Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 2 (6.1.1902)
- Date
- 1902-01-06
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Jen Vorschlag; es sei von großem Werth, daß die beiden Institutionen gemeinsam arbeiten, hierauf gelangt folgende Resolution, die auf Antrag des Herrn Konsul Simon dem Kuratorium von Ahlem mitaetheilt werden soll, zur Annahme: „Der Bodenlulturverein ertlärt unter Berufung auf die Beschlüsse vom 24. Oltob. 1897 und 28. Oktob. 190ör daß er nach wie vor mit der Erziehungs-Anstalt Ahlem Hand in Hand zu gehen entschlossen ist. und spricht seine feste Ueberzeugung aus. daß seine Ziele und Interessen in keiner Weise mit Ahlem lollidiren.- Danach erfolgte Schluß.der Versammlung, die wiederum zeigte, wie rüstig die Verein den rinmal als richtig erkannten Weg beschreitet. Wir hoffen, daß es ihm gelinge, die nöthige Unterstützung bei seinem großen Werke zu finden. Rawitsch, 2. Jan. Herr Rechtsanlvalt und Notar Breslauer. Stadtverordneter und erster Vorsteher der hiesigen Synagogen-Gemeinde. ist zum Iustizrath ernannt worden. — In dem hiesigen ^Verein für jüdische Geschichte und Litteratur" hielt Herr Rechtsanwalt Dr. Blau aus Frankfurt a. M.. der hier zu Besuch bei Verwandten sich aufhielt, einen höchst anregenden Vortrag über eine Frankfurter Iudenordnung aus dem Jahre 1616. — Der vor einigen Jahren hier verstorbene Bankier Wolf Asch, der viele Jahre dem Synagogen-Vorstandc angehörte, hatte der Snna gogengemeinde testamentarisch ein Legat von H6M Mart hinterlassen zum Zwecke der Begründung eines jüdischen Hospitals. Ta das Bedürfnis; für ein solches als ein dringendes nicht anerkannt werden konnte, auch die hinterlassene Summe für den gedachten Zweck als durchaus unzureichend erachtet werden mußte, stellte die Gemeindeverwaltung unter Zustimmung der Erben und' Tcstaments-Exckutoren bei der Kgl. Regierung den Antrag. ihre Zustimmung dazu zu geben, daß das hinterlassene Legat zum Zwecke des weit nothwendigeren Neubaues einer zeitgemäß eingerichteten Mikwo verwendet werde. Nachdem nunmehr die Genehmigung der Kgl. Regierung eingegangen ist. wird die Gemeindeverwaltung demnächst an den vrojektirten Neubau unserer Mikwo herantreten. München, 13. Dez. (Wegen Raummangel verspätet.) Samstag. 7. Dez., veranstaltete der „Verein Jüdischer Studenten- (im B. I. C.) seine diesjährige Makkabäerfeier. zu welcher die jüdischen Kommilitonen der verschiedenen Hochschulen Münchens zahlreich üch eingesunden hatten. Echt jüdisch und darum in jeder Beziehung befriedigend war die Feier. Vereinsbruder Sichel hielt die Begrüßungsrede, pries der Makkabäer Heldenmuth. ihren Stolz und ihr Selbstvertrauen und stellte sie ob dieser Tugenden den heutigen Juden als leuchtendes Beispiel hin. Der markigen schwungvollen Rede folgte das Ebanutalied. an welches anknüpfend der Präsident Per - litz die Tendenzrede hielt. In iresfcndrr Weise entrollte Redner ein Bild der jüdischen Stutentcnbcwegung und besonders der des JB. I. C.'S" »Bundes der Jüdischen Korporationen) und zeigte, daß tie Vereine Jüdischer Studenten als ein Theil der allgemeinen Bewegung gegen den Indifferen rismus der Juden in jüdischen Fragen, in studentischen Kreisen diesen Kampf gegen den schmahlicken Indiffe rentismus wacker führten. Hierauf sprach Herr Becrmann im Namen des zahlreich vertretenen Verbandes der jüdischen Studirenden. dann folgten mnsilaliscbe und deklamatorische Vorträge und die Kneipe verlief in fröhlichster, gemüth lichster Stimmung. Der Verlauf der Feier bewies, daß ein gesunder, lebensträftiger und lebensfroher Geist in unserem Vereine herrscht, eine sichere Bürgschaft für die Zukunft. K. Würzburg. 2. Jan. Ter Einsender. der ersten Notiz: „Welche Einweiß-Präparate dürfen wir essen." birtct uns um 'Ausnahme dieser Zeilen: „Auf eine Diskussion über meine Notiz bctr. Eiweißpräparate, hatte ich bei der Klarheit der Sache nicht gehofft und finde es daher unerklärlich, wie Herr Tr. Auerbach das Plasmon hinsichtlich seines Kaschrus dem Roborat gleichstellcn will. da crsteres doch' aus Milch, letzteres dagegen nur aus reinem Getreide gewonnen wird. ' Tenn ebensowenig, wie man Milch genießen darf, die ohne 'Aussicht eines Iehudi gemolken wurde, wird man doch auch ein Präparat genießen dürfen, das aus solcher Milch hergestellt ist. wenn ich auch zugebe, daß man Plasmon in ritueller Hinsicht weit eher gebrauchen dürfte, als die aus Fleisch hergestellten Präparate Samatose und Tropon. Aber warum sollte man auch nur diese ticine Bedenlen mit in den Kauf nehmen, wo man doch glücklicherweise jetzt ein Präparat hat, das hinsichtlich seines Kaschrus üb:r jeden Zweifel erhaben dasteht? Und dieses Präparat ist und bleibt nur Roborat. von dessen sonstigen Vorzügen gegenüber anderen Eiweißvräväralen ich hier gar nicht sprechen will. B. (Wir müssen auch hierbei auf unsere frühere Re daltionsbemerkung Hinweisen, wonach wir bei allen medizinischen Präparaten Ritualauksicht verlangten. Red. d. „Jsr.-) Oesterreich. — Essegg. (E i n a b g e w i e s e n e s Gef u ck> Ter hiesige Gemeinderath hat das Gesuch der israelitischen Kultusgemeinde um Bewilligung einer Sub vention zum Bau eines Tempels in der Unterstadt abgewiefen. Die Abweisung wird damit motivirt. daß die in der Unterstadt lebenden Israeliten keineswegs so zahlreich sind, daß sic in dem dortigen Tempel keinen Platz hätten und daß auch die in der Oberstadt lebenden Serben kein eigenes Gotteshaus besitzen und an Festtagen einfach jenes in der Unterstadt aussuchen, was die dortigen Israeliten auch thun tonnen. Hingegen wurde beschloßrn. der dortigen Kultusgemeinde einen Baugrund unentgeltlich abzutreten.