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Der Israelit · 1902-01-09 · Heft 3 (9.1.1902) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 3 (9.1.1902)
Date
1902-01-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
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56 die Erinnerung die jugendfrohe Heiterleit ihres Wesens, das Gewinnende ihrer äußeren Erscheinung, die reiche Güte ihres Herzens. Aber der höchste Adelsbrief ihrer Persönlichkeit war ihre tiefgründige tukt die strenge Sorgfalt in der Erfüllung aller jüdichen Pflichten, ihre freudige Begeisterung, wo es galt. Opfer zu bringen, um die Ausführung einer .TX2 zu ermöglichen. Wie ne mit kindlicher Verehrung ihren vor einigen Jahren Heimgegangenen Vater umgab, so fühlte sie mit der ganzen Andacht ihrer Seele die heilige Weihe, die in dem rr;n;;vT. rprs: ihres Schwiegervaters n:>c ~r* ", bv lag. und es war ihr das beglückendste Bewußtsein, an ihm als Schwiegertochter -x ^22 erfüllen zu dürfen. Alle ihre Gedanken webten um die Zukunft ihrer Ztinder, die sie dereinst, von jüdischem Pflichtbewußtsein durchdrungen. den Weg durch's Leben nehmen sollten. Und als sie schon schtverleidend auf dem Schmerzenslager ruhte, als nur noch wenige kurze Wochen sie vom Heimgang trennten und sie vorahnend den dunklen Mittig über ihrem Haupte schweben sah. da war ihre letzte heilige Sorge die jüdische Zukunft ihrer Uindcr. sie war ihr letztes gesprochenes Vermachtniß an den gleichgesinnten Gatten. »2^;*~x r:: 7!.".-cx, sie sah es leuchten vor sich das große Ziel ihrer Lebensaufgabe, aber Sm Hx nra nach Gottes unersorschlichem Rathschluß mußte sie früh von hinnen. Mit der Erhabenheit, die die nrcx verleiht, werden die Zurückgebliebenen das ihnen Beschiedene-tragen, und nur wollen uns starken an der nx-?, die in dieser r.srx rrrcrr nr:x verkörpert, ihren kurzen, leuchtenden Weg über die Erde zurückgelegi hat. Mit Recht lourden an ihrer Bahre die Worte gesprochen 2"22 rrn *2 }:r.r *r, rr*: nsri'c* 2 "rx "i* rzh 2~x?'r '27! -2X 2-x" k*c2 .cb*?n [2 22 22*2 rjcr 2,2 22*2 77.- Kalbert). Dem siebenundzwanzigsten Jahresbericht über die Verwaltung des „Jüdischen ssnrhosvitals" im Sool- und Seebade Kolberg entnehmen wir: Das ablauftndt Berichtsjahr stand während seines ganzen Verlaufes vom Anfänge bis zum Ende dauernd im Zeichen des Niederganges sämmtlicher Erwerbsverhältnisic. und da unsere Anstalt fast ausschließlich von der freien Wohlthätigkeit lebt und zehrt, traten wir am Beginn des Jahres mit recht bangen Sorgen in unsere Geschäfte ein. Aber trotz der Ungunst. unter welcher Handel und Gewerbe im verfloffenen Jahre schwer litten, dürfen wir dasselbe dennoch mit freudiger Genugthuung als ein besonders günstiges für die Entwickelung unseres Hauses bezeichnen. Durch die Zuwendung zahlreicher namhafter Schenkungen. Vermächtnisse und Stiftungen ist das Grundkapital wieder gewachsen, und die lausenden Betriebsmittel wurden von der freien Wohlthätigkeit uns wieder so reichlich zur Verfügung gestellt, daß wir in der glücklichen Lage waren, die Segnungen unseres Hauses wieder zu erweitern und fast bis zur äußersten Grenze der Leistungsfähigkeit auszudehnen. Die Reineinnahmen, mit Ausschluß des vorgetragenen Zkassenbeflandes. haben Mk. 4d.2I6.71 und die Rcinausgaben Mk. 21.461.Itt betragen, ferner sind Mk. 11.600 als namhafte Zuwendungen. Stif tungcn und Vermächtnisse bestimmungs- und statnten gemäß dem Grundvermögen zugefallen. Die Liste der Jahresbeiträge ist in diesem Jahre auf 1240 Mitglieder und eine Beitragshöhe von Mark 17.001.50 angewachsen. Im ablausenden Berichtsjahre haben £58 Personen Aufnahme in unsere Anstalt nachgesuchi und 416 derselben die Aufnahme zugebilligt erhalten. Davon und 205 wirtlich in die Anstalt cingetretcn und haben in vier Nurvcrioden vom 28. Mai bis zum 20. Sept. die Segnungen der Anstalt empfangen. Die Zahl der Pfleglinge ist daher gegen das Vorjahr zwar um 22 Personen gewachsen, hat aber nur annähernd die volle Zahl derer erreicht, -denen wir die Wohlthaten unseres Hauses zuwendcn können. Lingen. 7. Jan. Die seit elf Jahren hier bestehende öffentliche israelitische Volksschule i'Schuler zahl 24) wird mit dem 1. Avril 1902. auf Antrag der Gemeinde, eingchen — wegen Neberbürdung mit Schullasten. Das Lchrergchalt beträgt nämlich nach dem Lchrerbesoldungsgesey 12M Mk.. nebst 150 Mk. bezw. soo Mk. Mieihscntschädigung. Hierzu erhielt die Ge lneinde bisher, außer dem gesetzlichen Zuschuß von 500 Mart, noch 20" Mk. ans dem Provinzialsond und Ikx» Mark von „D. I. G.B." Um die Schule zu erhalten, bot die 51 gl. Negierung noch einen außerordentlichen Zuschuß von 4M Mt.'an. welcher jedoch nicht angenom nicn ivurde. Weder die Zusicherung, daß die Schul lasten in Zukunft nicht wesentlich steigen würden, noch die geplante Versetzung des Stelleninhabers vermochten die Schule vor der drohenden Auflösung zu schützen. (Jeder Leser, der nocketwas jüdisches Gefühl in seiner Brust hegt, muß bei Kcnntnißnahme solcher Ge meindebcschlüsse von tiefstem Schmerze erfüllt lvcrden. Red.) . Fcllcringcn. «Ober Elf., Am Donnerstag. 22. Tewet. umtbc hier die schöne und würdige Feier einer 7-.L Einweihung begangen. Iran Gabriel Marr stisretc zur ehrenden Erinnerung an ihren verewigten, durch Frömmigkeit und Wohlthun bekannten Gatten eine Thorarollc. die. in vorzüglicher Ausführung in Jerusalem 2’2T her-gestellt, an diesem Tage ihrer hl. Bestimmung übergeben wurde. Die drei zu dieser Zeremonie berufenen Rabbiner: die Herren Dr. Mener- Dhann. B a m b e r g e r - Sennheim. Schüler- Bottweiler, schilderten nach dem Minckagebei die hohe Bedeutung dieses festlichen Aktes in beredten und warm empfundenen 'Worten und knüpften daran die Hoffnung. daß der öleiit echtjüdischer Frömmigkeit, der die edle Spenderin ersülli. in deren Familie stets fortleben möge. Ein Festessen, das die zahlreich erschienenen Verwandten und Freunde der Familie in sroher. nnd gehobener Stimmung mehrere Stunden vereinigte, beschloß die festliche Veranstaltung, die auf alle Dheil nehmer einen tiefen und wohlthucnden Eindruck machte.

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