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Der Israelit · 1902-01-09 · Heft 3 (9.1.1902) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 3 (9.1.1902)
Date
1902-01-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
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62 32.17 mutz crßsx erw x5? übersetzt werden: «die eure Väter nicht gekannt/ darauf weist;a schon der Parallelismus im ersten Halbvers hin. Das lehrt aber auch die semitische Sprachvergleichung, der zufolge ~7V! gleich ist dem arab. su ru u «wissen, kennen." — Richter 5,18 loirb n-er richtiger mit «Berg", gleich dem assvr. <ü»ck zu übersetzen sein. «Auf die Höhe des (Schlacht-) Feldes" gibt ein falsches Bild. — Zn Zes. 13.4 hat der Vers. aus einer richtigen Empfindung heraus das Wort «horch" hinzugesetzt, wobei er freilich übersah, daß eben an diesem Orte wie ein Znterjektionspartikel gebraucht wird und mit «horch" übersetzt'werden muss. Co auch an einigen anderen Stellen, wie Zes. 13,4 b und Zeph. 1.14; an letzterem Orte ergibt unsere liebersetzung ein herrliches, dramatisch lebendiges Bild, während die landläufige, auch hier noch festgehaltene: «es erschallt der Tag des Herrn" unschön und obendrein falsch ist. — Dass in Zes. 28,15 und 18 entgegen alten und neueren Ucbersetzern rr «Flut" und nichr «Geißel" bedeutet, wie anderswo, hat Barth u. a. O. S. 14 mehr als wahrscheinlich gemacht. Darauf Whrt überdies das Adj. "e*s? sowie der Vers 17. — Dir Uebersetzung in Zes. 29,16: «Doch nur zu eurem Verderben!" ist, weil den Zusammenhang durchbrechend, völlig unhaltbar: es muss vielmehr heissen: «O. über eure Verkehrtheit!" — An Stellen wie Zes. 29,21 u. a. hätte ich statt «Thor" das sinngemäßere «Gericht" erwartet, was bekanntlich *W sehr oft bedeutet. — In Zoel 4.21 bleibt das ", von nr. völlig unübersetzt. scheinbar nicht ohne Recht, weil das «und" der gewölssilichen Uebersetzung hier zumindest überflüssig ist. Doch wissen wir aus dem Arab.. dass 1 eine Schwur- und Betheucrungspärtikcl ist. die also auch hier vorliegen muss. Der ganze Sah heisst dann: «Ich räche ihr Blut, das ich noch nicht gerächt, so wahr der Herr in Zijon thront." Man vergl. hiermit das ex: Tser: — Amos 5,21 wäre zu übersehen: «ich habe kein Wohlgefallen an euren Festversammlungen." jr-x? mit «Opfer" wiederzugeben, ist eine geschickte, leicht begreifliche.Ausflucht. die die Schwierigkeit ahnen lässt, die dem Uebersctzer das Verbum bereitet hat. an dessen Klippen auch die Neueren gestrauchelt sind. Dass aber das Verb m oder nn die von uns angegebene Bedeutung hat, beweist sowohl das Arab. (vergl. Barth, a. a. Ö. S. 66). als auch Zes. 11.3. wo unbedingt übersetzt werden muh: «er findet Wohlgefallen" etc. Eine andere Leseart zu wählen, wie es Bernfeld, wahrscheinlich auf die Autorität Z. Halevi's gestützt, in. letzterem Falle thut. erachten wir für zumindest völlig überflüssig, mag die Variante noch so gut zum Folgenden passen. — Zn Prov. 12, 17 und 19, 5 und an paar anderen Stellen bedeutet rre «sprechen, künden" und ist von rrc «wehen" zu trennen, va in dieser Form, wie die Sprachgeschichte lehrt, zwei ursprünglich völlig verschiedene Wurzeln zusammenzeflossen erscheinen. — Hiob 3. 