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Der Israelit · 1902-01-06 · Heft 2 (6.1.1902) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 2 (6.1.1902)
Date
1902-01-06
Page
– (sequence 20)
Language
German
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48 produziren Gelegenheit haben lverden. so aufmerksam aufgenommen. so gewissenhaft durchgtfiihrt werden, wie wir es bisher zu thun uns. bemühten. Herr Berger vermißt den Bericht des Aktionskomitees über seine Thätigkeit als Aussichtsrath. Ich glaube, daß insofern es sich hier um den Bericht handelt, bei dem Punkte der Tagesordnung, bei der jüdischen Kolonialbant. Gelegenheit sein wird. Fragen aN das Aktionskomitee. das als Aussichtsrath fungirt. zu stellen. Bcrwaltungsbericht hat es nicht zu erstatten, weil es keine Verwaltungsbehörde ist. Was es zu tfnm bat. ist. Nein zu sagen, wenn irgend etwas geschehen soll, was mit den Zwecken der Bant irgendwie im Widerspruch steht. Wir können nur sagen, daß wir kontroliren, daß das Geld in Sicherheit angelegt wird, und wir nicht Proforma Aufsichtsrath sind, sondern daß wir uns ständige Einblicke. selbst auf die Gefahr, manchmal in Konflikt zu kommen, sichern. Der Antrag Wortsmanns über die Besoldung der Aktionsmitglieder ist im Prinzip gewiß richtig und bereits in früheren Kongressen vorgebracht worden, aber den Standpunkt, den das Aktionskomitee damals eingenommen hat. nimmt es selbstverständlich auch jetzt noch ein. Wir glauben auch nicht, daß es mit der Stelle verträglich ist. eine Besoldung anzunehmen. Lassen Sie ihr diesen Charakter möglich'lange, es wird hoffentlich eine Zeit kommen, in welcher Ihr Aktionskomitee. oder wie Sie es dann nennen werden, sich eine Besoldung voin Kongreß wird geben lassen. Ich werde mich sehr freuen, wenn dieser Moment eintritt, aber eben so gewiß kann ich sagen, daß ich dann, nickt mehr im Aktionskomitee fein werde. Während also das Aktionskomitee diese Anregung ablehnt und Herrn Wortsmann bittet, seinen Antrag zurückzuziehen. bin ich auf der anderen Seite sehr geldgierig für das Aktionskomitee und bitte Sie dringend, dem Aktionskomitee recht viel Geld zuzuwendcn. über dessen Bestimlnung Sie bestimmen und über dessen Erfolge Ihnen Rechenschaft abgelegt tverden wird, für die Bestimmungen. die die Stärke unserer Bewegung im Auge haben. Damit möchte ich schließen, schicken Sie immer mehr Geld, damit wir immer mehr thun können. Schicten Sie zu dem Zwecke, nicht, daß es gespart werde, nicht damit gesammelt werde, sondern damit es zur -Befruchtung des Bodens, den wir zu bearbeiten haben, ausgestrent werde. (Beifall.) Die Absolution des Aktionskomitees wird emstimmig ertheilt. Schluß der Sitzung 7V, Uhr. Dritte Sitzung. — Beginn: Donnerstag. AbendS 9 Uhr. Sir Francis Mcntefiore (London) rekerirte über die ^.jüdische .Kolonialbank" in London. Die Bank wurde gegründet, um die finanziellen Mittel zu beschaffen. welche n'öthia sind, das Basler Programm durchzuführen. Die Bank, die seit zwei Monaten aktionsfähig ist. wird nach allen Regeln der Klugheit und nach den Grundsätzen der geschäftlichen Ehrlichkeit geleitet. Hierin liegt der Grund, warum sich die Bank gegenwärtig und in aller Zukunft mit der größten Vorsicht von allen Spekulationen und Experimenten ferahalten will. Diese Bank ist eine Boltsbank, denn sie wurde von den Groschen der ärmsten Juden, ohne die Hülfe der großen internationalen jüdischen Finanzkeute gegründet. Wenn die Bank sich Vorbehalten hat. in allen Thcilen nur erste Geschäfte zu machen, so geht doch ibr Hauptbestrcben in erster Linie dahin, in Palästina und Syrien die Kolonisation zu fördern, den Handel zu beleben. Industrien zu entwickeln, und so die Vorbedingungen für eine öffentlich rechtlich gesicherte Heimstätte zu schassen. Bei der Frage, ob die Bant ihren Aktionären gute Zinsen geben lvird. müssen also die agritülturellen Quellen und die Handelsbedingungen dieser Länder in Betracht gezogen tverden. und diese Bedingungen, das lehrt die ganze Litteratur, sind den Unternehmungen der Bank die günstigsten. Haben sich doch bereits schon mehrere Großmächte Europas mit Eifer angelegen sein lassen, in Palästina und Syrien die verschiedenartigsten Konzessionen zu enverben, und die betreffenden Regierungen sind hierzu durch den Rath von bewährten Männern veranlaßt worden, rvelche sich die genaueste Kenntnis, der dortigen Bedingungen durch langjährige Beobachtungen und Erfahrungen angceignet haben. Die zionistische Bewegung kann daher mit vollster Rübe und Zuversicht der kommenden Dhätigkeit der jüdischen Kokonialbank entgegensetzen. (Großer Beifall.) Die Diskussion über die Bankfrage lvird eröffnet. Dr. Mandelbaum. Tie Erwartungen, die auf die Bank gesetzt wurden, erwiesen sich als Irrthum.. Sie tvurde mit ztvei Millionen Antheilscheinen gegründet. man rechnete auf die Opferwilligleit der Inden, und ist irre gegangen. Tenn das jüdische Volk ist arm und elend, besonders die Rmnänen und Russen, und auf diese wurde gebaut. Man hat erwartet, daß die Subskription überzeichnet lverde. es haben Viele viel gezeichnet in der Hoffnung, daß überzeichnet werde, und haben sich darin getäuscht. Eine Aktie ist ein Wechsel, der aus den Markt getragen wird und wenn er gute Unterschriften hat. wird er gut gezahlt. Rur tvcnn nicht genügend materielle Sicherheit geboten wird, wird nicht gekauft. Man hat gezeichnet, nicht nur aus zionistischer Opferwilligteit, sondern man hat erwartet, daß die Aktien, steigen würden. Als aber bekannt wurde, daß die Gründer nicht Kapitalisten sind, sind die Leitte kühler geworden und haben die Aktien nicht eingezahlt, die sie gezeichnet hatten, besonders von Seite der Reichen. „Bon zwei Millionen Antheilscheinen wurden nur 250,000 gezeichnet." Damit dieses Papier für die Folge aufgcgriffcn lvird, muß die Hilfe eine radikale sein. Wir sollen nicht die reichen Leute vor die Stirne stoßen. . die Anzahl der Gründer soll erhöht werden und von den Landsmannschaften soll je ein Bankier in die Gründerreibe eintreten.

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