Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 3 (9.1.1902)
- Date
- 1902-01-09
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2449795-2449799--55112-2517723- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
73 Vir;,!, der bic .Bci»uuiqrii der «.Kranken und Invali ditätskancn täglich voi Äugen sieht, nichts anderes er » arten, als daß ich solche Institute auf's Wärmste empfehle. llsilct die dringenden Bedürfnisse -zur ölonomi. schen Hebung endlich gehört die Schaffung eine- 'Jl o 1 hst and s f on d. s. Rasche Ausgaben in Roth fallen thut ofr Rotki: diese Forderung bedarf keiner weiteren Begründung. In den Fragen, die uns beschäftigen, fallt den Or> ganen des Kongresses und des Aktionskomitee; eine rnöralisü: Bedeutung zu. indem sie mit der Macht ihres Ansehens eintrcten. In manchen Punkten, ist auch ein aktives Eingreifen erwünscht. Der 5kongrest soll zu geeigneter Zeit die Schaffung eines Rothstandsfonds lvschlicsten. Dem Kongresse liegt es ob. für die siatisti . schen Erhebungen die nothigcn Mittel zu bewilligen, bezw. die Vorbereitungen einzusiiten und für di; ein hciiliche Durchführung Sorge zu tragen, l*in Austausch von Erfahrungen ist unumgänglich nothwendig. rollen nicht zwecklose Versuche wiederholt »'erden. Im Aktionskomitee isi die Zentrale, in den Vereinen sind die Abtheilungen. in denen sozialpolitische Erfahrungen gesammelt werden. Einer anderen Organisation fällt bei der Durchführung des wirthschaftlicben Program mes ein: wesentliche Rolle zu: di; einzelnen Landsmannschaften haben ein den wirthjchaftlichen Verhältnissen der Länder entsprechendes soziales Pro gramm aufzustellen: sie sind die Eentralcn der einzelnen lokalen Institutionen. Sie haben in Verbindung mit anderen Vereinen die Beruissördernng in Fluß zu bringen. Vor allem rollen die Landestomiiecs bei dem 'Re giernngcn und Völkern inr eine Besserung der ökonomischen Lage eintrcten. oder Verschlechterung abweudcn. K ougres: und Aktionskomitee sollen, wo immer cs sich j nur politisch: Ding; handelt, sernbleiben. Ten lokalen Vereinen und den Einzelmilgliedern liegt die Fühlnngsnahm; und Verbindung mit den Gemeinden ob. Wir bedürfen unserer Ortsgruppen umsomehr, als aus ihnen heraus die ökonomischen Institute in's Leben gerufen werden sollen. Nicht selten ist der It feile, zionistische Vrrein zu einer wirthschasilichcn Gruppe ge worden, die nach dcm Grundsatz; handelt: «Einer für Alle, und Alle für Einen'" Wo sich solch: Hilfe auf Gegenseingkei; fesrgesco.t hat. da ist keine Erschlaffung in der geistigen Arbci: cingetreren. sondern das Gefühl der EKmeinsamkeit der Interessen hat auch die geistige Arbeit verinnerlicht und erhoben: Mit diesem erquickenden Einblick und Ausblick in die Herzen und den Geist unserer Gruppen lasten Sie mich schlichen. Ter Zionismus ist ans den Punkt angelangl. wo Reden nichts. Thun aber Alles bedeutet! «Starter Beifall.) Mr. Green borg berichtet über den gleichen Gegenstand in englischer Sprache. Es wird dann Schlust des Traktandums ohne lveitere Debatte be schloffen. Es kommt hiernach der nächstfolgende Punkt der Tagesordnung zur Behandlung: Organisation. Referent des Attionstomitees ist Dr. Herzl. . Wir lmben ohne Vorbild neue Verhältnisse zu schaffen gehabt und dabei viele jugendliche Fehler begangen. Die Hauptsache ist. die Aufrichtigkeit und Verläßlichkeit der Vertretung zu sichern. Der Kongrest ist nur eine vollkommene Autorität, .wenn seine Entstehung eine möglichst gute, aufrichtige ist. Wir wollen den Vertretungslörpcr wirklich zum Ausdruck dessen machen, was di; zerstreuten Juden wollen. Mit dcm Wachsen der Interessen, welche sich um unsere Bewegung ansammeln, könnte auch bei manchen unpraktischen Leuten der Wunsch errvachen. sich durch Wahlen zum Kongreß einen Einflust auf unsere Besitzthümer zu sickern, die zu schaffen schwere Arbeit dieser Jahre gewesen ist. Vom Kongrest aus wird von den gewählten Vertretern der Einflust auf das finanzielle Instrument, aus das Altionskomitee, auf die Derrvaltuna des jüdischen Rationalfonds ausgeübt, den wir heute inaugurirt haben, an einer Stelle, die hoffentlich nicht das Mistfallen unserer Gegner Hervorrufen wird «in der Baseler Synagoge: D. Res.), und wir hoffen, dass es möglich sein wird, das Eindringen in den Kongrcst. gegen den wirklichen Willen des Volkes zu verhindern. Wir müssen also an die Wurzeln, an die Auftraggeber zurüclgehrn. und daher uns bemühen, die ersten Gruppen so zu lonstruiren. dass ein aufrichtiger, wirtlicher Auftrag für die Delegierten möglich sein wird. ~v Das ist der Hauptgesichtspüntt für die Umwandlung der Organisation. Es wird dazu nöthig sein, dast man für die stattgcfundenen Wahlen einen V e r ifi l a t i o n 4a u s s ch u st. der nicht erst in den Kongreß tagen seines Amtes waltet, sondern eine richtige Prii! sung der Wablmittel vornehmen kann, rechtzeitig konsiruiren. Aus diesen Wahlen soll der Kongreß und daraus das Aktionskomitee hervorgehen. Das Verl-ältnist des Aktionskomitees zu der Landesorganisation war bisher ziemlich unsicher. Auf der einen Seite wurde ihm zuviel Autorität zugemuthet. auf der anderen Seite zu wenig. Das ist begreiflich, denn, wie das bei iugendlichcn Organisationen der Fall ist, sind bei uns die Fontanellen noch nicht fest. Wir müssen Sicherung und Klärung . darein bringen, da wir den Verkehr der Zentrale mit den einzelnen Ländern und das Verhältnist der Vereine in den Ländern definitiv regeln. In einzelnen Agitationsgebieten herrscht Harmonie, in anderen nicht. Run entsteht immer wieder die Frage, wenn z. B. neue Vereine entstehen oder sich alte Vereine von der Landes. zentrale loslösen, ob sie direkt Verkehr mit dem engeren Altionslomrtee haben können oder nickt. Wir sind sehr geneigt, diesen Verkehr nicht zu wünschen, denn wir haben ohnehin sehr viel zu thun. Run sind.»vir in einer schwierigen Lage, besonders . wenn man uns Geld anbittet. Wenn ein gutwilliger 'Verein uns nicht nur Geld anzeigt, sondern den Ehet