16 ist die Fortsetzung der Frage in Vers 11 und 12 und muh heissen: «W a - rum ward ich nicht gleich einer verscharrten Fehlge- . durt." Zn Vers 14 kann rzrr unmöglich «Gräb- I .! ' , statte" heissen und muß am ehesten wohl mit Wetzstein (bei Delitzsch. Anhang) .Trümmerstätten" bedeuten. So rühmen sich oft die mächtigen assyr. Herrscher der von ihnen wiedererbauten zerstörten Städte - nicht Minder, als der durch sie in Trümmer gesunkenen. — Zn Hiob 5.5 ist in dem zweiten Theile der ersten Satz- Hälfte die Steigerung nicht ausgedrückt worden, die in dem sonst überflüssigen dm liegt, etwa «und selbst', «und sogar". — Daß es eine Wurzel rrp «sprechen, verkünden" gegeben habe, deren Reste in Ps. 19. 5. Zes. 28. 10. Pf. 52, 11 und 40. 2 uns erhalten sind, hat Barth a. a. O. S. 29 sehr wahrscheinlich gemacht. Diese Annahme erhält Beweiskraft durch die merkwürdige Uebereinpimmung mit der Septuaginta, die inPs. 19, 5 sip mit «ihre Stimme" übersetzt, was übrigens die zweite Sayhälfte dringend fordert. Wie B. hier zu der Uebcrseyung kommt: («des Himmels) Glanz" ist mir nicht klar geworden, umsoweniger als er dasselbe Wort in Zes. 28. 10 richtig mit «Gebot" überseht. — Ps. 52. 11: «ich will harren deines Namens, weil er gütig ist im Angesichte Deiner Frommen", giebt gar keinen Sinn. Wohl aber erhält man die parallele Ergänzung des ersten Satzgliedes, wenn übersetzt wird: «ich will verkünden, daß Dein Name gross ist, im Angesichte Dritter Frommen", tvas inhaltlich Ps. 35, 18 gleich wäre. — Wenn der Verfasser auch grundsätzlich der Sprachvergleichung, die hebräische Wurzeln mit arabischen znsämmenstellt. um auf diesem Wege, die ursprüngliche Gleichheit resp. Verschiedenheit derselben nebenbei gesagt, in diesem Umfange falsch ist. so glauben wir doch im Vorstehenden eine Reihe .von Stellen aufgezeigt zu haben, die theilweise in der von uns angegebenen Bedeutung durch die Vergleichung mit dem Assyrischen, der er Berechtigung zuerkannt, ihre Stühe und Bekräftigung finden, zum größten Theile aber bei näherer Betrachtung derselben in ihrem Zusammenhänge eine strigente Beweistraft gewinnen, der sich wohl Keiner zu entziehen vermag. — . Was die Sprache der Uebersetzung betrifft, so hätte ich gewünscht, daß sie, speziell in den poetischen Büchern, eine poetischere, gehobenere, schwungvollere wäre. Ebenso müßten kleine sprachliche Unebenheiten oder richtiger Flüchtigkeitsfehler wie «der meist bekannteste" (XIX), «die an Inhalt und Sprache — zusammcnpaffen" (IV) «So viel dauerte das Reick Zsrael" (530) u. a. ausgemerzt werden. Nennen wir aber auch die Vorzüge dieses Buches! Zunächst die überaus lehrreiche, treffliche allgemeine Einleitung, deren Lektüre wir zur Orientirung aus das Angelegcntste empfehlen können. Sie gewährt aus verhältnissmässig knappem Raum (XXVIII Seiten) eine ausgezeichnete, sowohl wegen der Präzision und Straffheit in der Form, als auch der grossen Reichhaltigkeit des Znhalts vollauf anerkennenswerthe, interessante Uebersicht über die Einleitung der Heiligen Schrift in alter und neuer Zeit, über die Entstehung der einzelnen Bücher, die jüdischen Ueberfetzer ' und

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