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Der Israelit · 1902-01-09 · Heft 3 (9.1.1902) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 3 (9.1.1902)
Date
1902-01-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
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R7 Bei der lllersteigernng des Tischgebetes wurde der Crlös von Mt. ->2 erzielt, die. nebst anderen betracht Jid/rn Spenden. dem anwesenden pTrxi bb-z "xr fyrrn Mener von Mülbausen, für die Armen des bl. Landrs ubergeben wurden. Schweiz. 'I5rtfcl, r». Jan. Am verilostenen Donnerstag. 2. Januar m fcierie unser Schomrch Thora Verein einen Sijum auf den. jeden Donnerstag Abend von unserem hochgeschätzten und verehrten Herrn Rab biner Dr. C o h n vorgetragenen -uri" rrrx. AUt dieser Feier verband Herr Rabbiner Dr. Cohn die rm r.-n seinejüngst getauften Hauses, und ste gestaltete fidi ,111 einem echt jüdischen und erhebenden Feste, dessen . üch die Theilnehmer stetin Freuden erinnern werden. An demselben bethciligten sich außer den regelmästigen Zuhörern dieser Borträge auch die gerade bier an wesenden Herren Dr.Berihold Cohn. Astronom in Strastburg und Sally Guggenheim ans Berlin. Bei dem Mahle, für welches unsere liebenswürdige Frau Rabbiner in ausgiebigster Weise gesorgt hatte, theilte Herr Dr. Cohn mit. wie er vor ".' - Jahren, gleich nach dem Tode feiner sel. Mutter mit diesen Borträgen begonnen habe, wie ste ihm Drost gewährten und wie ste bcwnst: und unbewußt aus die Hörer ciuwirtlen und echt jüdische 7<’~z in ihnen ansreimen ließen. Cr svrach. wie er sich darüber freue in diese (legend den Tr-v.-r 7?» verpflanzt zu haben und wie er bosse. das; . dieser gute Früchte tragen werde. Aach dieser Rede, die mit großer Begeisterung ausgenommen wurde, er hob stch der Präsident des Vereins. Herr Cbarle- ')i o r d in a nn. um in einigen lief innigen Worten Herrn Rabbiner Dr. Cohn im Dramen des Vereins für seine unermüdliche und uneigennützige Dbätigleii seinen Dan! i-iiszusvrechcn. Aach ibui .".griff Herr S Te p 1 i n . ein eifriger Besucher alter das Wort, um in einer -vi «reichen Rede' dem Herrn Aab biner für seine Geistes und seiner Frau für ihre guten Kiichenprodutle zu dautcn. In sein aus die Frau Rad biner ansgebracktc- Hoch stimmten die Amveseuden gerne rin. Aach einigen Gesanasvort ragen desselben Herrn, trug Herr M. Ullmann mit seiner anae nehmen und lräftigen Stimme ein jüdisch humo . ristischcs Lied vor. worauf uns dann Herr und. phil. . A. F r i c d m a n n. der im mn m den *ra irr beschlosten harte, mit einigen guicn rr;?> nn erfreute. fi«!:iU sprach Herr C i s e u in a n n über den Frieden in uiCcrcr Gemeinde. indem er Hervorbob. welch' schönes Cinvernebmen zwischen allen Gemeindemitgliedern, trotz alter geschäftlichen Conrurrenz herrsche. Crst in vorgcrüdter Stunde endete das Fest. Wir wünschen unserem hochverehrten Herrn Aab biner. das es ibm noch lauge vergönni sein möge, in dieser Weit forizuwirten und .1—71 z-^-e zu ein. " P. I. K. Holland. •lliittutfrptfM, n. -Jan In iUr. 1. Jahrgang t :- des ^Israelit" finde ich einen Artilel, welcher in eigenthümlicher Weise unsere zur Blüthe gelangte Talmud Dbora beleuchtet. Ihr Gewährsmann nennt diese wohlthucnde und nutzbringende Cinrichtung eine Jargon-Schule. Ich tann mir nicht denlen. dast ein Glanbensgenostc Animosität gegen eine Talmud-Thora hegen oder zeigen tann. und must daher auf seine Un wistenheit Hiesiger Berhaltniffe schliesten. Unsere Talmud-Thora ist seit nunmehr fünf Jahren gegründet worden und ihre Gründung entsvrang der dringerdstcn Aoihwendigteit. In der Hafenstadt Anrwerpcn haben üch nach und nach viele unserer, armer: GtaubenSocnosten angesiedelt, welche aus Austland. Polen. Galizien. Rumänien oder anderen Staaten. durch die Aoth vertrieben, hierorts ein Asvl suchten, 'velchcs sogar Amerila ihnen zu bieten nicht im Stande war. weil die Auswanderer, um dort Cinlast zu erlangen, den Beweis der Crwerbsfähigleit ablegen müssen. Die Iehudim. die hier gestrandet, sind diejenigen, die am '.ingliieUichsten und elendesten waren. Die Cltcrn macken unserer Raste Ehre, sie gehen den verschiedensten Gewerben nach und ernähren sich, mit geringen Ausnahmen, durch ihrer Hände Arbeit. Während der Arbeitsstunden der Cltern besuchten die Kinder die Gemeindeschulen. fanden aber nach den Schulstunden das Clternhaiis von den Cltern verlosten, denn diese suchten nach Brod. und so verfielen die Kinder dem Strastenleben. und wären allen Versuchungen au-gesetzt. Um diesem Miststande entgegenzutreten, wurde unsere Talmud Thora begründet. Täglich von 4 7 Uhr Aachmittags. an Sonntagen von 10—J Uhr Vormittags und von 2—5 Uhr Aachmittags, werden im Durchschnitt "*<» Kinder dort unterrichtet. Wenn sie um 4 Uhr ans der Schult zu uns tommen. erkalten sie vor Beginn des Unterrichts ein Glas Thee und ein Brödcheu. und wenn die harte Jahreszeit da ist. sorgen wir für ihre Betlcidung. soweit es unsere be sckeidencn Mittel erlauben. Was nun den Borwurf des „Jargon" anbetrisfi. so must ick Ihnen bemerlen. das t e i n e - dieser .Kinder deutsch spricht, noch deutscher Abstammung ist. Die einzige Sprache, die diese aus aller Herren Länder hierher gewehten Kinder verbindet. die einzige, die ihnen verständlich, die einzige, durch welche man ihnen r.rr. einprägeii tann. ist das von Ihrem Korrespondenten so verpönte ..Jargon". Die lullern sprechen es zu Haus, in der Schule hören und lernen die Kinder islamisch." und wir tonnen uns glüc-lick schätzen, das; dies internationale „Jargon" crinirt. welches cs uns ermöglicht, diese verwahrlosten .Kinder dem Indenthum zu erhalten.- Der Präs, der Talmud-Thora: Iacg. Marcuse. E n g l and. Lvildon. 2. Jan. Heute Vormittag U) Uhr fand die Beerdig'.'.ng unseres verehrten Dajan. Rep. B. 5 p i e r s s. A.. auf dem Westham-Friedhofe statt. Sckon eine Stunde vorher vcrsainineUen sich über tausend Anwesende aus den entlegendsten Siadttheilen und der Umgegend. Das Konzil der United Synagoge war durch den Vizepräsidenten Mr. Albert Iesse'l. die

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