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Der Israelit · 1902-01-30 · Heft 9 (30.1.1902) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 9 (30.1.1902)
Date
1902-01-30
Page
– (sequence 6)
Language
German
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hinauf zu den im dritten Stockwerke gelegenen Werkstätten. I In seiner bekannten Leutseligkeit und Herzensgute erkundigte sich hierbei der Regent nach den Arbeits- und Arbeiterverhältnissen .und zollte den Erzeugnissen der > Firma äußerst lobende Anerkennung. i Crailsheim (Württemb.), 27. Jan. Heute fand j hier eine außerordentliche Versammlung, isr. Lehrer und Vorsänger Württembergs statt, in welcher Standesfragen zur Sprache kamen. — Der Rabbinatskandidat Dr. Abr. Schweitzer aus Stuttgart, der seine Ausbildung am Rabbinerseminar in Berlin erhielt, wurde von der isr. Oberkirchenbehörde zum Rabbinatsgehilfen des Rabb. Dr. Heilbronn in Weikersheim ernannt. — In Hall ist durch die Bemühung und Opserwilligkeit des Herrn Heinrich Herz ein Beth-Hamidrasch errichtet worden. An den wöchentlichen Vorträgen des Herrn Rabbiner Dr. I. Berlinger von Braunsbach nehmen auch die Lehrer der Umgegend theil. So nimmt auch in Württemberg Limud Thauroh in erfreulicher Weise zu. AuÄ Hessen. Unter den jüdischen Privatunterrichts-Anstalten nimmt eine durch ihre Leistungs- und Erziehungsresultate hervorragende Stelle das altbewährte, fachmännisch geleitete Lehr- und Erziehungsinstitut zu Pfungstadt bei Darmstadt. (Direktor Dr. Varnaß) ein. In dieser Anstalt erhalten Knaben (im Alter von 7 bis 15 Jahren) nicht nur einen gediegenen Unterricht in allen Realschulfächern, sondern auch die nöthige kaufmännische Vorbildung (in Rechnen, Korrespondenz und Buchführung); und was besonders hervorgehoben zu werden verdient, eine gründliche, religiöse Erziehung und gewissenhafte, körperliche Pflege. Für Kinder, die an öffentlichen, meist überfüllten Schulen nicht gut fort kommen, ist dieses Institut, an dem eine Anzahl guter Lehrkräfte wirken, bestens zu empfehlen. Dürmenach (Ober-Elsaß). Ein fröhliches Festmahl vereinigte gestern Abend die Mitglieder der hiesigen „Chewra le Sivn" zur Feier des .Geburtstages Sr. Maj. des Kaisers. Den Reigen der Tischreden eröffnete der Vorsitzende der Bruderschaft, Herr Gustav Braun schweig, mit einem schwungvollen Kaisertoast. Heitere Lieder und humorvolle Reden würzten das Mahl, welches in bekannter Güte der Wirth des Hotel Garibaldi lieferte. Auch der Wohlthätigkeitsverein wurde bedacht und das ü Pamericaiue versteigerte Benschen brachte einen sehr hübschen Ertrag, dessen Verwendung zu einem edlen Zweck bestimmt wurde. Erst in später Nacht — wann? darf Ihr Korrespondent nicht verrathen — trennten sich die Mitglieder der Chewra, welche durch den schönen Verlauf ihrer rmsa bewies, daß sie nicht nur Leidenden und Trauernden zu helfen weiß, sondern trotz ihres ernsten Charakters auch die heiteren Seiten des Lebens zu genießen versteht. Schroda, 15. Jan. Die Synagogengemeinde hat jetzt für den schon seit Jahren geplanten Bau eines Gemeindehauses nebst ritueller Badeanstalt ein dem ev. Gemeindehause gegenüberliegendes Terrain von Herrn. Hausbesitzer Swiderski für 4650 Mark erworben. Mit dem Bau soll im Frühjahr begonnen werden. S ch tr e i z. Zürich, 21. Jan. (In der Schweiz geht Menschengebot vor Gottesgebot.) Die i hiesigen Stadtschulen werden zur Zeit mm 338 israe-! Mischen Kindern besucht. 29 von diesen haben sich nach dem Befehl ihrer orthodoxen Eltern geweigert, am Samstag sich mit Schreiben, Zeichnen n. dergl. zu bethätigen. Die Eltern beriefen sich dabei auf Art. 27 der Bundesverfassung, wonach die öffentlichen schulen von den Angehörigen aller Glaubensbekenntnisse ohne Beeinträchtigung ihrer Glaubens- und Gewiffenfreiheit sollen besucht werden tonnen. Die Schulbehörden Zürichs ertheilten jedoch den verlangten Dispens von den manuellen Hebungen nicht; die Bezirksfchulpflege und der Erziehungsrath, an welchen der Rekurs von den Israeliten weitergezogen wurde, bestätigten diesen Entscheid. gestützt auf Art. 49 der Bundesverfassung, welcher bestimmt: „Die Glaubensansichten entbinden nicht von der Erfüllung bürgerlicher Pflichten." So wenig wie der Schulbesuch am Samstag überhaupt, lasse sich die Theilnahme an den vorgeschriebenen Hebungen im Unterricht von Glaubensanfichten abhängig machen und nach dem Belieben der einzelnen Schüler oder ihrer Eltern ausfetzen oder nicht, denn die menschliche Ordnung müsse, vor dem „göttlichen Gebot", da dieses immer nur individuell oder genossenschaftlich verpflichtend fei, stets den Vorrang besitzen, solle nicht die menschliche Ordnung thatsächlich preisgegeben werden. (Eine solche „Auffassung" ist wirklich neu!) > Dersonalien. + WiadeLrn. 28. Januar. Am Chanukafeste wurde In hiesiger' Gemeinde ein Frauenverein gegründet, als denen BorwtalwSantgiieder Frau Sophie Müller. Frau Hedwig Katz und Herr Abraham Wolf gewählt worden. _ . Fürth. Am 20. Tewet wurde eine Frau dahier ut*S -vjciuetts abberufen, die cs verdient hat, in Jhrein geschätzten Matte ermähnt Zn werden. Es war dies Frau MUiette Hirfcd. dle^m 78. Lebenswahre ihr irdisches Dasein beschloß. Die Verlebte nebelte gelegentlich der Berbeirarhung ihrer Tochter vor crrca 17 Jahren vvn'Gervlzhosen nach Fürth und lebte hier bloS ihren häuslichen Pflichte» und streng religiös ihrem Gotte. ES, zierte wie eine beispiellose Frömmigkeit und eniZig dastehende An,pruchslosigke.it. Auch fastete sie noch die incisteu Fasttage. Eine echte rn »wnt «t mit ihr Zu Grabe gettageu worden, deren ganzes streben »mr am das Jeweils gerichtet war. n“s"33i. F e 1t i 111 i * tu Nach vierhundert Jahren. 33) Von Friedrich Rott. „Daran tonnen Sie doch nicht zweifeln? Nein, mein liebes Kind, nach Ihren eigenen Mittheilungen liebt Ihr Vetter Sie. und wenn auch durch ine Verhältnisse dazu gedrängt, haben Sie stch freiwillig mit ihm

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