Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 2 (6.1.1902)
- Date
- 1902-01-06
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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34 sührung des antisemitischen Machwerks .Die Binder Israels* oder »Die Contrebaudefchmugglexin Petersburg. ivelche große Skandale und Schlägereien hervorgeruscn hat. kurz berichtet. Dasselbe Schicksal erlebte das, Stück auch in der Provinz, und überall, wo es zur Ausführung gelangte, wurde es mit Pfeifen und Johlen niedergezischt. Jetzt berichten ruffische Blatter über eine Gerichtsverhandlung in Katars (Kaukasus), welche mit dieser Angelegenheit zusammenhängt. Als Angeklagte befanden sich die Studenten Fürst Lurdkivöndse, K. Kinidse und A. reubelati. welche brschuldet rvaren. bei der im Kutaiser Stadttheaier stattgehabten Ausführung der .Zunder Israelssich gröblich gegen die Ruhe vergangen und gegen polizeiliche Verfügungen aufgelehnt zu haben. Fürst Lurdkipondse soll nämlich gleich zu Beginn der Vorstellung laut ausgerufen haben: .Im Rameu der Studentenschaft ersuche ich das Publikum, das Theater zu verlassen. Kein anständiger Mensch darf der Aufführung eines abscheulichen Machtverkes beiwohnen, welches unsere Litteratur herabwürdigt und beschmutzt, indem es gegen eine ganze Ration die niedrigsten Verleumdungen richtet. Rur Lumpen bleiben hier!- Diese Ansprache verursachte einen Sturm im Publikum und es kam zu heftigen Schlägereien. Rach Einvernehmen, mehrerer Zeugen verurthcilte das Gericht die drei Studenten zu Keinen Geldstrafe« wegen Ruhestörung. Amerika. Baltimore, im D»z Nabbiner Dr. Henrv W. S ch n t rb er g e r beging dieser Tage sein 25jähriges Jubiläum als Rabbiner der»Chizut Emunah-Congregation.- deren Gotteshaus sich an der Ecke von McCulloh- und Moshcr-Stratze befindet. im Kreise seiner Gemeinde-Mitglieder durch eine eindrucksvolle Feier. Die Feier wurde durch einen Chor .Ma Tovu" eröffnet, worauf Dr. Aaron Friedenwald im Namen der Kongregation dem Jubilar ei« hübsches Ehrengeschenl in Staatspapieren überreichte. Hierauf hielt Herr Rabbiner Dr. Adolph Gutt - macher von der Madison-Avenue-Congregation im Namen des .Rabbiner-Vereinseine Ansprache an Dr. Schnecberger. und Rabbiner Dr. Wm. R o s e n a u von der. .Ohcb Shalom--Congregation gratulirte dem Jubilar im Namen der Schwestergemeinden. Herr Isaac Lobe Straus sprach im Namen der ehemaligen Zöglinge von Dr. Schneeberger, und Cantor Hermann Glatz reciiirte daraufhin den 100. Psalm. Nun hielt Dr. Schneeberger eine geistvolle Rede, in welcher er den Anwesenden mit tiefempfundenen Tantesworten für dir ihm erwiesenen Liebesbezeigungen und Ehrungen dankte, und zum Schluffe wurden dem Jubilare die Gratulationsbeschlüffe der Gemeinde. kalligraphisch ausgeführt und hübsch eingerahmt, überreicht. Rabbiner Dr. Schneeberger ist im Jahre 1843 in Newyort geboren, woselbst sein Vater eia bekannter Geschäftsmann war. Er erhielt seine erste Schulbildung in den öffentlichen Schulen jener Stadt. Seine erste höhere Bildung erhielt er in der Columbia-Vorbereitung-schule und im »Columbia-Colleg.* Aon letzterer Lehranstalt erhielt er das Diplom eines Baccalaureus. Seine ersten theologischen Studien machte Dr. Schneebergcr unter der Aussicht von Prof. Sachs und Prof. Selig Newman. Nachdem er seine Studien im »Columbia-Collegvollendet hatte, begab sich Dr. Schneeberger auf zwei Jahre nach Mainz, um unter Dr. M. Lehmann einen theologischen Kursus durchzumachen. Von Mainz begab t\ ,'d) nach Eisenstadt, um den Vorlesungen von Dr. Hildesheimer beizuwohnen, und als der Gelehrte nach Berlin übersiedelte, folgte ihm Dr. Schnecberger dahin nach. Im Jahre 1872 wurde Dr. Schneebcrger zum Rabbiner und Superintendenten der »Poel Zedel--Congregatwn in Newyork gcwähll, woselbst er bis zum Jahre 1876 verweilte, als er einem Rufe an die »Chizul Emunah--Gemeinde Hierselbst Folge leistete. Sein Wirken hier war in jeder Hinsicht von Erfolg gekrönt. Nicht allein wuchs unter seiner umsichtigen Führung seine Gemeinde zu ihrer heutigen einflußreichen Stellung unter den israelitischen Gemeinden heran, sondern er war auch mehrere Jahre Präsident der »Gesellschaft für die Erziehung und Ausbildung von israelit. Kindern und Waisen.- Ferner gehörte er dem Verwaltungsrath des »Israelitischen theologischen Seminarsin Newyork an. Gegenwärtig ist Dr. Schnceberger im Vorstand der »Israelit. Allianz." Vice Präsident des »Rabbiner-Vereins- und Präsident der »Beth-Hamedrash-Gesellschast.- Dr. Schneeberger oerheirathete sich im Jahre 1882 mit Frl. Sarab Nußbaum. Tochter des verstorbenen Rabbiners Charles Nußbaum. Sprechsaal. L e i p z i g. 1. Januar. Geehrte Redaktion! Bezugnehmend auf die Ausführungen Ihres Baseler .Korrespondenten, der einen Zusammenhang zwischen Zionismus und Judenmiffion zu konstruiren sucht, erlaube ich mir als langjähriger Leser Ihres Blattes, der eben, weil er strengorthodorer Jude, ein ebenso eifriger Zionist geworden ist. oder es vielmehr schon stets von ganzem Herzen gewesen ist. auf folgenden Bericht des »Nathanael.- Zeitschrift für die Arbeit der evangelischen Kirche an Israel (herausgegeben von Prof. Hermann L. Strack), von der allgemeinen Misiionslonferenz. ausmerlsam zu machen: »Im nächstfolgenden Referate sprach P. Bieling-Berlin über das wichtige und zeitgemäße Thema: »Die Judenmiffion und der Zionismus nach seiner Entfaltung und bisherigen Entwickelung.- Nachdem er gezeigt, daß die Zionshofsnung und -Sehnsucht im jüdischen Volt nie erstorben war. kam er auf den jetzigen Zionismus zu sprechen, schilderte sein Wesen u. seine Ziele, warnte vor den überschwenglichen