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Der Israelit · 1902-01-02 · Heft 1 (2.1.1902) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 1 (2.1.1902)
Date
1902-01-02
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Errichtung mancher Wohlthatigkeits-Anstalt vorzu- Zirhen. denn nicht allein, daß viele Handwerker den nothigen Kredit fänden, um ihr Geschäft zu vergrößern und zu verbessern, sondern auch manchen ehrlichen, kleinen Geschäftsleuten könnte durch rin derartiges Institut zum Wohlstand verholfen werden. Die Cache ist auch ausführbar, es würde sich nur darum handeln, ein gewisses Kapital zusammen zubringen: es braucht nicht allzu groß zu sein und eine Gesellschaft müßte gegründet werden, deren Hauptsitz z. B. Frankfurt a. M. wäre. Dann müßte man Filialen in allen größeren Provinzünd Industrie-Städten errichten. ' z. B. für Elsaß in Straßburg. Eolmar und Mülhausen; und wenn einmal die Sache ihren Anfang genommen, würde sie sich schön von selbst weiter entwickeln. Zeitungsnachrichten und Eorrefpondenze«. Deutschland. Könitz. Ende Dez. Das „Koniher Tageblatt" erzählt folgenden wunderbaren Vorfall: Eine nicht unwichtige Bemerkung machte jüngst in einem hiesigen Restaurant der Stadtverordnete Herr Heinrich, als von dem Wintcr'fchcn Mord die Rede war. Herr Stadtverordneter Heinrich bemerkte nämlich, „daß der Mörder Winter's mit an dem Tische sitze, an dem er sich, in Gesellschaft mehrerer hiesiger Herren, gerade befand. Als die betreffenden Herren nun in begreiflicher Neugierde nähere Angaben, refp. die Bezeichnung einer bestimmten Person von Herrn Heinrich verlangten, meinte Herr Heinrich, daß er es so nicht gemeint habe, „wohl aber habe einer der an dem Tische mitsitzenden Herren Papiere in seinem Pulte, welche Aufklärung über die Mordthat geben könnten!" Es wäre wohl der Mühe werth. zu erfahren, worauf sich diese Behauptung des Herrn Heinrich stützt. ÄuS Schlesien nuv Posen, 22. Dez. Rcchisamoalt Cohn in Oppeln ist zum König!. Notar ernannt worden. — Archivar Dr. Warschauer in P o k e u ist zum Kal. A r ch i v ra t h ernannt worden. — Fraulein Jda Freudenheim aus Königsberg legte an der Universität Breslau das zahnärztliche Slaatö- Gramen ab und ist somit die erste Dame, die in Deutschland eine Approbation als praktische Zahnarzt in erlangte. — Am <>. Januar findet in Zabrze eine Sitzung , des Verbandes oberschlesischcr Rabbiner statt. — Im jüdischen Litcräturvcrein zu Ratibor sprach Landrabbincr Dr. Feilchenfeld aus Schwerte über „Die jüdische Bolksscclc". — In Jnowrazlaw starb die Vorsteherin des Frauenvercins Frau Ernestine Auerbach, einer der edelsten und frömmsten Frauen der Gemeinde. — In Wrc schen, der durch die Polen-, Prozesse der letzten Zeit berühmt gewordenen Stadt, sind sechs israelitische, sechs evangelische nnd sechs katholische Stadtverordnete. Bei der letzten Wahl wurde Kaufmann Albert Sicburrh, Vorsteher der Gemeinde in die erste Abtheilnng gewählt.—Zum Mitglied der H andelSkammet für den Regierungsbezirk Posen ist der llansmann Loui» Eisen st ä dt für den Bezirk Lissa und Fraustadt gewählt worden. — Bei den diesjährigen Handels« kammerwahlen für den Regierungsbezirk Oppeln waren in der l. Wahlabthcilnng 9. in der zweiten Wahlabtheilung 3, in der dritten Wahlabtheilung 9 ErgänzungS- und Ersatzwahlen vorzunehmen. Es wurden von Israeliten gewählt in der ersten Wahlabtheilung Generaldirektor Wendrincr-Beulhen, Kaufmann Siegfried Silberstein-Kattoivip. König!. Geh. Kommcrzicnrath Pinkus-Nenstadt, in der zweiten Wahlabthcilung Bank« direktor Franz LandSberger-Bcuthen, Lkaufmann Mar Goßmann-Gleiwitzin der dritten Wahlabtheilung Kaufmann Paul Goldstcin« KönigShütte, MLHlcnbcsitzer Josef Stern - König-Hütte, Kaufmann Hugo Wiener« Gleiwitz, Miihlcnbesiecc Simon Grötzcr-Groß-Strelitz, Kaufmann Richard Bielschowsky-PloS nnd Kaufmann Adolf Panosski-Tarnowitz. Wahrlich, ein glänzendes Zeugniß von der Tüchtigekit und dem Ansehen der israelitischen kaufmännischen Welt OberschleflenSl Strasrburg, 29. Dez. Es verlautet schon seit mehreren Tagen, daß von den fünf gewählten Mitgliedern des Konsistoriums die drei erst voriges Jahr Gewählten dem kaiserl. Ministerium zusammen ihre Demission eingercicht hätten. Gründe für diesen ungewöhnlichen Vorfall einer Kollkktiv-Demission sind bis zur Stunde nicht bekannt geworden. — In den Zügen der Reichseisenbahnen in Elsaß- Lothringen befinden sich seit einigen Jahren Blech- Plakate; worauf'sich neben einer Bekanntmachung der deutschen Bahnhofs-Mission und des katholischen Mädcbenschutzvercins auch eine solche des „Israelitischen Mädchenschuhvereins" befindet. Letztere lautet: „Jsr. Mädchen finden auf der Reise Rath und Unterkunft an folgenden Stellen: Straßburg: Israelitisches Waiseyhaus. Scharlachgasse. Mülhausen: Herr N. Schuhl. Köchlinstraße. WeißenburgrxFrau Sievre. Präsidentin der isr. Damengcsellschaft. Metz: Jsr. Hospital. Zeughausstraße 11." Auf diese Einrichtung möge an dieser Stelle, wenn auch verspätet, hingewiesen werden. Ans Elsast-Lothringcn, Ende Dez. Am Sonntag. den 13. dss. Mts..' fand in Straßburg eine Plenarsitzung der drei Konsistorien von Elsaß-Lothringen statt. Auf der Tagesordnung standen für die Juden Elsaß-Lothringens sehr wichtige Fragen, so u. a; Einfübrung einer Kirchensteuer, Pensionskasse für Rabbiner und Vorsänger, Verbesserung des Religionsunterrichts. Gewährung von Repräscntgtionskosten an den Oberrabbiner von Metz und Kolmar. . Auf die mit Recht in einem Sprechsaal-Artikel der „Straßburger Post" geführte Klage des »ms pro multis. daß bis heute von den Beschlüssen der Versammlung kein Wort zur öffentlichen Kenntniß gebracht worden sei. antwortet heute der Präsident des unter-elsaffischen Konsistoriums. Dr. Gustav Levh. ebenfalls im Sprechsaal genannter Zeitung: „Der unus pro multis oder die multi mögen sich direkt an ihre Konsistorial-

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