Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 11 (6.2.1902)
- Date
- 1902-02-06
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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26« Satzungen in dasselbe durch den göttlichen Charakter unserer Rechtsinstitutionen ausgeschlossen ist, widerlegt Vers, die Behauptung von Gans und Jost, daß der Talmud fremde Rechtsbegriffe, theils von den Griechen, theils von den Römern ausgenommen habe. Mit scharfer kritischer Sonde untersucht er ihre Argumentationen um sie vollständig zu vernichten. Für weniger glücklich halte ich den vom Verfasser versuchten Ausgleich zwischen dem Prinzip der Gleichheit und dem Erstgeburtsrecht.*) Denn, wie Verfasser meint, soll das Erstgeburtsrecht ein Mittel „zur Erhaltung der Familieneinheit, welche im patriarchalischen System des jüdischen Volkes die Hauptiendenz bildete," sein, aber das ist nur eine Erklärung und keine Synthese. Roch viel paradoxer klingt es, wenn gesagt wird, daß „zur Erhaltung der Gleichheit ein Oberhaupt nothwendig ist.**) Sehr störend wirken auch die verschiedenen homiletischen Anspielungen, die namentlich im 1. Abschnitt häufig sind. Aber Alles in Allem genommen, müssen wir doch sagen, daß diese Schrift eine Bereicherung unserer echtjüdischen Litteratur bildet, und daß wir dem Erscheinen des versprochenen zweiten Theiles mit großem Interesse entgegen sehen. H. Klein-Bern. emp nee b’x'jej cot pp *nn nTlfln fCISn ppa 2-n T28 rrn NL>X xr. Lnxms fnxmV p’jyn p;n spter ubd xpxip Selbstverlag des Verfassers H. Ehrsohn in Zgierz (Ruff.-Polen). Es . ist ein merkwürdiges, eigenartiges Buch, das uns hier vorliegt, und zwar verdient es die Aufmerksamkeit aller Freunde und Kenner des Thorastudiums nach verschiedenen Seiten hin. Zunächst liegen uns in demselben die schönsten Perlen aus dem Geistesschatze eines vor ca.. dritthalb Jahrhunderten zur Zeit des dreißigjährigen Krieges lebenden Fürsten der Thora vor. Die Mit- und Nachwelt hat die ungewöhnliche Verehrung für den Autoren dieses Buches durch die bloße Nennung seines Namens bekundet, dem sie den Rabbi-Titel doppelt verliehen hat, indem sie ihn Rabbi Rabbi Heschel nennt, wie dies z. V. bei Nennung des Namens von Rabbi Jonathan Eibeschütz vielfach vorkommt. Nun hat Rabbi Rabbi Heschel, der zu den berühmtesten Rabbinen Krakaus zählt, trotz seiner ungewöhnlichen Thorakenntniß keine schriftlichen Werke hinterlassen, obwohl fast alle nachseinem Ableben erschienenen zahlreichen Schriften von Schülern und Verehrern Aussprüche, Erklärungen und Entscheidungen von ihm an verschiedenen Stellen zerstreut enthalten. Der Herausgeber hat nun hunderte von Werke, die seit dem Ableben Rabbi Rabbi Heschels bis hart an unsere Zeit erschienen sind, durchstudirt und hat alle H 27. — **) S. 28. von ihm herrührende Aeußerungen gesammelt. Die j reiche Ausbeute liegt uns systematisch geordnet in dem niun raun -ieb vor. Es enthält eine Fülle überraschender Erklärungen von rrc» na*i, deren trefflicher Gruppirung man nicht die schwierige Zusammensetzung zu einem Mosaik-Kunstwerke aus lauter kleinen, einzelnen Steinchen anmerken würde, wenn uns der Verfasser nicht darauf aufmerksam gemacht hätte.; Diese Entstehung des Werkes bürgt auch für die ungewöhnliche Gediegenheit eines jeden einzelnen seiner Bestandtheile, da die Schüler, Genossen und sonstigen Verehrer, welche Gedanken Rabbi Rabbi Heschels ihren Werken einverleibten, sicherlich unter dem Guten das Beste auswählten, um es auf diese Weise vor Vergessenheit zu schützen. Während daher sonst in den Werken, selbst der genialsten Autoren, neben Vorzüglichem, auch weniger Gutes und Minderwerthiges findet, ist hier alles von erprobter, erstklaffischer Qualität. In einem sehr instruktiven Anhänge hat der Verfasser noch eine Fülle hochinteressanter historischer Notizen über Rabbi Rabbi Heschel, seine Zeit, seine Zeitgenossen und Schüler, über Lehrmethode u. a., zu einer abgerundeten Darstellung verarbeitet, die allein genügt, um dem Seser einen hohen, litterarischen Werth zu sichern. Der Verfasser hat dabei eine staunenerregende Belesenheit und eine Meisterschaft in der Kunst klarer, übersichtlicher Darstellung bekundet, die ihn für Anlegung eines so eigenartigen Werkes als ganz besonders geeignet erscheinen läßt. Derselbe besitzt noch ein reiches, handschriftliches Material, um uns noch viele ungehobene Geistesschätze R. R. Heschels zugänglich zu machen, deren Veröffentlichung der Leser des vorliegenden Buches nach dieser Probe mit großer Spannung entgegen sehen wird. Schon mit Rücksicht darauf ist dem rronn raun -s ein recht großer Leserkreis zu wünschen, damit dessen thätige Sympathien es Herrn Ehrsohn materiell ermöglichen, die Weiterführung dieses Werkes mit Erfolg in seine bewährte Hand zu nehmen. E. Die.von Dr. Levy, ©raubenj, herausgegebene, im Verlage von S. Lehrberger L C i e., Rödelheim, erscheinende „Lu a ch" für das Jahr;r>n bringt eine Neuerung, die von Vielen mit Freuden begrüßt werden dürfte. Wie vielen Eltern bereitet nicht die Bestimmung der Barmizwahtage ihrer Kinder große Mühe. Ist das jüdische Geburtsdatum nicht notirt worden, wi? das heute so häufig geschieht, oder ist die Tefila der Mutter verloren gegangen, in die man es gewöhnlich zu schreiben pflegt, so steht man rathlos da. Luachs, die 13 Jahre zurückreichen, und die allein einem Aufschluß geben könnten, findet man in den wenigsten Gemeinden. Daher ist man meistentheils