Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 5 (16.1.1902)
- Date
- 1902-01-16
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2449795-2449801--55153-2517766- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
werden würde. Der.Entwurf spricht zwar stets nur von Fremden, aber, wie bei allen rumänischen Gesetzen, trifft dieser Ausdruck hauptsächlich die Juden. Es wäre sehr gut, wenn die Presse aller Länder die Aufmerksamkeit des Publikums auf diese neue Verfolgung, welche sich vorbereitet, lenken würde. Berlin, 11. Jan. In aller Stille ist hier kürzlich eine Feier vollzogen worden, die es wohl verdient, daß das gesammte konservative Judenthum von ihr erfährt. Das Rabbinerseminar zu Berlin hat sechs seiner Schüler zu Rabbinern ordinirt und nach dem Brauch, der sich seit zwei Semestern eingebürgert, ging der Entlassung eine feierliche Veranstaltung voraus. Von den sechs Herren, die im letzten Halbjahre ihre mündlichen und schriftlichen talmudischen und wissenschaftlichen Examina absolvirt hatten, den Herren Camille Bloch, Dr. Josef Bloch, Max G u g e n - heim, Moses Hoffmann, Dr. Sylvian Lehmann und . Dr. Abraham Schweizer, gaben die Herren Dr. Josef Bloch, Gugenheim> Dr. Lehmann und Dr. Schweizer eine Probe ihres Könnens. (Herr Hoffmann war bereits im Besitz der nx*nn mnn und Herr Camille Bloch war durch Unpäßlichkeit verhindert.) Sie hielten halachische Vorträge B'pbin und es waren schwere naipro wtzrw. die zur Behandlung kamen. Heilige Freude schwellte die Brust der Hörer, als sie jene altehrwürdigen Themata in der Sprache der Jeschiwoh behandeln hörten, und die Vortragenden, nachdem sie eine. Stunde hindurch gesprochen, erklären mutzten, daß sie nur eine kurze Zusammenfassung dessen geben könnten, was sie über ihre! rnv zu sagen hatten. Am ersten Tage sprach Herr Gugenheim über das Thema: D'22 xba nci ortx irxtf npro nvt -rx er« m -lontwi nn A.nw. (mx '“j») rnsnu noa'n pi 7« pm oipaa. Herr Dr. Lehmann über nrr'rv xxv» nana pa paart p">2 n:vr>2 '2 anrp amr» W2'NN '22 N2XN2 'XN NVN2N sv N2'nm MOST H2W 2NX NV'NNN /; -IN' itzL>2ru '2ixnr> rw» v-npi -M'N bv nnnx xtz IX NV'NL>N c*np P22N p-I2 X pNVV vrr.ipn ax p-IN 7« ,X17I na und Herr Dr. Schweizer über :nvp Nvrrtz rs&v nnx ’mwwr 'XJV n^rTnnx riaci rtxn a-np zy pntnb ptsno no nccn nrtx tzirwtz xa nran v'vn snn nvp2 na'VS iBWi ’h nunntzi najn }o penn np'tz Ve» e» a'ann vevL Am folgenden Tage versammelte sich das Kuratorium, das Dozentenkollegium und die Hörerschaft in der Bachurimsynagoge^ Räch dem Vortrage des Psalms 19 durch den Rektor Dr. Hoffmann. bestieg Herr Dr. Josef Bloch die Kanzel und hielt einen Chiluk über das Thema '2 wa, bv naa naa px ex rnn prw w 21a *x maa itexn sin niw» mo v"pex .vnna ax a'-rtai '2 jpia'ji feya -1x2^1 rwyn S» 2v na »eiä .ans nnxtz ruraro Hierauf nahm der Rektor das Wort zu einer Ansprai^ an die scheidenden Schüler. Im Anschluß an Jesajah VI, 3: ntex 'v nx tax 77 bip nx yavxi 'jnbr 'Jin nvxi vb ']b' 'vi führte^Bedner^ etwa Folgendes aus: Schwer und verantwortungsreich ist die Frage für den Lehrer nbax'anx Wen soll ich aussenden? In alter Zeit traten- Tausende in das Lehrhaus ein, und nur Einer fühlte sich berufen, ein Lehrer in Israel zu sein. Heute, wo der Materialismus der Tage und die Roth der Verhältnisse dazu geführt habe, daß die Thorastätte nur von denen aufgesucht wird, die zu der Würde eines Lehrers und Führers in Israel, wie zu einem anderen Lebensberufe vorbereiten, da dränge sich die Frage auf die Lippen ntze»x 'S nx wen sollen wir aussendend Aber noch bedeutsamer, noch schwerwiegender sei die Frage 12b tn Wird auch der Ausgesandte ein Gesandter Gottes sein? wird er für uns wandeln, die Fahne des altüberlieferten Judenthums Hochhalten und nimmer von ihr lassen? Nun '22n xx: ':r6ttv daß Sie jetzt sprechen '22n hier sind wir, daß Sie trotz allen Fährnissen, mit denen die geistigen Mächte der Jetztzeit den Lernenden und Strebenden bedrohen, sprechen dürfen: '227». Wir sind hier, wir stehen noch auf demselben Standpunkte, wie damals, da wir in die Anstalt traten, daß Sie mit Abraham sprechen '22N. Wir sind zum größten Opfer bereit, daß Sie mit Mosche sprechen '22n. Wir wollen die Mission übernehmen, das gibt mir die Gewähr, daß ich Sie aussenden darf, und so erfülle ich denn Ihre Bitte '2i-&e» und überreiche Ihnen im Namen des Rabbiner- Seminars Ihre Autorisation als Rabbiner. Nachdem die Herren die Diplome entgegengenommen hatten, dankte Herr Moses Hoffmann iin Namen der scheidenden Herren Rabbiner den Dozenten für die Belehrungen und Anregungen, dir sie ihnen hatten zu Theil werden lassen. Diesen Dank wolle er in der Form eines Gelöbnisses abstatten mit den schwerwiegenden Worten rwn nvwa „Erfüllen wollen wir. erfüllen, was uns gelehrt worden." Gerade die neueste Zeit hat es erkannt, daß wohl viele Menschen das Gute wollen, daß sie aber nicht die Kraft besitzen, es in Thaten umzusetzen; und so greift der Staat durch Gesetze ein. den Einzelnen zu zwingen, daß er das Gute vollbringe. So kehrt jetzt die Menschheit zu dem zurück, was das Judenthum vom Anbeginn verkündet hat: nicht nur Glaubenssätze bekennen, nicht nur Lehren verbreiten, sondern Gesetze üben wollen wir. Aber tws», wir wollen nicht bloß erfüllen, wir wollen auch wirken, denn dazu sind wir ja ausgesandt. Lehrer und Führer zu sein in Israel. Groß sind die Schwierigkeiten, die dem jungen Rabbiner sich entgegentbürmen. Bald kann er ’wn bx e’aa »re durch sein Ungestüm, seinen jugendlichen Uebereifer mehr zerstören, als aufbauen, oder er macht schlimme Erfahrungen, rr new '2 pxn n» 2:2 '2 nn>2ö x*w “1213? aa*» vn b'zzh und er denkt sich, die Ruhe ist gut, meine Stelle so schön, und er läßt sich Alles bieten und wird zum bezahlten Knecht. Aber, nw: stpj wir sollen nicht nur erfüllen, wir sollen nicht nur wirken, wir sollen auch weiter forschen! Wohl vermögen wir nur in einem kleinen Lebensgebiete uns