Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 2 (6.1.1902)
- Date
- 1902-01-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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31 Kippur, rvelches der Bielesrider Vorstand und dessen hiesige Verthcidiger allerdings als Gebetordnung bezeichnen. Das Programm besteht aber aus einer reizenden Sammlung von über einem Dutzend Frauen-, Männer- und gemischten Chören. Fraucnsolis, Gemeinde - Gesängen und einer deutschen Ked u f ch o h.. Nun behaupten die Bielefelder Liberalen aber, sie hätten außer diesem, einem Concert Programm doch verzlveiselt ähnlich sehenden Gesang- oder Gebetordnung, noch ein besonderes Zorn Kippur-Machsor. das »Westfälische Machsor" (wahrscheinlich das Dr. Bogelstein'sche» in Gebrauch. Das auf geräuschloses Papier gedruckte Programm aber sei ein Auszug aus ihrem Gesangbuche geroesen, damit man nicht gezwungen gewesen sei, zwei Bücher auf einmal mit in den Betsaal zu nehmen. Das wäre auch entschieden für Bielefeld zu viel gewesen. Nach unserer Kenntnis; des Dr. Vogclstein'schen »Gebetbuches" nehmen wir an, daß das »Westfälische Machsor" auf gleicher Höhe steht und den gleichen Geist athmet. Da wissen wir nun wirklich nicht, ob die liberalen Bielefelder nicht doch besser gethan hätten. Jom Kippur nicht allein ihr Gesangbuch, sondern auch ihr »Westfälisches" Machsor zu Hause zu lassen. Dann hätten sic Gesangbuch und Machsor in dem so schön auf weiches Papier gedruckten »Fest- Programm" vereinigt gehabt und der ganze Streit um das berühmt gewordene Jom Kippur-Machsor von Bielefeld wäre unterblieben. Unseren Liberalen aber wird das Jom Kippur-Machsor von Bielefeld, ob in Form des »Westfälischen" Machsors, oder des Fest-Programms. noch auf recht lange Zeit ein unerreichbares Ideal bleiben, mögen sie die Vorzüge und die Herrlichkeit des Bielefelder Programms zur Feier des jiidisckien Bcrsöhnungstages auch noch so sehr bewundern und mit einem der großen Sache würdigem Eifer — v e r t he i d i g e n. Aettttttgsnachrrchterr unv Vorrcsponverrzcrr. Deutschland. Berlin, 3. Jan. Am 26. Dez. 1001 fand eine ausserordentliche Generalversammlung des »Vereins zur Förderung der Bodenkultur unter den Juden Deutschlands" ' statt. Cs handelte sich um die Aenderungen der Statuten zum Zwecke der Eintragung des Vereins in das Bereinsregistcr und die hierdurch nothwendig gewordene Neuwahl des Vorstandes. Die vom Borstand vorgelegte'n neuen Statuten wurden durchberathen. und mit geringen Aenderungen angenommen. An der Berathung betheiügten sich hauptsächlich der Vorsitzende. Qberamtmann C o h n. Redakteur Klausner. Dr. Franz Oppenheimer. Professor Werburg, Senator Fischer. Dr. Caro- Hannover u. Rabbiner Dr. Finke!- Pasetoalk. Erwähnenswerth dürste sein, daß der Anfang des Geschäftsjahres auf den ersten Juli verlegt wurde, daß die ordentliche Hauptversammlung jährlich im letzten Quartal des Kalenderjahres stattsindet, und daß die Veröffentlichungen und Bekanntmachungen deS Vereins zukünftig durch das Berliner Tageblatt und die Frankfurter Zeitung zu erfolgen haben; daß sie außerdem in den jüdischen Blättern ersck-einen werden, wurde für selbstverständlich erachtet. Sodann wurden die bisherigen 22 Vorstandsmitglieder: Oberamtmann L. Cohn. Direktor Ehrenberg. Siegmund Bergei. I. Frcumark. Aron Hirsch. Dr. Frz. Oppenheimer. Prof. M. Philippson, Eugen Rosenthal, Prof. Warburg (sämmtlich zu Berlin). Prof. Badt und Rittergutsbesitzer Cäsar Sachs-Breslau. Rittergutsbesitzer Aronstein-Büren, Rabbiner Dr. Plaut, Josef Wislock-Frantfurt a. M.. Rittergutsbesitzer Dr. Panilskn Gablenz b. Gassen. Gustav Tuch-Hamburg. Konsul A. M. Simon-Hannover. Rittergutsbesitzer Rohr-Langguhle. R. A. Eugen Beer und Rabbiner Dr. Werner-München. Mühlenbesiher Rosenthal und M. Werner-Posen, und zum Vorsitzenden des Vereins Oberamtmann L. Cohn wiedergewählt. In der daran schließenden allgemeinen Besprechung beantwortete der Vorsitzende einige Anfragen des Herrn Gustav Hcyncmann-Magdeburg, dahin, daß^ sobald das ausgcbildete Menschenmaterial und das nöthigc Geld vorhanden sei. die Austheilung des Gutes Neuhof erfolgen würde. Die Subvention des Bodentulturvereins (nicht von 3000 Mk.. wie irrthümlich in einigen Blättern berichte» sei, sondern bis zu 3000 Mark) würde bereits vom 1. Januar 1902. ab gezahlt werden. Ter Vorsitzende betonte ausdrücklich, daß es von sämmtlichen Vorstandsmitgliedern für ganz selbstverständlich gehalten worden sei. daß von den Eleven auf dem Gute des Vereins der Sabbat und die Festtage gehalten würden < um dies zu ermöglichen. sei ein christlick-cr Administrator angcstellt worden), wie auch, daß für rituelle Verköstigung der Eleven gesorgt würde; der Rabbiner von Posen übernehme hierüber die Oberaufsicht. Siegmund Bergei fügt hinzu, daß auch die von dem bisherigen Besitzer übernommene Schweinezucht zu keinerlei Bedenken Anlaß zu geben brauche, so lange dieselbe von einem christlichen Pächter betrieben kverde; sie solle selbstverständlich alsbald aufgegeben, und durch Geflügelzucht ersetzt tverden. die eine nicht geringere Rentabilität gewährleistete.*) Der Borsitzende schildert sodann die Art. wie die Eleven praktisch die Landwirthschaft erlernen würden; in den Winterabenden würden außerdem theoretischer Unterricht durch die Lehrer der landwirthschaftlichen Schule zu Samter erfolgen. Prof. Warburg schlägt der Versammlung eine Resolution zur Annahme vor, welche nochmals , das sreundschaftliche Verhältniß des Bodcnkutturvereins zu Ahlem hervorheben soll. Die Herren Eduard C o * hen und Otto Strauß- Frankfurt a. M., Senator Fischer- Hannover. A. W e r t h e i m - EschtveHe, sämmtlich Kuratoren von Ahlem, begrüßen freudig me- Tiefe beiben lUawtubutoii^ bürfteil wabl ein Crfolfl der iuintiteu X'mviüJirnr.aen im .ö*r»:»in" sein, muboem uudi tiir’j vorder ein $oriianb*mitftlicb aus die ednueimMuebt nidit bat per* zidue» zu können venneinte. »Red. de» 2»r.' .