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Der Israelit · 1902-01-23 · Heft 7 (23.1.1902) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 7 (23.1.1902)
Date
1902-01-23
Page
– (sequence 18)
Language
German
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170 Hofes in Jaffy eine solche Schule zu errichten. — Der Delegirte der jüdischen Handwerker von Botoschani. Herr M. Wechsler, beklagt das traurige Schicksal der Handwerker in Botoschani und verlangt vom Kongreffe Maßregeln für die Hebung des moralischen und kulturellen Niveaus derselben. Abends um 9 Uhr hielt Dr. S t e u e r mann vor einem zahlreichen Publikum einen mit großem Beifalle aufgenommenen Vortrag Uber „Jaffy in der Geschichte der Juden." - Am letzten Tage des Kongresses wurde die Handwerkerfrage diskutirt. lieber Antrag des Dr. Niemrower wurde beschlossen, daß. die jüdischen Handwerkervereine in Rumänien je drei Delegirte wählen, welche zusammen mit dem Präsidenten der „Vereinigung" für die Besserung der Lage der jüdischen Handwerker arbeiten sollen. Dr. Niemrower hielt darauf einen Vortrag über die Ueberlegenheit der jüdischen Moral. In der Nachmittagssitzung sprach der Journalist Max K a u f m ann über.die Frage der Auswande- -- rungen und beantragte die Votirung des Dankes an die ausländischen philantropischen Gesellschaften, welche diese Auswanderungen erleichtert haben, mit dem gleichzeitigen. Ersuchen an dieselben, ihre Unterstützungen fortzusetzen. Dr. Steuermann spricht über den durch den Mangel an Mitteln verursachten schlechten Zustand der israelitischen Schulen und verlangt, daß der Kongreß ein Projekt - für alle israelitischen Schulen ausarbeite.. Nach längerer Debatte wird hierauf beschlossen, einen Kongreß der jüdischen Lehrer einzuberufen und sich an die „Alliance isr." zu wenden, damit sie in Rumänien ein jüdisches Seminar errichte. Gleichzeitig sollen die Rabbiner beim Ministerium interveniren, daß es die jüdischen Zöglinge der Mittelschulen verpflichte, den mosaischen Religionsunterricht zu besuchen. Dr. Steuermann sprach hierauf über die israelitische Presse, worauf nach einer Rede des Herrn Jsat Anghel eine Motion angenommen wurde, welche den Zionismus als das höchste Ideal aller Juden erklärt. Schließlich wurde beschlossen, den nächsten Kongreß im künftigen Jahre in Braila abzuhallen, worauf der Präsident, Herr Brociner, den Kongreß mit einer enthusiastischen Ansprache schloß und Rabbiner Dr. Niemrower über die Arbeiten des Kongresses seinen priesterlichen Segen aussprach. Am Abende vereinigten sich die Kongreßtheilnehmer zu einem Bankett. Zettungsrrachrlchlen und Corresporrdenzerr. Deutschland. Berlin. 19. Jan. Heute fand die Einführung der neugewählten Repräsentanten der jüdischen Gemeinde statt. Der Vorsitzende des Gemeindevorstandes, Herr Julius I a c o b y. begrüßte die Versammlung mit ungefähr folgenden Worten: „Das Gemeindestatut legt mir die Pflicht auf. Sie zu vereidigen; ich fühle mich aber auch berufen, den Ausscheidenden den Dank für gewissenhafte Pflichterfüllung auszusvrechen. Jahre lang haben wir uns bemüht, ein neues Statut für das Krankenhaus zu entwerfen, bis es Herrn Justizrath Dr. Beit Simon endlich gelungen ist, Pflichten und Rechte in eine geschickte Form zu bringen, die sowohl dem Gemeindevorstand als auch den Repräsentanten und dem Vorstand des Krankenhauses genehm waren. Herr Justizrath Dr. Veit Simon hat sich durch seine That ein dauerndes Andenken erworben. Das Statut liegt der Staatsbehörde zur Genehmigung vor. Unsere vornehmste Aufgabe wird für die nächste Zeit die Reorganisation des Krankenhauses sein. Vor 40 Jahren war dasselbe eine Muste.ranstalt, heute kann es keinen Vergleich mit den anderen Bauten Berlins aushalten. Wir haben vier hervorragende Aerzte unter uns und unter Heranziehung trefflicher Mitglieder der Baukommiffion wollen wir ein vorzügliches Krankenhaus errichten. Zum Bau einer Mädchenschule in der Kaiserstratze, ebenso zu einer neuen Synagoge im Norden der Stadt müssen wir eine Anleihe aufnehmen. Wir wollen auch einen siebenten Rabbiner oder einen Prediger anstellen. Immer mehr stellt sich die Nothwendigkeit heraus, einen Syndikus anzustellen. Es ist aber schwer, einen Mann zu finden, dessen Vergangenheit eine Sicherheit für die Zukunft bietet. Unser Polizei Präsidium verlangt eine Revision des Gemeindestatutes und eine Zeitangabe, in welcher ein Protest gegen eine Wahl siattfinden darf. Wie bisher, so sei es auch ferner die Pflicht der Verlvaltung. die größte Gewissenhaftigkeit zu üben und die Zusammengehörigkeit nicht zu gefährden." (Beifall.) Alsdann übernahm der Alterspräsident, Herr Löwenberg, den Vorsitz zur Bildung des Bureaus. Die Wahlen eraaben folgendes Resultat: Als erster Vorsin.ender ging Herr Justizrath Dr. Apolant hervor, welcher erklärte, seine Wahl sei aus dem Vertrauen Aller hervorgegangen, er werde sein Amt mit Unabhängigkeit von Allen führen. Erster Stellvertreter wurde Herr Gustav Löwenberg, zweiter Herr Geheimerath Dr. Blumenthal, erster Schriftführer, Herr Rechtsanwalt Cohn, zweiter Herr Direktor Isidor Sachs,. Der Ausschuß I (Festangelegenheiten) besteht aus den Herren Mannheimer. Löwenberg, Louis Sachs, Isidor Sachs. Landauf Frankel, Friedländer, Mayer, Weigert, Siestind. Der Ausschuß II (Revisionsangelegenheiten) aus den Herren Friedländer, Baginsky. Meyer, Minden, Israel, Hirsch. Isidor Sachs, Sieskind. Der Ausschuß IN (Varia) aus den Herren Blumenthal, Blaschke, Geiger, Oppenheim, Senator, Baginsky. Louis Sachs. Hirsch. Cohn, Landau. In der Versammlung erregten die hohe Gestalt und die eleganten Formen des neugewählten Herrn Fabrikbesitzers Aron Hirsch-Messingwerk ungetheilte Aufmerksamkeit. E.R.

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