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Der Israelit · 1902-01-27 · Heft 8 (27.1.1902) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 8 (27.1.1902)
Date
1902-01-27
Page
– (sequence 8)
Language
German
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192 äußert, nicht allein.durch'den Verlust eines theuren Verwandten hervorgerufen ist—" Das junge Mädchen rang nach Fassung. „Ich brauche es Ihnen nicht erst zu sagen — — Sie—" „Sie haben sich mit Ihrem Vetter verlobt?" Ein tiefer, schwerer Seufzer, ein leises, kaum hörbares „Ja" war die Antwort. Auch die alte Dame unterdrückte einen Seufzer. „Es war vorauszusehen. Die Verbindung mit Ihrem Vetter war Ihres Onkels langgehegter Wunsch. Er hat denselben vermuihlich in seiner letzten Stunde wiederholt. Sie konnten nicht länger widerstreben." „Finden Sie das auch?" stieß Jsabella hastig hervor. „Ganz gewiß — mir wenigstens erscheint es nahezu unmöglich, daß Sie hätten anders handeln können." Jsabella äthmete tief aus. „Dank Ihnen! — Ihre Zustimmung ist mir in gewisser Beziehung eine Beruhigung. Denn abgesehen davon, daß mir diese Verbindung im Innersten meines Herzens widerstrebt — ich möchte beinahe sagen, verhaßt ist, erscheint mir dieselbe zuweilen geradezu wie ein Verbrechen, wie eine Entweihung des Heiligsten, zu der ich um keinen Preis mich hätte bereit erklären dürfen." „Ich wiederhole, ich begreife nicht, wie Sie dem Sterbenden die letzte Bitte hätten verweigern können. Denn wenn Ihre Anschauungen auch in mancher Beziehung mit denen Ihres Vetters nicht übereinstimmen. -— Sie haben Mir doch gesagt, daß er ein Ehrenmann ist."- „Ich halte ihn dafür=— habe ihn wenigstens dafür gehalten. Allerdings, nachträglich ist in mir ein Zweifel aufgestiegen, ob alles mit richtigen Dingen zugegangen ist." -- „Ich verstehe nicht, was meinen Sie?" „Ob der Onkel in Wirklichkeit unsere Hände ineinander gelegt hat? Ich habe es geglaubt, aber es erscheint mir beinahe unmögliche Ich glaube vielmehr, der Vetter, der die Hand des Sterbenden gehalten, hat mit derselben meine Hand ergriffen." „Haben Sie denn nicht mit Worten eingewilligt?" - „Doch, auch mit Worten. Ich war ja außer mir, aber ich erinnere mich genau, daß ich gesagt habe: Ich will alles thun, Onkel, was Du willst — nur verlaß mich nicht!" Frau Müller blickte sie einige Augenblicke schweigend an, dann forschte sie weiter: „Und später, war über Ihr Verhältnitz zu Ihrem Vetter keine weitere Erörterung erfolgt?" „Allerdings, ich wollte nicht abreisen, ohne ihm vollständige Klarheit über unser gegenseitiges Verhältniß zu gewähren. Ich habe ihm gesagt, daß ich mich zwar durch mein Wort als gebunden betrachte, daß ich aber unsere eheliche Verbindung für das größte Unglück für uns Beide halte; und habe ihm nahegelegt, da er doch nicht sein Wort gegeben hat, so möge er die unglückselige Verbindung lösen." „Das zu thun weigerte er sich — selbstverständlich." -- „Er erklärte sich gleichfalls für gebunden. Und außerdem — Sie wissen ja —" „Daß sein Herz Ihnen längst aehört." „So sagte er." (Fortsetzung folgt.) Wochen-Kalenöer. Freitag. 31. Januar. 23. Schcioat. Sabbat-Anfang in Mainz und Frankfurt a. M. 4 Uhr 45 Mm. Samstag, 1. Februar, 17. Schewat. n“'zs ,nn\ Sabbat-Ausgang in Mainz und Frankfurt am Main t» Uhr ' 05 Min. — Berlin 5 Uhr 3t» Min. — München 5 Uhr 55 Min. — Hannover 5 Uhr 54 Min. — Stuttgart <> Uhr 02 Min. — Prag 5 Uhr 40 Min. -'Strahburg 6 Uhr 10 Min. - Posen 5 Uhr 24 Min. — Stettin 5 Uhr 20 Min. Der ..JSraelit" erscheint wöchentlich aweimal, Montags und Bonnerstags, jedeSmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Dev Buchhandel verkehr! durch V. A Skelnackev, Leipzig, Rotzplatz )V. — Inserate 25 Pfennig die me'.gespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Direcre Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr.. für's Ausland tß Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3732. Telephon 10 5. Stellesuchende und sonstige Interessenten können aus Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende „Kleine AnSgaöe des Israelit" vier Wochen lang gratis und franco erhalten. Wünscht man den Empfang der „Kleinen Ausgabe" längere Heil, so kann man sich für 2b Pfennige das Vierteljahr, indeß ausschließlich bei der Post, auf dieselbe unter Nr. S7SS» abonniren. Auf Wunsch stunden wir die Zahlung deS JusertiouSbetragS an außer Stelle Befindliche bis nach Erlangung einer solchen. '~ Verantwortliche Redaktion: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit". Schottstraße Nr. 2. Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'scheu Hofbuchdruckerei Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu vier Beilagen.

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