Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 1 (2.1.1902)
- Date
- 1902-01-02
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
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26 Ijw&en, eine kriegerische Rüstung anlegen und mir dem Riesen auf seine Art fechten lassen. Aber David gebrauchte nur eine einfache Schleuder und einige Kiesel aus dem Bach, um den grimmigen Kämven ganz in feiner Gewalt zu haben, und nachdem er das. was er brauchte, erhalten hatte, gewann er. Das entspricht der Natur der Boeren. Wenn ein Boer fein Gewehr nimmt und. im Versteck auf eine britische Streifwache wartet, hält er sich für einen Helden, wenn er sein Gewehr visin und den Drücker berührt, der ein Stück Blei zwischen die Augen des Briten da draußen auf offenem Leldt senden wird. Zn seinen Augen ist er ein moderner David und fest davon überzeugt, dach Gottes Segen aus ihm und seinem Werke ruht. Wenn ein Boercnführer Ruhm dadurch gewinnen wollte, dach er Wunder an Tapserleil vollbrächte. wurde er dir Bewunderung seiner Landsleute nicht gewinnen, sie würden ibn für ungeeignet zur Führung in der Schlacht halten und ihn schnell wieder zu den gemeinen Soldaten zurückschicken. Sie glauben wohl, daß Simfon einen ausgewachsenen- Löwen nur mit seinen Händen iödtete. aber sic halten deßhalb nicht viel von ihm. Wäre der hebr. Held hcimgegangen. hätte sich einen Bogen und ein Bündel Pfeile geholt, wäre er zurückgelchrt und hätte den Löwen aus einer günstigen Stellung crschosien. so stände er in ihrer Achtung viel höher. Die Prediger, die den Kommandos predigen, nehmen selten ein Neues Testament oder predigen die Lehre von der Liebe und Gnade; sie ziehen etwas Kriegerisches vor. und sie finden solche Terte reichlich im Alten Testament. Eine beliebte Methode, von einem Kommando zum anderen Ordres mitzutheilen, ist bekanntlich der Gebrauch von Schriftarten. Als Eronje wußte, daß Roberts ibn bei Paardeberg gehemmt hatte, sandte er folgende Botschaft an Krüger: „Lies Hiob. 16. Kapitel. Vers II bis 34." Die Bedeutung dieser Botschaft lehrt ein Blick auf das Buch Hiob: «Gott hat mich-übergeben dem Ungerechten und hat mich in der Gottlosen Hände kommen lassen. Ich war in Frieden, aber er hat mich zunichte gemacht, er hat mich beim Hals genommen und zerstoßen, und bat mich ihm zum Ziel aufgerichtet. Er hat mich umgeben mit seinen Schützen; er hat meine Nieren gespalten. und nicht verschonet; er hat meine Galle auf die Erde geschüttet, er hat mir eine Wunde über die andere gemacht. er ist an mich gelaufen wie ein Gewaltiger." Eronje. der Landmann. batte die Beschreibung feiner Lage gedruckt und im Gedächtnis: fertig, und Krüger wußte, daß sein Diener verurtheilt war. Es wird auch berichtet, daß. als die. ersten britischen Gefangenen in die Hände der Boeren fielen. Krüger Stein fragen ließ, was am besten zu thun sei. und die Antwort lautete: „2. Buch der Könige. 6. Kapitel. Bcrs 21: „Dn sollst sie nicht schlagen. Schlägst Du denn die. welche Du mit Deinem Schwert und Bogen gefangen hast? Setze ihnen Brod und Wasser vor, daß sie essen und trinken und laß sie zu ihrem Herr» ziehen." Zum Schluß noch ein Beispiel. An einem Tag. ebe Ebrisiian Dewet Lord Methuen aus einem woblbcsesligicn Platz an der Eisenbahnlinie des Freistaates lockte, kam ein Bote Delareys mit folgender Instruktion in Tcwets Lager: „Josua. 7. Kapitel, Vers 1—22." Dieses Kapitel iss werth. durchgelefen zu werden, da es dir Taktik der Beeren genau kennzeichnet; es handelt von der Eroberung der Stadt Ai. von Hinterhalten und Ileberräschunyen. _, Personalien. Augsburg. Ende Dez. Am Mittwoch, den 25. Dezember, wurde dahier eine wahrhaft edle und tugendreiche Fran zur legren Ruhe bestattet, die BankierSwitnve Frau Jeanette Ros.enbusch, eine Frau, deren ganzes Leben und Wirken das herrlichste Abbild eines bewundernswert reinen Eharakters darstellt. Der Grad ihrer einfachen Bescheidenheit ist wohl mit der Tbatsache am besten bezeichnet, daß aus letztwillige Verfügung hin jedes Lob in dem ihr gewidmeten Nachruf unterbleiben mußte. „Doch." führte Herr Distriktsrabbiner Tr. Groß in warm empfundenen und zu Herzen gehenden Worten aus. „bedarf es an und für sich am Sarge einer solch' edlen Frau keiner großen Lobeshymne. sie hat sich durch ihre T h a t e n selbst das schönste Denkmal gesetzt!" Welch' seltene Frauengestalt mit Frau Jeanette Rosenbusch aus dieser Welt geschieden, ist wohl augenscheinlich damit dargethan. daß drei Orden aus dem Sarge sichtbar waren. Die edle Verblichene war ausgezeichnet worden im Jahre 1872 mit der Kricasdenkmiinze von 1870—71 für Nichttombattanten, im Jahre 1896 mit dem Orden vom Rothen Kreuze " .Klasse und im Jahre 1899 mit der Kaiser Wilhelm-Medaille. In dem großen Traucrgefolge bemerkten wir die beiden Herren Bürgermeister unserer Stadl mit verschiedenen Herren des Gemeindekollegiums, Herrn Oberregierungsrath Schmid u. A. „Möge die treue Tahingeschicdene vor dem Throne des Höchsten Entgelt finden für all das Gute, das sie geübt und für all' die Liebe, die sie betbätigt!" Sie wird aber auch hier fortleben, nicht nur im Herzen ihrer sic wahrhaft verehrenden Kinder und Verwandten, nein — es ist ihr auch das ehrendste Andenken gesichert in den vielen Herzen derer, die ihren vornehmen Charakter bewunderten. Sie ruhe in Frieden!_ Juristischer Beiratt, des „Jsra-lit." Unsere Abonnenten erhalten unentgeltliche Auskunft in allen UL e ch t s a n g e l e g e n h e i't e n. Abonne» mentsguittung ist gefl. beizulegen. Auch wolle man angeben, ob man die Anfragen brieflich oder im Blatte beantwortet zu haben wünscht. Die Anfrage» werde» von einem bedeutenden Juristen eingehend beantwortete Auf mehrere Anfragen: Ihre Anfragen nach dem Reckt am Schadch-nu-gelder nach de » A. G B. und nach jüdischem Recht, werden wir Ihnen brieflich eingehend beantworten. ___ Briefkasten der Rcdaction. R. L. Galant»: Meier Seiwusch Malbim. geb. 1810, fielt 1 lifditi 56 to (ts. Sevtember 1879) Verantwortliche Reüaction: OScar Lehmann in Mainz. — Expedition deS „ISraelit". Schöttstraße Nr. 2. Mainz. Druck und Verlag der 3oh. Wirrh scheu Hofbuchdruckerei Actien-Gesellschaft in Main».