Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 11 (6.2.1902)
- Date
- 1902-02-06
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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252 stimmend der Ansicht, daß für sie keine Veranlassung vorliege, sich mit dem Hamburger „Isr. Familienblatt" weiter zu befassen und geht über diesen Punkt zur Tagesordnung über. Hierauf wird Bericht über die Revisionen des Religionsunterrichts und den religiösen Institutionen in den kleineren rabbinerlosen Gemeinden erstattet. Der Borsitzende ersucht die Kollegen, wie bisher, so auch in Zukunft diese wichtige Angelegenheit im Auge zu behalten. die Revisionen regelmäßig abzuhalten und die Protokolle an Herrn Gerichtsrath Glogauer in Tarnowitz einzusenden. Des Weiteren gelangt der Antrag des Herrn Dr. Münz, betr. den Entwurf der Satzungen für die Pensions- und Reliktenkasse der norddeutschen Rabbiner, zur Verhandlung. Es wird eine Kommission, bestehend aus Dr. Kopfstein-Beuthen, Dr. Münz-Gleiwitz und Dr. Kaatz-Zabrze, gewählt. Derselben wird die Aufgabe übertragen, den Entwurf zu prüfen und etwaige Abänderungsvorschläge einer zu berufenden Versammlung der oberschlesischen - Rabbiner vorzulegen. Die von der Versammlung genehmigten Abänderungsvorschläge sollen dann den einzelnen Provinzial-Rabbinerverbänden mit dem Ersuchen mitgetheilt werden, auch ihrerseits die Sache zu prüfen und zur Klärung der einzelnen Punkte beizutragen. Erst dadurch könne der Vorstand des „Allgemeinen deutschen Rabbinerverbandes" ein klares Bild von dem wichtigen Unternehmen erhalten und die weitere Entwickelung der segensreichen Wohlfahrtseinrichtung in die rechten Wege leiten. Der motivirte Antrag des Herrn Dr. Kaatz, daß die Mitgliedschaft zur Pensionskasse von der Mitgliedschaft zum „Allgem. deutschen Rabbincroerband" unabhängig.sein soll, wird der Kommission als Material überwiesen. In Gemäßheit eines älteren Beschlusses des „Oberschl. Rabbinerverbandes", daß bei jeder Sitzung rvrr '12-! vorgetragen werden sollen, behandelt Dr. Lohn in längerer Auseinandersetzung die religiösrituelle Frage 'bz pSn psrs» b'.rxb irre c*. naw. Rach eingehender Erörterung der in Betracht kommenden talmudischen Gesichtspunkte theilt der Vortragende mit, daß er in sechzehn größeren jüdischen Gemeinden in den verschiedensten Theilen Deutschlands Umfrage gehalten und zu dem Resultate gelangt sei. daß die erwähnte Hühnerart auch in unserer Gegend TTiio sei, da bei uns eine niLS nicht vörliege. Im Anschlüsse daran gibt Dr. Münz Kenntniß von einem Schreiben des Herrn Rabbiner Dr. Feilchenfeld in Posen, in welchem dieser unter Berufung auf Herrn Dr. I. Hildesheimer s. A. in Berlin mittbeilt, daß der Fasan imv sei. Hierauf wird eine Angelegenheit des isr. Waisenhauses in. Rybnik zur Erörterung gestellt. Der Vorsitzende Dr. C o h n, welcher Mitglied des Kuratoriums ist, spricht über die Wirksamkeit des Instituts und über die Fürsorge für die aus demselben entlassenen Zöglinge. Besonders wichtig erscheint der Versammlung die Frage, ob die Zöglinge nach ihrer Entlassung in solchen Häusern und Geschäften untergebracht werden, wo die Sabbatheiligung streng innegehalten werde. Die Versammlung konstatirte, daß es ihre Aufgabe sei, darauf zu achten, daß die religiöse Erziehung, die das Kind im Waisenhause genieße, bei einem Austritte aus demselben nicht vernachlässigt werde. . Alsdann gelangt die von Herrn Dr. Kopfstein aufgeworfene Frage über die Stellungnahme des Verbandes zur Schaffung einer Vertretung der deutschen Zndenheit zur Verhandlung. Der Korreferent Herr Dr. Kaatz neigt der Ansicht zu, daß der Zentralverband deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens für die Abwehrbestrebungen ausreiche. In dem von dem .Komitee versandten Zirkulare seien nach seiner Ansicht keine greifbaren Vorschläge darüber enthalten, was eigentlich erstrebt und wie es erstrebt werden solle. Herr Dr. Kopfstein hingegen hält die Ziele der neu zu schaffenden Organisation für hoch bedeutsam und sucht dieselben nach längerer Darlegung zu präzisiren. Nach einer eingehenden Debatte, an der außer den Referenten insbesondere der Vorsitzende und die Herren Dr. Münz-Gleiwitz und Dr. Emmerich-Veuthen sich betheiligten, wird Herr Dr. Kopfstein ersucht, seine Ausfübrungen in Thesen zusammenzufassen und diese der nächsten Versammlung, in der auch die Organisationsfrage auf die Tagesordnung kommen werde, zur weiteren Berathung vorzulegen. Herr Dr. Münz hält nun ein Referat über isr. Iünglingsvereine. Er weist auf die in der Gegenwart sich geltend machenden Bestrebungen hin, für die geistige und religiöse Entwickelung der schulentlassenen Jugend Sorge zu tragen. Wir Juden wären dabei im Hintertreffen geblieben. Nachdem der Referent Zweck. Ziele und Organisation eines israelitischen Jünglings- Vereins geschildert, kommt die von ihm gestellte Resolution zur Annahme: Zur Stärkung des religiösen und sittlichen Geistes bei der jüdischen Jugend, und um bei ihr ein edles, mannhaftes Selbstbewusstsein als Israeliten zu wecken und zu erhalten, erklärt der „Oberschles. Rabbinerverband" die Gründung von isr. Jünglingsvereinen als ein ersprießliches und segensreiches Werk. Zwei Referate, die Dr. Loewenthal -Tarnowitz und Dr. Norden- Myslowitz halten sollten, mußten wegen vorgeschrittener Zeit von der Tagesordnung abgesetzt werden. Mögen die Anregungen des Verbandstages in den Gemeinden nachhaltigen Segen bringen. Ans Schlesien und Posen, 2. Febr..Professor Salomon Jadassohn. ein geborener Breslauer, ist in Leipzig im 71. Lebensjahre verstorben. Jadas-