Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 1 (2.1.1902)
- Date
- 1902-01-02
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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jüdisch« Sprache können wir die grobe jüdische Encyklopädie nicht unerwähnt kaffen. An dieser Stelle vermögen wir nur der großen Freude Ausdruck zu geben, daß Dank der Opferwilligkeit, trotz der vielfachen, natürlichen Schwierigkeiten und der in den Weg gelegten Hindernisse, trotz der Zurückhaltung der fachmännischen Kreise, es uns gelungen ist, das Werk der jüdischen Kolonialbank zu Stande zu bringen, welches das wichtigste Mittel für unsere Agitation ist; es sei dankborlichst jener Männer gedacht, die trotz dieser Schwierigkeiten, die einmal beschlossene Aufgabe zu Ende zu führen verstanden. Das Interesse darf nicht mehr aufhören, sondern muß für dieselbe stets auf's neue wachsen. Es erwachsen uns immer neue Aufgaben, darum werden Sie sich mit einer neuen Institution zu befassen haben: der „Bildung des jüdischen.Nationalfonds/ eines eisernen Fonds für die Zeiten der Roth. Eine der Fragen, die uns am meisten beschäftigt, ist die der „jüdischen Arbeiter" in Palästina. Es wurden wiederholt Versuche gemacht, mit Hilfe der pbilantrovischen Institutionen Hilfe zu bringen, es ist uns nicht gelungen; wir hoffen aber, bald Hilfe aus ..eigener Kraft" zu bringen, (Großer Beifall.) Der Zionismus ist die Konzentration, der Brennpunkt des Iudenthums, die Flagge des jüd. Volles, die man bisher versteckt halten mußte, wir haben sie hoch aufgepflanzt. Um ne schaart sich alles, was die Juden mächtig und groß machen will, daß die Zahl immer größer wird, ist einer unserer wichtigsten Erfolge. leine andere Bewegung hat einen so weiten Weg zurückgelegt, als der Zionismus seit dem ersten Jahre. 1 Beifall.) . Präs. Dr. R o r d a u : Es wird eine kleine Sammlung jüdischer Kunstwerke eröffnet lverden. Es werden eine große Zahl eingelaufener Telegramme und Resolutionen verlesen. Es werden dann die Berichte der Vorsteher der einzelnen Länder-entgegengenommen. Ingenieur Keßler aus Johannesburg berichtet über den Stand der Bewegung in Südafrika. Trotz des Kriegszustandes hat die Beioegung dort große Ausdehnung gewonnen, dank der fremden Juden, die in Folge des Kricgsrechtes Transvaal verlassen mußten und den Zionismus nun in die entferntesten Städte und Dörfer der Kaplolonie trugen. In dem Kriege selbst, haben sich die Juden gethcilt. Die britischen Juden standen sofort für England ein. die anderen Juden sympathisiren größtentheils mit den Boeren. Es muß aber lonstätirt werden, daß weder Boeren noch Engländer den Juden schlechte Gesinnung entgegenbringen. Herr Feiwel wünscht eine Aenderung der Tagesordnung. da die jetzige Zusammensetzung zu keinem günstigen Resultate führen könne; es sind Referate von großem Interesse an den Schluß gefetzt worden, und wir befürchten, daß die ihnen zugemessene Zeit schaden wird. Es wird die Einschiebung einer Rachtsitzung beschlossen. Schluß der Sitzung 1>(. Uhr. (Vornetzung fotar in näckurer Nummer.» ZettrrngSrrachrtchte« und Eorrespoudenzerr. Engl a n d. London. lDie Bibel als Kriegshandbuch.) Wie die Boeren das Kriegführen lernten — nämlich aus der Bibel — erzählt der bekannte englische Kriegslorrespondent A. G. Hales in einem Londoner Blatte in folgender Weise: Vor Ausbruch des jetzigen Krieges wußte keiner von den Männern, die mit so großem Erfolg als Führer der Truppen der Boeren eine Rolle spielen, etwas vom Kriege zwischen Weißen. Louis Botha, Ehrisiian De Wet. Delarey. Olivier, Smuts. Prinsloo— sie alle, die die Transvaalflagge sc erfolgreich getragen haben, sind das Produkt deS Augenblicks. Alle die Männer, die zu den höchsten Stellungen kamen, stammen vom Bcldt und wußten vor zwei Jahren nichts von bn JUicasftifjnmg, unb fcodj beweist ein genaues Studium ihrer Methoden, daß sie ihre Eingebungen aus derselben Quelle schöpften. Jeder Führer kämpft in einem sehr hohen Grade auf eigene Faust und handelt unabhängig von seinen Gefährten. Und doch muß der oberflächliche Kenner der Kriegsgeschichtc eine Gleichheit in ihren Methode» bemerkt haben; sie greifen an. ziehen sich zurück, fallen ab, zerstreuen sich und vereinigen sich alle wieder nach demselben Princip. Wenn ein neues Kommando gebildet und ein neuer Führer gewählt wird, beginnt derselbe sogleich ein Werl, als ob er die ganze Zeit ein gedrucktes Instrultionsbuch in der Tasche gehabt hätte. Und in gewissem Sinne hat er dies auch, denn der Bure schöpft seine Kriegslcnntniß aus dem Alten Testament. Alles, was die Bibel über die Kampfmethoden der Philister, Assnrer, Amaletiter und Hebräer lehrt, weiß er und zwar viel besser, als der berufsmäßige Soldat seine Thätigleit. Er hat darüber schon als Knabe mit Graubürten, wenn sie beim Trellen um die Lagerfeuer gruppirt waren, argumentirt. er hat im FaunlienlreiS auf der Farm darüber debattirt. er hat für sich selbst nachgedacht. während er Bieh in den Rinnen zwischen den Kovjes hütete. 'Alle seine verschmitzten Methoden hat er aus einer sorgfältigen Durchsicht der allen Schriftgeschichte gesammelt. Bon jenen Schriftstellern wird nicht viel vom geradezu Fechten berichtet, die Strategie kommt von zehnmal neunmal vor die Tapferkeit. und dies nimmt den Boeren ein, weil er ebenso ist. Er ist ein großer Bewunderer König Davids und er versucht, die Kämpfer, die der alten jüdischen Geschichte angehören, nachzuahmen. Für die Boeren war Goliath von Gath einfach ein Rarr, ein großer Bursche, der nicht mehr Mutterwitz als ein Ochse hatte. 'König Saul bewundern sie nicht sehr. Er wollte David, dem Hirten-