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Der Israelit · 1902-01-02 · Heft 1 (2.1.1902) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 1 (2.1.1902)
Date
1902-01-02
Page
– (sequence 26)
Language
German
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trotz rauher Jahreszeit einen Vertreter hicrhergesckttctt. Südasrita ist durch zwei Delegierte vertreten. Der zionistische Verein in Kapstadt tonnte sich ein eiaenes Vereinshaus erbauen, in welchem sich eine öffentliche jüdische Bibliothel befindet, die sich eines starten Zuspruches erfreut; die Versammlungen werden in der Regel von 2--2J Tausend Personen besucht. In IohanniSburg wird der zionistische Verein erst wieder ins Leben treten^ wenn das krieaSrccht nicht mehr herrschen wird, dagegen bestehen Vereine in Prätoria. Transvaal und in Rhodesia. Auch in Rordafrita macht der Zionismus erfreuliche Fortschritte, bei den authochthoncn Juden in Marotlo. dem Lande der grössten Iudennoth: es baden sich dort regelmässige Ortsgruppen gebildet, die den Schekel bezahlen. In Algier und Tunesien bestehen ebenfalls Zionistenvereine. die sich der französischen Organisation angeschlossen haben und die unermüdlich wirken. Zu einem Verbände vereinigten sich di: Zionisten in Italien, der gegenwärtig ein eigenes Parteiorgan herausgibt. Heber den Stand der Bewegung in Russland und Rumäuien werden besondere Berichte AnStunst geben: in Bulgarien fasst der Zionismus F'rss und hat. dort die Jahrhunderte alte Klun zwischen den Sephardim und Aschtenasim überbrückt. In Oesterreich ist ein Verbandstag sämmtlicher österreichischer Zionisten incl. der galizischen zu Stande gekommen. In Ungarn beginnt die Ertcnniniss zu dämmern, sc dass auch dort die Verhältnisse fick zu wandeln beginnen. In Deutschland haben sich neun neue Ortsgruvoen gebildet. in Mannheim ist es dem Zionismus gelungen, seine Anhänger in die Gemeindevertretung zu bringen. In der Schweiz hat sich die Zahl der Schekelzabler mehr als verdreifacht. In Holland, Standinavien. sind .zionistische Vereinigungen in der Bildung begriffen. Das ist in grossen Zügen das Bild, das uns ein Ausblick über das letzte Ja Kr gewährt. Mit Genugthuung erfüllt uns. dass nicht.nur die Masse, sondern auch Intellektuelle den Weg zu ihrem Volte wiederfinden. Die Lage der I u de n in der ganzen Welt ist nicht dazu angcthan, die Hände in den Schoss zu legen. Tie Feindscligtcit und der Druck haben nirgends abgenommen. sondern im Gegentheil. In Rumänien hat der Iudendruck nicht anfgehört; durch das in Aussicht stehende. Handwerker- und Ruralgesetz sind sie in ihrer letzten Existenz bedroht. Die Emigration ist noch eine sehr grosse, so dass die philantropischen Vereine jetzt noch erschrocken dastehen. Ist doch selbst die letzte Wanderung vorn vorigen Jahre in ihren Konseouenzen noch nicht beendet. Viele der Auswandererhaben sich in Amerita nicht behaupten tonnen und mussten die Rückkehr nach Europa anireten. In ihre frühere Heimäth tonnten sie unmöglich zurücktehren. also war es unendlich schwierig. Stellen ausfindig zu machen, wo sie sich niederlassen tonnten. Vielleicht haben alle diese Erscheinungen die Feinde doch zum Nachdenken gebracht und idnen die NotKwendigteit eines reaulichcnAsyls vor Augen geführt. Vielleicht thul es auch der tlmstand, dass in England und Amerika, welche feit altersber Zufluchtsstätten waren, die Bewegung gegen die fremden Einwanderer in stetem Wachsthum begriffen und schon ieyt die dez. Einwanderungsgrsetze scharr gehandbabt werden. -Alle diese Fragen und Angelegenheiten baden das Aktionskomitee in intensiver Weise beschäftigt. Alle Anrcaung.'n mussten geprüft, ihre Durchführung studirt und erwogen werden. Das engere Aktionskomitee stand mit den Mitgliedern der einzelnen Komitees in steter Fühlung, um sich stets auf dem Laufenden zu Kalten. Zweimal wurden ne zu gemeinsamer mündlicher Aussprache in Wien versammelt. Die Institution des Scheteltages ist eine ausserordentlich praktische und ist allen Ländern dringend zu empfehlen. Eine andere Institution werde Heuer zum ersten Riale erprobt, die des „Weltzionistentager," die zu einer imposanten Kundgebung der Juden in der ganzen Welt geführt hat. Je mehr die Land-eStomitces und die einzelnen Organe ihre Ausgabe erfüllen, desto mehr kann das Attionstomitee seine Ausmertsamteit den höheren und weiteren Fragen zuwenden. Zu diesen Aufgaben gehört die Frage der kulturellen Hebung. Die volt-erzieherische Wirkung unserer Thätigleit hat sich auch in kurzer Zeit bemerkbar gemacht. Die Zahl der Turnvereine. GeselUgkeitsvereine ist in steter Zunahme begriffen. i?ine neue Schöpfung, die sich sofort eingclebt hat. ist die Gründung der Tonnbeehalle in Wien. Wer die Gelegenheit hatte, einen Abend dort zuznbringen. wer die glücklichen, lernbegierigen Gesichter gesehen hat, der hat eine der glücklichsten Stunden in seinem Leben erlebt. Die Institution ist in Amsterdam bereits nackgeahmt, und in vielen anderen Städten geplant. Auch nach anderer Richtung waren wir den Unterricht zu fördern bemüht, durch Ausgabe des ersten «Lehrbuches fiir Naturgeschichte und Naturkunde" in bebr. Sprache. «Beifall.) Ein Büchlein, mit zahlreichen Illustrationen versehen, wird bereits in den nächsten Tagen ausgegeben und in Ihre Hände gelangen. Der Beschluß des letzten Kongresses zur Unterstützung der jüdischen Schule und Bibliothek in Jaffa wurde ausgeführt. Schliesslich wird der Frage der wissenschaftlichen Erforschung Palästina'- nähergetretcn. Tie gestimmte, gewaltige Litteratur ist in einer Bibliographie zusammengesasst worden. Mit grosser Freude verfolgen wir eine Folgeerscheinung unserer Bewegung, das Aufblühen der jüdischen Lirterarur und Poesie. Parteiorgane sind erschienen in englischer, französischer, polnischer und russischer Sprache, nicht zu rechnen die Blätter in hebr. Jargon. ' . Als Zeugniss des wiedererweckten Interesses für

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