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Der Israelit · 1902-01-30 · Heft 9 (30.1.1902) · page 29

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 9 (30.1.1902)
Date
1902-01-30
Page
– (sequence 29)
Language
German
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Central-Organ für das orthodoxe Judenthnm. Matter für die 30. Jan. 1902.] [«(. 2. DlibhaiWtr Arck isMlitischer Lehm im GrosrherzogthM Htsseii". Die Versammlung .fand am 25. Dezember des verflossenen Jahres in Frankfurt a. M. in der Turnhalle der Realschule der Jsr. Religionsgesellschaft statt und war von nahezu 40 Mitgliedern besucht. Von den Hess. Rabbinern wohnte Herr Rabbiner Dr. Bondi- Mainz derselben bei, außerdem waren die Herren Rabbiner Buttenwieser- Straßburg, Direktor Dr. Lange, Rektor Falk und Dr. Heine mann- Frankfurt a. M. als Gäste anwesend. Der Vorsitzende, Herr Dr. Barnaß - Pfungstadt, eröffnete die Versammlung unter Begrüßung der Anwesenden und erklärt die Ursache des späten Versammlungstermins in Folge der Lässigkeit verschiedener Herren, welche trotz übernommener Referate in letzter Stunde ihre Zusage zurückgezogen und den Vorstand zur Suche nach Ersatz zwangen. Zur Thätigkeit des Vorstandes im abgelaufenen Jahre übergehend, erörtert der Vorsitzende die durch den Antrag Backes geschaffene Situation in der Behandlung der Vereinsöestrebungen und gibt der frohen Hoffnung auf deren endliche Verwirklichung Ausdruck. Mit dem Hinweis auf das verdienstvolle, das Irdische mit dem Geistigen harmonisch verbindende Streben, wie es die heilige Schrift von und berichtet, fordert derselbe die Mitglieder auf, auch fernerhin begeistert im Berufe auszuharren und zugleich an den Aufgaben des Vereins wacker theilzunehmen. Der Unterzeichnete bittet die Kollegen, zur erfolgreichen Vertretung und Durchführung der angebrachten Reformen im Landtag alles mögliche Material' zu sammeln und schleunigst einzusenden. Auch sei diese Nothwendigkeit bei den abwesenden Mitgliedern und den Hess. Kollegen außerhalb des. Vereins zu verbreiten. Je erdrückender die Fülle des Materials sei, desto mehr werde die Regierung von der Nothwendigkeit der Besserung in den traurigen Verhältnissen der isr. Lehrer Hessens überzeugt. Ferner berührt der Unterzeichnete die bereits gerügten Mißstände und beklagt die Lauheit und Gleichgültigkeit vieler Mitglieder in den geistigen Bestrebungen des Vereins. Solche Erscheinungen zeigen der Oeffentlichkeit ein beschämendes Bild des Vereinslebens und seien der Anfang vom Ende desselben; denn unter diesen Umständen hätte der Verein eben keine Existenzberechtigung. Durch mangelhaften Ordnungssinn erschwere man ferner dem Vorstand die Geschäftsführung und vereitle ihm den Kontakt mit den Mitgliedern. Seit Bestehen des Vereins habe noch kein Mitglied einen Stellenwechsel oder Austritt angemeldet. Die gleiche Indolenz zeige auch die Thätigkeit für die Hilfskasse. Dieselbe, nur zum Besten und zur Fürsorge der Mitglieder, sowie deren Relikten geschaffen, werde dennoch nur von wenigenKo liegen in geeigneter Weise gefördert. Die meisten Mitglieder thun einfach gar nichts, obgleich so viele Gelegenheiten im Leben der Gemeinde dein Lehrer gestatten, für diesen Fonds zu wirken. Selbst das im Vorjahre an die Vorstände und Lehrer Hessens gleichzeitig ergangene Rundschreiben zur Subvcntionirung der Hilfskasse sei in geradezu unglaublicher Weise nur von den wenigsten Lehrern unterstützt worden. Beschämend für uns sei das Beispiel der christlichen Kollegen, welche trotz gut dotierter, fester Stellung, dennoch nicht erlahmen in Gründung neuer Kassen für ihre Relikten, und keine Wege zu deren Förderung scheuen. Auch unsere isr. Kollegen in anderen Staaten wirken in geradzu mustergiltiger Weise für fortwährende Mehrung ihrer Vereinskasse. Es sei zu hoffen, daß die gerügten Mißstände für immer verschwinden und einem hingebenden, geordneten Streben aller Mitglieder für die idealen und materiellen Vereinsziele Platz machen. Denn die

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