Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 3 (9.1.1902)
- Date
- 1902-01-09
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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gleich einschickt. so werden Sie begreifen, daß es uns schiver fällt. aus unserem Herzen eine Mördergrube zu machen, und das Geld zurückzuschicken. weil es der Bewegung gehört, die es dringend braucht. Indem wir es annehmen, verletzen wir vielleicht die Zentrale, von der der Verein sich losgelöst hat. oder sich nicht anschließt. Da wir also eine Vorschrift nicht hatten, so haben wir immer langwierige Korrsoondenzcn zu führen gehabt, die unsere Arbeit nicht verminderten. Daher muß nothwendig für diese Schwierigkeiten in zwei Richtungen vorgesorgt werden. Erstens. indem wir für die Streitigkeiten, die entstehen können, ein Schiedsgericht errichten, welches nicht mehr, wie das Aktionskomitee, zu administriren. sondern einfach Recht zu sprechen hat. Dieser Ausspruch muß von denjenigen, die in der Organisation bleiben wollen, anerkannt werden. ferner werden Sie für den Fall. daß es sich um Entstehung solcher Vereine oder Gruppen bandelt, die aus örtlichen und verschiedenen Zlocckmäßigkeitsgrunden stark und reif genug sind. sich, selbst zu organisiren. Mittel finden müssen, diese neuen Vereine der Bewegung zu erhalten, dadurch, daß sie sich gewissermaßen selbst erhalten. Eine gewisse Anzahl von Vereinen soll berechtigt sein, sich zur Förderation zu erklären. Dann entfällt die Schwierigkeit, daß einzelne Vereine behaupten. mit Recht oder mit Unrecht, die bestehende Landesorganisation entspreche nicht allen Wünschen und Verhältnissen und das Aktionskomitee solle entscheiden. Das können wir in der Regel nicht. Ist diese Vereinsgruppe'stark und zahlreich genug, so bringt sie für die Richtigkeit ihrer Forderung, eine gewisse Selbstverwaltung zu erhalten, einen Beweis. Wir bringen deßhalb den Vorschlag, daß in den Ländern, in welchen eine Förderation oder eine Landesorganisation besteht, dort auch neue Vereine, oder sich ablösende Vereine, in einer Zahl von mindestens fünfzig, das Recht haben sollen, als Föderation aufzutreten, und das Aktionskomitee- Mitglied wird mit dieser neuen Föderation ebenso verkehren. wie mit der bisherigen. Unter den eingereichten Anregungen will ich besonders die von Dr. Tschlenow erwähnen, der wünscht, daß der Kongreß nicht wie bisher alljährlich, sondern nur in jedem zweiten Jahre abgehalten werde und daß in den kongreßlosen Jahren eine Konferenz einberufen werde, an welcher die zu bezeichnenden Funktionäre theilnehmen sollen. Diese Bestimmung schließt es nicht aus. daß. bei Eintritt einer fotzen Entscheidung der Eongretz sofort einberufen wird. Zusammensassend will ich sagen, wie sich mir das Bild der künftigen Organisation vorstellt. Sie ist doppelt: Die eine, allgemeine, auf dem Schekel beruhende, zum Kongreß führende. ist diejenige, toelche zur Wahl des großen Aktionskomitees u. zur Führung der Geschäfte führt; die andere ist die in den einzelnen Ländern daselbst nach Maßgabe und Möglichkeit der bestehenden Gesetze einzurichtende. Diese Landesorganisationen werden durch die Aktionskomiteemitglieder mit der gesammten Bewegung Zusammenhängen. Da wird es sich empfehlen, alle möglichen Vereinfachungen einznführen. Tie Bervegung wächst, und wir muffen daran denken, mit unseren Kräften, die nicht sehr groß sind, auszukommen. (Beifall.) Korreferent in russischer Sprache ist Wischkin. Dr. B o d c n h e i m e r als Obmann des Organisationsausschusses ergänzt: Die Vereine werden in den einzelnen Ländern zu Landesorganisationen .zusammengefaßt. an deren Spitze ein Landeskomitee steht, das alljährlich die Vertreter der Vereine zu einem De legirtentagc zusammenberufen muß. Das Exekutiv komitee des Kongresses ist das engere Aktionskomitee. Reue Einrichtungen sind die gemeinschaftlichen Sitzungen des großen Aktionskomitees mit dem ständigen Ausschüsse, der permanente Legitimationsausschuß und das Schiedsgericht. Rach der Verlesung der Organisation in der neuen Fassung wird die Generaldebatte eröffnet. Dr. Tschlenow: Tie Kongresse und Konferenzen sollen nicht in einem und demselben Jahre stattfinden. um der Geschäftsüberhäufung zu entgehen. Der Kongreß soll das zionistische Programm beschließen, er soll den Rechenschaftsbericht abnehmen oder verwerfen, weil diese den Anreiz zu neuer Thätigkeit geben. Er bestimmt die finanziellen Mittel, und er dient als Agitatiönsmittel. Wir müssen jährlichen Bericht und den Schekel haben, deßhalb sollen die Kongresse in große und kleine getheilt rverden. Die Organisation der großen bleibt die alte. Die kleinen werden aus dem großen Aktionskomitee. dem Aufsichtsrath und den Direktoren der Bank, den Vorsitzenden der ständigen vom Kongresse gewählten Ausschüsse zusammengesetzt. Die Sitzungen werden in öffentliche und geschlossene getheilt. In den elfteren sollen die Berichte des engeren Aktionskomitees und der Landeskomitees verlesen werden. Dr. Ro ke sch: § 13. der bestimmt, daß die Wahlen vier Wochen vor Beginn des Kongresses vorzunchmen sind, ist nicht eine Verbesserung, sondern eine Verwässerung. Wenn in den letzten vier Wochen Vereine entstehen und Delegierte wählen können, kann der Kongreß mit lauen und schlechten Zionisten überschwemmt werden. § 14 lautet, daß jeder Verein, ohne Rücksicht auf seine Größe, einen Delcgirten wählen kann, so daß eia Verein mit zehn Mitgliedern einen Telegirten wählen kann. So können die Lander, die in Minderheiten sind. Nebermacht erhalten. Es darf am Prinzip, daß nur ein Verein mit hundert Mitgliedern, einen Deleairten wählen kann, nicht gerüttelt werden. Unsere Einnahmen reichen nicht aus. Wir habe» einen Ausgabenüberfchuß von 42.000 Frcs. (Hört! Hört!) Die Einnahmen müffen erhöht werden; wahrscheinlich durch Schekelerhöhung. In einer glänzenden, im Jargon gesprochenen Rede, mit der er zu. wiederholten Malen den Beifall und die Heiterkeit seiner Zuhörer hervorlockt, spricht