Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 10 (3.2.1902)
- Date
- 1902-02-03
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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240 wieder in ihrem alten wunderbaren Glanz erstrahlen, das gnädige Fräulein würde staunen." „Das ist mir lieb," sagte Jsabella, „ich hatte mir derartiges gedacht." Der Freiherr aber preßte die Lippen auf einander. — Verwünscht, wenn er derartiges geahnt, dann hätte er es wohl mehr als einmal überlegt, bevor er den Schmuck seiner Braut gebracht hätte; dann hätte er es vielmehr versucht, in allerdings vorsichtiger Weise, die werthvollen Steine in Geld umzusetzen und hatte sich vielleicht mit demselben vollständig rangiren können. Narr! Dummkopf! Dreifacher Esel! Das waren die Epitheta, mit denen er sich selbst bezeichnete. Jsabella wäre es vielleicht nie in den Sinn gekommen, den Schmuck zu verlangen, und selbst wenn sie denselben verlangt, er hätte sogar mit gutem Gewissen schwören können, daß ihm derselbe nicht übergeben . worden, und ohne Gewiffensskrupel zu empfinden, hätte er ferner schwören können, daß ihm der Schmuck nie zu Gesicht gekommen war. Er hätte sich selbst ohrfeigen mögen, er hatte sein Glück mit den Füßen von sich-gestoßen. Aber den Zweck seiner übereilten Reise hatte er ja doch erreicht, und was er erreicht hatte, das wollte er nützen. Mit Leichtigkeitkonnte er nun die Unterschrift seiner Braut auf jedes Papier übertragen. Er tonnte Wechsel auf sie ausstellen, so viel er wollte, und würde dabei aber die Vorsicht gebrauchen, die Wechsel derartig auszustellen, daß sie bis nach seiner Vermählung gütig; dann war er gerettet. Er hatte seiner Braut erklärt, daß er sich nicht lange bei ihr aufhalten könne. Sie drängte ihn nicht, zu bleiben, befahl nur, daß früher servirt werde. Bald nach dem Speisen stand er auf, um die Heimreise mit dem nächsten Zug antreten zu können. Eben hatte der Freiherr seiner Braut die Hand gereicht und war im Begriff, sie zum Abschiede zu umarmen, als Pedro mit der Meldung in's Zimmer trat, daß die Kinder aus der zweiten Etage, die sie gestern für diese Zeit zu einer Spazierfahrt eingeladen hatte, draußen wären, und fragte, ob er sie aus morgen bestellen solle. „Nein," entgegnete Jsabella, die auf diese Weise der ihr verhaßten Umarmung zu entgehen hoffte, „führen Sie die Kinder nur herein. — Ich muß Dir doch einmal meine kleinen Freunde vorstellen." „Wird mich sehr freuen," erwiederte Herr von Rauhenstein mit nichts weniger als erfreutem Gesicht. Fräulein von Rauhenstein begrüßte die Kinder mit gewohnter Freundlichkeit. Dann, sich an ihren Vetter wendend, sagte sie: „Gestalte. Alfred, daß ich Dir meinen sehr lieben Freund Viktor Müller und sein liebes Schwesterchen vorstelle." — dann zu den Kindern gewendet, fügte sie mit leichter Handbewegung hinzu: „Mein Vetter. Herr von Rauhenstein." Weßhalb sie Herrn von Rauhenstein nur als ihren Vetter und nicht auch als ihren Verlobten bezeichnet hatte, darüber war sie sich vermuthlich selbst nicht klar.— Die Kinder, wie sie es bei ähnlichen Gelegenheiten gewohnt waren, reichten dem Freiherrn die Hand. (Fortsetzung folgt.) Wschen-Ualenöer. Lonnerstag, 6. Februar. 29. Schewat. ,22 2*\ Freitag, 7. Februar. 30. Schcwat. n*vt 'R oV. Sabbat-Anfang iu Mainz und Frankfurt a. M. 5 Uhr — Mm. Samstag, 8. Februar. 1. Adar. rfm 2'* V12L2V. Sabbat-Ausgang in Mainz und Frankfurt am Main 6 Uhr 20 Min. — Berlin 5 Uhr 47 Min. — München 6 Uhr 06 Min. — Hannover 6 Uhr 05 Min. — Stuttgart 0 Uhr 12 Min. — Prag 5 Uhr 50 Min. — Strahburg 6 Uhr 20 Min. — Posen 5 Uhr 3a Min. — Stettin 5 Uhr 41 Milt. Der „Israelit" «scheint wöchentlich zweimal, Montags end Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Vuchhnudrl verkehrt durch D. Zf. Steinarker, Leipzig, RoMatz 1ö. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Nonporeillezeile oder deren Raum. Preis der Zelle im Reclametheil 75 Pfennig. — Directe Francoznsendung unter Streisband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Krone» österr.. für'S Ausland 16 Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3792. Telephon 10'5. 6<ellesucbende und sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende „Kleine Ausgabe deö Israelit" vier Wochen lang gratis und franco erhalten. Wünscht man den Empfang der „Kleinen Ausgabe" längere Zeit, so kann man sich für 25 Pfennige das Vierteljahr, indeß ausschließlich bei der Post, aus dieselbe unter Nr. 3792a abonnire». 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