Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 4 (13.1.1902)
- Date
- 1902-01-13
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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'»•»»«WM«-'- T7-rn»», getreulicher Pflichterfüllung und hingebender Liebe zur Heimath vorangehen. Die aus allen Gauen Deutschlands eingetroffenen Telegramme und eine von in Frankfurt a. M. weilenden Ortskindern gewidmete Adresse wurden von Herrn Israel Lamm f r o m m zur Verlesung gebracht. Tiefgerührt dankte Herr Ullmann für die ihm erwiesenen Ehrungen, und in demselben Sinne sprach der Schn des Jubilars, Herr Joseph Ullmann aus München. Nach Schluß des offiziellen Theiles trat der Humor in seine Rechte. Zahlreiche Vorträge setzten die Lachmuskeln in Bewegung. Besonders zu erwähnen sind die vortrefflichen eigenen Dichtungen von Frl.! Fanni Sänger, welche großes Talent bekunden. i Irl. Hedwig Reiter und Herr Ignaz Lamm jf brachten eine Serie oberbayerischer Dialektdichtnngen und die Herren Gustav Einstein und Adolf Leiter. eine Anzahl zündender Kouplets. I Das Fest dauerte bis zum frühen Morgen und j wird allen Vuttenwiesern, sowie den zahlreichen Frem- V den eine liebe Erinnerung bleiben. I. L.; 2lns dem Tistriktsrabbinat Ansbach, 8. Jan. j- Am vergangenen Sabbat feierte die israelitische Ge- | meinte zu Ufsenheim das 25jährige Dienstjubiläum s ihres Lehrers Abraham Strauß in sehr würdiger. Weise. Se. Ehrw., Herr Distr.-Rabb. Dr. K o h n aus Ansbach, ein warmer Freund von Lehrer und Schule, war bei der Feier anwesend und hielt nach Schluß des . Schachris-Gebetes die Festpredigt, welcher der Text aus der Sidräh zu Grunde gelegt war: “*s zv rvnx als gewandter Kanzelredner weit über die Grenzen des . Rabbinats bekannt, sprach er in meisterhafter Weise I über die Wichtigkeit und Schwierigkeit des Lehrerj berufes, dessen Thätigkeit in der Schule, in der Syna- . goge, über das Verhältniß zur Gemeinde und zu den einzelnen Mitgliedern, das Verhältniß zur Außenwelt, und schloß mit einem Gebete für den Jubilar, für die Gemeinde, für König und Vaterland. Mit einem Ehoral nach der Predigt schloß diese Feier in der Snnagoge, an welcher auch sonstige Bürger der Stadt Theil ' nahmen. Um 11 Uhr fand im Rathhaussaale die offizielle Feier statt, an welcher der Bezirksvorstand. , Herr Regierungsrath Stobäus. die protestantische j Geistlichkeit, der Rektor des Progymnasiums mit den Professoren, die Stadtlehrer, der Bürgermeister mit I mehreren Magistrats- und Kollegiumsmitgliedern und j viele Bürger der Theil nahmen. Der Verlauf dieser ' Feier war wirklich ein Kiddusch haschem. Hier begrüßte zunächst der Stellvertreter des Vorstandes, Herr Kaufmann Flamm, die Versammlung, hob in längerer Rede das segens- und erfolgreiche Wirken des Herrn Lehrers in' seiner Gemeinde hervor, sprach den Dank und die Glückwünsche der isr. Gemeinde aus, . mit dem Wunsche, daß es ihm auch von Gott beschieden sein möge, nach 25 Jahren das 50jährige Jubiläum in. gleich würdiger und ehrender Weise feiern zu können. 89 Als Zeichen der Anerkennung überreichte Redner im Namen der Gemeinde eine prachtvolle, silberne Menauroh, im Aufträge des Frauenvereins eine silberne Esrog-Schale, und brachte zum Schlüsse ein Hoch auf den Jubilar aus. Hierauf sprach Herr Regierungsrath Stobäus, betonte den dornenvollen Beruf eines Lehrers, die Fülle von Arbeit und Enttäuschungen während einer 25jährigen Dienstzeit, sprach auch der Kultüsgemeinde seine Anerkennung aus, dabei hervorhebend, daß die Gemeinde nicht nur den Jubilarsondern auch sich selbst ehre, zollte dem Jubilar Worte der Anerkennung, insbesondere auch in Bezug auf den Verkehr mit der Außenwelt. Se. Ehrw. Herr Distriktsrabbiner Dr. K o h n sprach hierauf über die Wichtigkeit des" Amtes als Lehrer und Verather der Gemeinde und übergab dann dem Jubilar das Diplom der Chower-Würde, mit welchem der Gefeierte bereits beim Morgengottesdienste zur Thora aufgerufen wurde. In äußerst geschickter Weise entledigte sich der Redner der schwierigen Aufgabe, die Bedeutung dieser Auszeichnung der Versammlung eingehend zu erklären. Der Jubilar dankte hierauf allen Rednern und für alle ihm zu Theil gewordenen Ehrungen und schloß mit einem Hoch auf Bayerns Regenten, Prinzen Luitpold, Rach erfolgter Gratulationskur fanden sich sämmtliche Familien der isr. Gemeinde in der Wohnung des Gefeierten zur Beglückwünschung ein; sehr zahlreich waren die Geschenke, die eingelaufenen Telegramme und Gratulationskarten. Abends fand im Geuder'schen Saale ein Festkommers statt, woselbst Vorträge der Stadtkapelle mit Gesängen, humoristischen Vorträgen und Toasten abwechselten, letztere auf den Jubilar, auf die Frauen, die, Kultusgemeinde und auf Se. Ehrw. den Herrn Disiriktsrabbiner. Bis gegen .Mitternacht dauerte die gesellige Zusammenkunft und man trennte sich mit dem Bewußtsein, einen herrlichen Tag, würdig der Gemeinde und würdig des Jubilars, beschlossen zu haben. Dem Jubilar, der seinen Beruf in Pflichttreue, in Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit ausübt. ein J're Schomajim, der ein Vorbild in Religiosität und Frömmigkeit seiner Gemeinde und der Jugend ist, der durch seinen Verkehr auch mit der Außenwelt sich die Sympatien aller Mitbürger erworben, wünschen wir auch ferner jtcbh -—v.t 'TifCK. A. Hube r , Windsbach. U n g a r n. Budapest, im Jan. Der vierte isr. Gemeindedistrikt (Kongreßpartei) hat dieser Tage seine Generalversammlung abgehalten. Der wichtigste Gegenstand war wieder die Frage, ob es nicht möglich wäre, mit den Orthodoxen zu einer Verständigung in Angelegenheit der Einberufung eines Kongresses zu gelangen. Die jüd. Abgeordneten W e ß i und W i s o n t a i, ine zum ersten Male einer derartigen Sitzung beiwohnten, mochten gemeint haben, daß diese Frage vielleicht noch nie- WWWWMM'ZWMIWSWMWWWW