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Der Israelit · 1902-01-23 · Heft 7 (23.1.1902) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 7 (23.1.1902)
Date
1902-01-23
Page
– (sequence 7)
Language
German
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159 griff aus Rabbi Jvchanan ben Sattai. den Vater der Mischnah und des Talmuds, energisch zurückzuweisen. F e n i l l e t O «. Nach vierhundert fahren. 3ij Von Friedrich Rott. Ein Aechzen entrang sich ihrer Brust. „Ein Leben an Deiner Seite erscheint mir leer und nichtig. — Aber ich selbst habe mich dazu verurtheilt." „Wenn Du das einsiehst. Jsabella, warum geberdest Du Dich wie ein unvernünftiges Kind? Warum beschwörst Du eine Szene zwischen uns herauf, die unser Beider unwürdig ist?" „Warum? — warum? — Weil ich Dir den unglückseligen Wahn benehmen will, daß wir für einander paffen." „Zu welchem Zweck? — Bin ich denn weniger gebunden als Du?" i „Ganz gewiß. Dich hat Dein Vater nicht gefragt.; ab Du mich heirathen willst." „Weil er gewußt hat. daß es mein sehnlichster Wunsch war und ist." „Gleichviel, Du hast es ihm nicht versprochen." „Aber Du hast es versprochen." „Aber ich!" — Sie bedeckte die Augen mit der Hand. „O Gott!--Q Gott!" Unsäglicher Schmerz lag in ihren Worten. Das war zu viel für ihn; die bisher mühsam bewahrte Fassung schien ihn zu verlassen. Er trat dicht an sie heran, sein heißer Athem berührte ihre Stirn. „Jsabella!" flüsterte er mit heiserer Stimme, „weißt Du, was ich vermuthe?, daß der Jude Dir einen Zaubertrant gegeben hat — daß Du in den Juden verliebt bist." .-- Sic stieß einen unartikulierten Schrei aus und sprang auf. Ihr bisher so bleiches Angesicht war wie mit dunkler Gluth Lbergossen. in ihren Augen sprühte es wie ein verzehrendes Feuer. Hoch aufgerichtet stand sie ihm gegenüber mit ausgestrecktem Arm. „Hinaus!" Und wenn Du Dir noch eine einzige derartige Andeutung erlaubst, so ist es aus zwischen uns — unwiderruflich!" — „Wie?! Du könntest Dein Wort brechen, das Du dem Sterbenden verpfändet hast?" „Wenn Du mich verhöhnst — ja! ja! ja!" „Ein Wortbruck!" „Es wäre schon jetzt kaum ein Wortbruch. — Das letzte Wort des Onkels war: „werde glücklich". — Ach! und ich bin so unsäglich unglücklich!" Er preßte die Livpen auf einander, aber er gelobte sich, nie wieder seine Haltung ihr gegenüber zu verlieren. „Jsabella!" sprach er innig, „kannst Du mir verzeihen?" — Sie zuckte mit den Achseln, aber sie schwieg. „Jsabella. wenn Du wüßtest, wie ich meine, ich gestehe es selbst, durch nichts berechtigte Aeußerung bereue —" Sie athmetc sckwer auf. aber sie schwieg noch immer. „Wenn Du doch bedenken wolltest — Du weißt es ja. seit wie lange ich Dich liebe — und nun, wo ich mich endlich am Ziel all' meines Höffens, all' meines Sehnens glaubte, nun von Dir hören zu müssen. — was ich von Dir gehört habe — Ein tiefer Seufzer entrang sich ihrer Brust. „Verzeihe!" sprach sie leise. „Ich soll Dir verzeihen? — Ach wie gern, wenn ich nur hoffen dürfte, daß auch Du meine wahnsinnigen Worte verziehen Hast." „Ich fürchte, wir werden einander oft und viel;u verzeihen haben „Das hat nichts zu sagen. Geliebte!" — Er fühlte sich schon wieder ganz sicher. „Es gibt nichts, was wahre Liebe nicht verzeihen würde. — Und wenn Du mich mit Füßen treten würdest, ich würde es Dir verzeihen. wenn ich nur Deine Füße an meine Lippen drücken dürfte." Sie zog die Stirn in Falten. „Sprich nicht so —" „Warum soll ich nicht so sprechen, wie ich denke, wie ich fühle, wie ich —" „Entschuldige, daß ich Dich unterbreche — ich habe Dir noch eine Mittheilung zu machen." „Bitte." — „Ich halte cs nämlich für angezeigt." begann sie zögernd, „alle unangenehmen Fragen auf einmal zu erledigen." „Ganz meine Ansicht, dann wird mit Gottes .Hilfe, die vollkommenste Harmonie zwischen uns herrschen." Sie unterdrückte einen Seufzer, öffnete den Mund, als wolle sie sprechen, brachte jedoch kein Wort hervor. „Es scheint Dir nicht leicht zu werden, Geliebte, bitte, thue Dir doch keinen Zwang an — vielleicht ziehst Du es vor. nur das Betreffende schriftlich mitzutheilen —" „Nein, nein!" „Wie Du willst — ich bin ganz Ohr. Du hast bereits gesehen, daß ich viel ertragen kann, und kennst meine Gesinnung.Also?—Es kann doch nichts Nergeres sein, als. was Du mir vorhin gesagt hast —" „Nein, gewiß nicht. Ich hoffe sogar, daß es Dir vollständig gleichgültig sein wird, daß -- ich mich nämlich bei unserer nach'einem Jahre stattfindenden Vermählung nicht auf Gütergemeinschaft einlaffen werde." Herr von Rauhenstein wechselte die Farbe, aber er beherrschte sich. „Wenn Du nur das „nach einem Jahre" weggelassen hättest und nicht immer und immer wieder auf das leidige .Geld zurückkommen wolltest "

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