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Der Israelit · 1902-01-23 · Heft 7 (23.1.1902) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 7 (23.1.1902)
Date
1902-01-23
Page
– (sequence 9)
Language
German
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43. Jahrgang. 5 njti 7 des „Israelit." 8« ite«de Artikel. Die ungarische Orthodoxie. III. „Zsido Hirado," das offizielle Organ der ungarischen orthodoxen Zentrale, hat in einem Leitartikel auf unsere Ausführungen in Nr. 96 des „Israelit" reagirt. Herr Redakteur „Wiador" selbst schreibt diesen Artikel und meint: „Die Herren von der neologen Lanledsanzlei und ihre Organe treiben blos Spiegelfechte-, rci, „sie sagen nicht, was sie wollen, und wollen nicht, was sie sagen." Es ist ferner ganz einfach nicht wahr, daß der dritte Paragraph des Kongruagesetzes eine stilistische Aenderung aus dem Grunde erfahren hätte, weil es die isr. Landeskanzlei so gewünscht, damit der jetzige, unhaltbare Zustand unserer Organisation in unseren Landesgesetzen keine Spur zurücklasse. Es sei auch das nicht wahr, daß die Kongreßpartei es verlangt habe, baß, insolange das Verhältniß der.jüd. Religion zum Staate nicht geregelt ist, die Rabbiner ihre Kongrua-Bezüge nicht durch die Kanzleien, sondern im Wege des kgl. ungar. Steuerämtes bezahlt erhalten. Mit einem Worte, es ist alles Dichtung, was diese Herren sprechen oder schreiben." Wir nehmen von dieser offiziellen, beruhigenden Aufklärung gern Notiz. Herr Redakteur Wiador, der auch Sekretär der orthodoxen Zentrale ist, muß das Alles ganz genau wissen. Wir haben übrigens selbst deutlich genug hervorgehoben, daß für den Augenblick die heiligen Interessen des gesetzestreuen Judenthums ’tc nicht gefährdet sind, meinten nur, daß die Streiche, die man von gegnerischer Seite auf unsere Organisation unaufhörlich richtet, doch autoritativ ab gewehrt werden müßten. Ganz besonders verlangten wir aber, daß unsere orthodoxe Leitung darauf bedacht sei, jede Mystifirung der großen Oesfentlichleit in geeigneter Weise zu verhindern. Denn daß das ungarische Judcnthum, insbesodere der gesehestreue Theil desselben, gefährlichen Mystifikationen ausgesetzt ist. bestätigt, das offizielle orthodoxe Organ ..Zsido Hirado" in der bestimmtesten Form. Und da wir es init angesehenen und weitverbreiteten jüdischen Zeitschriften zu thun haben, erscheint cs im Interesse der Wahrheit sehr geboten, eine vollständige Klärung des eigentlichen Sachverhalts herbeizuführen. Ich habe meine Informationen aus dem Jahres berichte der Kongreßkanzlei, wie er im „Egyenlöseg" wörtlich abgedruckt war, geschöpft. „Egyenlöseg" ist wohl nicht ein offizielles, aber immerhin ein offiziöses, in allen ungarischen Kreisen stark verbreitetes Blatt. Ich nehme auch an, daß der „Israelit" sowohl mit „Egyenlöseg" als auch mit „Zsido" im Taüschverhältniß steht. Im entgegengesetzten Falle bitte ich sehr die geehrte Redaktion, diese Nummer des „Israelit" beiden Blättern freundlichst einsendcn zu wollen.. Und die öffentliche jüdische Meinung hat ein Recht zu erwarten, daß ihre tonangebenden Organe über geschehene Thatsachen, nur der Wahrheit gemäß referiren sollen. Ich bitte sehr. Es handelt sich hier nicht um irgend eine Ansicht, Bermuthung oder Spekulation.. In derartigen Beziehungen können allerdings verschiedene Meinungen auftauchen. In unserem Falle ist aber die Rede von Thatsachen, sehr wichtigen Thatsachen, ob dieselben de facto geschahen oder zur Irreführung nicht eingeweihter Kreise nur gedichtet wurden. Ter Jahresbericht der Kongreßkanzlei enthält nach „Egyenlöseg," Nr. 47 v. I.. mit Fettschrift markirte Kundgebungen. Zu Deutsch enthalten diese Sähe folgendes: Nachdem nur es nicht als zielentsprechend gehalten haben, daß der unhaltbare Zustand unserer Organisation in unseren Landesgesetzen eine Spur zurücklasse, „verlangten w i r" eine textliche Aenderung dieses Theiles (unsere Unterbreitung hat die jetzige Fassung des $ 3 zum Erfolge gehabt), damit die E in - heit unserer Konfession auch in dieser Beziehung zum Ausdruck komme. „I n folge u nser e r m o t i v i r t e n U n t e r b r e i t u n g" Hai der Kultusminister auch verfügt, daß „insolange das Verhältniß der jüdischen Religion zum Staate nicht geregelt ist," die Rabbiner im Wege des kgl. ung. Steueramtes ihre Kongruabe.züge bezahlt erhalten." Dies alles, sagten wir. involvirt eine „höhnende Negirung" des kgl. sanktionirten orthodoxen Landes- Organisationsstatutes. Nun sagt aber das offizielle Organ unserer orthodoxen Zentrale, daß dies alles ganz einfach nicht wahr sei. In Angelegenheit des Kongruagesetzes hat Niemand eine Aenderung verlangt, „am a l l e r w e n i g st e n aber die Kongreßk a n z l e i." Welches ist nun die positive Wahrheit? Ich hoffe, die löbl. Redaktion des „Egyenlöseg". resp. die isr. Landeskanzlei. werde init weiteren Aufklärungen dienen. Die Wahrheit geht über alles. Und die jüdische Lesewelt verdient es, von jüdischen Körperschaften und Organen nobel bedient zu werden. " (Nachbemerkung der Redaktion. Laut den Berichten. die uns,von unserem ständigen Mitarbeiter vorlicgen, erachten wir es nicht als sehr nöthig, diesen Gegenstand weiter zu verfolgen. Der hochgeschätzte Verfasser dieses Artikels legt aber großen Werth darauf, die selbstverherrlichenden .Kundgebungen der isr. Landeskanzlei auf ihre Wahrheit zu prüfen.. Wir glauben

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