Wirksamkeit bewährt, daß man sich heute kaum denken kann, wie man früher ohne sie der sozialen Pflicht der Fürsorge für die Siechen genügen konnte. Mit dem wachsenden Bewußtsein der Gesellschaft, daß sie gegenüber dem Elend und der Noth in jeder Gestalt helfend einzutreten hat. wächst auch die Fürsorgepflicht für unglückliche unheilbare Kranke; eine immer größere Anzahl dieser Beklagenswerthen verlangt von uns Linderung in ihren Leiden, aber nur Wenigen können wir die erbetene Hülfe bringen. Wer Aufnahme in unserer Anstalt findet, dessen Leben wird verschönt und verlängert. Wir haben die Genugthuung, daß nach kurzem Aufenthalt diese Schwachen und Lebensmüden von Neuem aufleben und sich ihres Daseins wieder freuen. Unser Garten-Terrain in gesündester Lage und von großer Ausdehnung ist der denkbar beste Platz für eine solche Anstalt, aber unser Haus ist leider unzweckmäßig und viel zu klein, um nur annähernd den oben geschilderten Ansprüchen gerecht zu werden. Für jedes Mitglied unserer Verwaltung sind viele Vorstands- Sitzungen ein herber Kummer, denn wie häufig sind wir gezwungen, würdige Fälle, bei denen rasche Hülse so sehr nothwendig wäre, wegen Platzmangels abzulehnen! Eine erhebliche Zahl von Petenten, die wir auf spätere Vakanzen vertrösten, versterben, bevor wir Platz haben, und nach den gesammelten Erfahrungen durften wir annehmen, daß bei einer sofortigen Aufnahme sich ihr Leben verlängert hätte oder ihr Leiden gelindert haben würde. Darum bitten wir alle Glaubensgenossen, uns durch reiche Gaben, durch Legate etc. in den Stand zu setzen, daß wir bald an die Verwirklichung unseres Planes herantreten können, auf unserem Gelände ein großes neues Siechenhaus entstehen zu sehen, um endlich den vielfachen, gerechten Anforderungen. die an uns gestellt werden, genügen zu können! Auf unserem Anwesen ruht noch immer eine Hypothek von Mk. 75.000. und leider hat sich bis jetzt noch Niemand gefunden, der die Tilgung dieser Schuld ermöglicht hätte.

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