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Der Israelit · 1902-02-13 · Heft 12-13 (13.2.1902) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 12-13 (13.2.1902)
Date
1902-02-13
Page
– (sequence 10)
Language
German
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ssr so wird sie dich erheben!" Sprüche 4. 8.) Fe mehr der Mensch sein irdisches Leben weiht und heiligt, auf einer desto höheren Stufe der Vollkommenheit und , Gottähnlichkeit befindet er sich. Den höchsten Grad der Vollkommenheit aus diesem Gebiete hat Moscheh Rabbenu erreicht. Ein Mensch, von dem die Schrift sagt: Und er war dort beim Ewigen vierzig Tage und vierzig Nächte, Brod hat er nicht gegessen und Wasser hat er nicht getrunken. (2. B. M. 34, 28), der hat das physische Leben in einem Grade geheiligt, vergeistigt, wie es für uns ganz unerfaßlich und unbegreiflich ist. Die Heiligung des irdischen Lebens war eine solche geworden, daß die Kluft, der Unterschied zwischen irdischem und geistigem Leben völlig ausgehört, und das macht die unvergleichliche, die für jeden anderen Sterblichen unerreichbare Größe Mosche's aus. Und weil Mose diese beispiellose, unerfaßliche Vollkommenheit besaß, daß sein Staub so rein, so makellos, so heilig war, wie im Beginne der Schöpfung, als der Staub aus Gottes Hand hervorgegangen, war er würdig, daß Gott ihn sel^r begraben, den r e i n e n Staub wieder zum reinen, aus seiner Hand hervorgegangenen Staube füge und zurückgeöe. Freilich, den Menschen war solche Vollkommenheit, solches Grab, .solches Begräbniß ganz unerfaßlich und unergründlich! Welcher Zwiespalt! Welcher Widerspruch! Welch' wunderbare Erscheinung! Moscheh war einerseits ein Mensch, ein schwacher, staubgeborener, sterblicher Mensch wie jeder Andere. Die Vergötterung eines Menschen ist mit dem Judenthum unvereinbar, u. es erblickt auch in Mosche, so groß und verehrungswördig er uns auch erscheinen möge, nur einen schwachen, hinfälligen, ohnmächtigen Menschen; andererseits aber war dieser irdische Mensch von einer Reinheit und Lauterkeit, von einer Erhabenheit und Heiligkeit, von einer geistigen, himmlischen Größe und Hoheit, daß er dem irdischen, sündigen, mit Fehl und Jrrthum. mit Begierde und Leidenschaft so innig verknüpften Leben völlig entrückt, und einem rein geistigen Wesen, einem Engel Gottes ähnlich schien. Diese unüberbrückbaren Gegensätze, diese unlösbaren Widersprüche im Leben und Wesen Mosche's, die bei seinem wunderbaren, übernatürlichen Begräbniß durch Gott, den Herrn, selber, so erst recht in die Erscheinung traten und zum menschlichen Bewußtsein gelangten, erfüllten die Menschheit mit Staunen und Verwunderung! Wie sollten sie sich diese wunderbare Erscheinung erklären? Wie, sagen tief und innig unsere Weisen, diesen Widerspruch lösen? „rbvüb nay". Stellen sie sich auf den höhere n, rein geistigen Standpunkts wollten sie sich das Leben und Wesen Mosche's von diesem höheren Gesichtspunkt aus, erklären, glauben und sagen. Mosche sei ein Engel, ein höheres, rein geistiges Wesen, net* wut ar>, dann mußten sie ja schließlich diese Höhen verlassen und zur Niederung der Erde hinabsteigen, dann mußten sie ja schließlich selber einsehen, daß. Mosche nur ein schwacher, sterblicher, staubgeborener Mensch war, wie jeder andere Mensch; ner", stellten sie sich aber auf den gewöhnlichen, niederen, menschlichen Standpunkt, wollten sie das Leben. Mosche's von diesem alltäglichen, gewöhnlichen Standpunkte aus erklären, vm, ws dann sahen sie, wie hoch erhaben er über diesem irdischen, niedrigen, eitlen, vergänglichen Leben dastand, in seiner Engelshöhe, in seiner himmlischen Reinheit und Heiligkeit! "wcp rat w» v».' . Wie sollten sie sich diese wunderbare Erscheinung erklären! Ein Mensch, der bei Gott weilt vierzig Tage und vierzig Nächte in den Höhendes Hi mm e l s und ein Mensch, dem Gott selber bereitet fern Grab in den Tiefender Erde! Was ist wunderbarer, was erhabener? Diese Höhen des Himmels oder diese Tiefen der Erde? (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Eorresponderrze«. Deutschland. Frankfurt a. M., 12. Febr. Der allseits verehrte Herr Leopold Hamburger. Mitinhaber des lveltbekannten Numismatischen Institutes L. & L. Hamburger, hat heute früh 6^ Uhr im Alter von 65 Jahren das Zeitliche gesegnet. Die Beerdigung wird Freitag Früh 9VL' Uhr vom Sterbehause Uhlandstraße 86 stattfinden. Wir werden in einem späteren Nachrufe die hervorragenden Eigenschaften des Dahingeschiedenen, der sich namentlich um das heilige Land besonders verdient gemacht hat, eingehend zu würdigen versuchen. Darmstadt, 9. Febr. Heute fand hier eine sehr zahlreich besuchte Versammlung sämmtlicher Metzger- Innungen des Großherzogthums Hessen statt. Zur Tagesordnung stand neben verschiedenen gewerblichen Angelegenheiten auch die Schächtfrage. Die Obermeister Falk- Mainz, L a u tz - Darmstadt u. A. sprachen in überzeugender Weise im Interesse der Beibehaltung des Schächtens und beschloß hierauf die Versammlung einstimmig, daß 1) solange die Israeliten das Schächten als zu ihrem Kultus gehörig betrachten. 2) es nicht nachgewiesen sei, daß andere Tödtungsarten weniger schmerzhaft seien, und 3) nicht erwiesen sei, daß geschächtetes Fleisch sich weniger gut konservire, als anderes, so lange ist die Versammlung für ein Schächtverbot nicht zu haben. Im klebrigen bezogen sich die Herren Falk und Lautz auf ihre Ausführungen auf dem Allgemeinen Deutschen Fleifcher-Verbandstage in Rostock, auf welchem ebenfalls mit großer Ma-

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